Gero Joshat creates the annual reportDer Geschäftsbericht ist jedes Jahr eine der Mammutaufgaben für meine Abteilung. Aber nicht nur wir in der Unternehmenskommunikation ziehen in der heißen Phase alle an einem Strang, um den Geschäftsbericht zur Bilanzpressekonferenz  auf dem Tisch liegen zu haben. Die Ansprechpartner in den Geschäftsbereichen, an den Standorten, das Konzernreporting, die Gesellschafter, die Agentur, Übersetzer – es ist eigentlich irre, wie viele Leute da beteiligt sind!

Man kann anfangen so früh man will, am Ende wird es immer knapp. Das liegt auch daran, dass die endgültigen Zahlen erst relativ kurz vor der Bilanzpressekonferenz feststehen. Bei uns wird im Endspurt bis zur letzten Sekunde unter Hochdruck getippt und gestaltet. Pünktlich kamen die ersten Exemplare des fast hundertseitigen Berichts dann einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz hier an.

Es war uns wichtig, im Bericht ehrliche Geschichten von echten Mitarbeitern zu erzählen. Oft nutzen Unternehmen den Geschäftsbericht, um darzustellen, dass sie „der tollste Hecht im Teich“ sind. Wir wollen es aber dem Leser überlassen, sich ein Bild von uns zu machen. Dafür haben wir uns auch optisch etwas Neues einfallen lassen: Ein Fotograf hat an den Standorten in Raleigh, Shanghai und Himmelkron 360° Panoramaaufnahmen geschossen. Im Geschäftsbericht sind diese Aufnahmen auf ausklappbaren Seiten groß dargestellt. Dazu vermitteln wir unter dem Titel „360° – Operational Excellence“ in je einer Geschichte zum Standort ein Bild von MANN+HUMMEL.

Panorama 1 im Geschäftsbericht

Panorama 2 im Geschäftsbericht

Panorama 3 im Geschäftsbericht

Das Herausfordernde am Geschäftsbericht ist, dass er von verschiedensten Zielgruppen genutzt wird: Investoren, Banker, Gesellschafter, Mitarbeiter,… Unter den Lesern sind unserer Erfahrung nach auch viele Bewerber. Wir können potentiellen Mitarbeitern über den Geschäftsbericht ein authentisches Bild von MANN+HUMMEL liefern, fernab von den reinen Produktthemen. In den 90er Jahren hat man noch auf 30 Seiten die Zahlen übermittelt. Inzwischen ist es bekannt und üblich, den Geschäftsbericht für die Imagekommunikation zu nutzen. Wir wollen ein Gefühl vermitteln und beim Leser einen realistischen Eindruck hinterlassen, der idealerweise auch noch positiv ist.

Für mich war es dieses Jahr besonders herausfordernd, weil ich mit dem Geschäftsbericht Neuland betrat. Als Mann im Corporate Marketing und Design bin ich maßgeblich für den Geschäftsbericht verantwortlich. Ich musste mich also erstmal durch Berge an Informationen „kämpfen“ und  herausfinden, woher ich den ganzen Input überhaupt bekomme. Das Tolle ist, dass man hier eigentlich immer hilfsbereite Ansprechpartner hat.

Beim Layout achten wir darauf, dass es zum Leitthema passt. Grundsätzlich verbinden wir mit den Thema Filtration etwas Offenes, Helles, Klares – deshalb strahlt der diesjährige Geschäftsbericht in Weiß. Um die aufwendig recherchierten und aufbereiteten Inhalte auch crossmedial zu nutzen, haben wir zusätzlich zur Druckversion erstmals eine Microsite programmiert. Damit versuchen wir, den verschiedenen Zielgruppen verschiedene Zugänge anzubieten. Die Microsite ist im selben „look&feel“ wie die Druckversion. Mit wenigen Mausklicks kann man sich dort bequem informieren.

Vor allem außerhalb unserer Branche können wir unsere Bekanntheit noch steigern. Wir wollen im Geschäftsbericht sofort zeigen: Wir wissen, wovon wir sprechen, sind global aufgestellt, sind eine echte Größe. Das wollen wir auch über die Bildwelten transportieren – was uns meiner Meinung nach gelungen ist. Für den nächsten Bericht wollen wir früher anfangen: nämlich jetzt gleich. Nach dem Bericht ist vor dem Bericht, eine große Verschnaufpause gibt´s da nicht.