Es ist Mitte September 2016, die Koffer sind gepackt und jetzt geht es für 4 Monate ins „sonnige“ England nach Bolton. Was wir dort machen? Studieren – und anderes. Warum machen wir das?

Wir, Sabrina Herrmann und Katrin Zimmermann, studieren Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Stuttgart und wollten unser 5. Semester im Ausland absolvieren. Im Flugzeug auf dem Weg nach Manchester erhoffen wir uns von der uns bevorstehenden Zeit, Kontakte zu knüpfen, die Sprache zu verbessern, das Land, in dem wir leben sollen zu entdecken und natürlich das Studium in einer anderen Sprache überhaupt meistern zu können.

Die Wahrheit ist …

… wenn wir jetzt zurückschauen kam nichts wie erwartet.

Im Rahmen des Erasmus-Förderprogramms entschieden wir uns für die University of Bolton im Nordwesten Englands – und haben es nicht bereut. Bolton ist eine überschaubare Stadt in der Nähe von Manchester und nicht unweit von Städten wie Liverpool oder Blackpool. Man trifft hier Menschen aus allen Teilen der Welt, die Englands Ruf für seine außergewöhnliche Herzlichkeit alle Ehre machen. Die University of Bolton bietet mit ihren unterschiedlichen Fakultäten von Arts, Media and Languages über die School of Business and Law hin zu Engineering, Sports and Sciences eine facettenreiche Studienlandschaft. Für uns Wirtschaftsingenieure ist diese Universität optimal, da hier sowohl technische als auch betriebswirtschaftliche Module angeboten werden. Um die deutschen Vorlesungsinhalte abzudecken, müssen wir in England 4 Module belegen. Jedes Modul erstreckt sich über drei Stunden in der Woche – willkommen im „normalen“ Studentenleben.

Die Lernkultur hier äußert sich folglich weniger in der Vorlesungspräsenz, sondern vielmehr im Verfassen von Hausarbeiten. Für uns war es anfangs eine große Herausforderung, fünf wissenschaftliche Arbeiten in einer Fremdsprache zu schreiben, was wesentlich mehr Zeit und Aufwand beansprucht, als so manch einer denkt. Auch die Klausuren am Ende des Semesters sind sehr umfangreich und nicht zu unterschätzen.

Aber die Wahrheit ist auch…

…wir sind nicht nur gekommen, um theoretische Studieninhalte zu lernen – sondern  auch, um die fremde Kultur, die Mentalität, die Sprache und das Land kennenzulernen. Glücklicherweise hatten wir dafür auch Zeit, die wir intensiv nutzten.

So war die Erkundungstour auf der Insel zwar kräftezehrend, aber ein unglaubliches Erlebnis. Reisen nach Irland, Schottland, Wales und natürlich in England zu Nationalparks oder Kulturstädten war das gewohnte Wochenendprogramm.

Beispielsweise sind wir für 10 Pfund über ein langes Wochenende nach Dublin geflogen. Unser Hostel mit 8-Bettzimmer in der Stadt ist für Studenten eine gute und ausreichende Unterkunft für das Wochenende – schließlich ist man ja eh ständig unterwegs. So haben wir kurzerhand an zwei Tagestouren quer durch Irland teilgenommen, die uns über die atemberaubende Landschaft dieses Landes staunen ließen. Die Stadtführung war natürlich bei jeder Reise ein Muss, sodass wir auch etwas über die historischen und kulturellen Hintergründe des Landes und der Städte erfahren.

Das tolle bei diesen vielen Reisen und dem Auslandsaufenthalt sind natürlich auch die Menschen. Wir haben in Bolton viele Leute kennengelernt, die wir glücklich unsere Freunde nennen dürfen und mit denen wir viele schöne Momente, Erlebnisse und Erinnerungen teilen. Die anderen Studenten in Bolton kommen aus allen Ecken der Welt von China über Zypern bis hin nach Südamerika. So ist es auch für uns schön zu wissen, dass verschiedene Türen unserer neuen Bekanntschaften aus verschiedenen Ländern für uns stets offen stehen. Aber auch zu anderen Deutschen haben wir viele enge Freundschaften geknüpft, die teilweise nah bei uns wohnen, aber auch in Deutschland verstreut leben.

Wir, Sabrina und Katrin, sind sehr dankbar, dass wir diese Erfahrung, die uns sowohl akademisch als auch persönlich geprägt hat, machen durften. Jetzt kennst Du die Wahrheit über das Studium in Bolton und weißt, dass eine solche Erfahrung für dich, deine Kinder oder deine Freunde nur ein Gewinn sein kann – sei es nun England oder ein anderes beliebiges Land auf der Welt. Wenn sich also für dich eine Möglichkeit zu einem Erlebnis dieser Art öffnet, schieb die Zweifel beiseite, nimm deine Beine in die Hand, pack deine Koffer und stürze dich in das Abenteuer! No risk, no fun.

Wir wollen uns bei MANN+HUMMEL für die Unterstützung bedanken, bei der DHBW Stuttgart für die Koordinierung und bei Erasmus für die finanzielle Förderung.

Wir werden diese Zeit nie vergessen und stets in positiver Erinnerung behalten.