Ende letzten Jahres hatten wir in Speyer ein ganz besonderes Highlight zu feiern: Der MANN+HUMMEL Standort bildet seit 50 Jahren junge Menschen aus. Ich durfte an den Feierlichkeiten teilnehmen und konnte mich mit verschiedenen „Zeitzeugen“ unterhalten. Meine Eindrücke von diesem Tag möchte ich Ihnen heute schildern.

Ein kurzer Rückblick – Wie wurde MANN+HUMMEL Speyer zum Ausbildungsbetrieb?

Unser Werk in Speyer wurde 1952 als hundertprozentige Tochtergesellschaft von MANN+HUMMEL mit dem Namen FILAP (Filter- und Apparatebau) gegründet.

Allerdings war die Arbeitnehmerlandschaft Deutschlands in der Nachkriegszeit von einem starken Fachkräftemangel geprägt. Zusätzlich war MANN+HUMMEL (bzw. FILAP) in Speyer kein bekannter Name, was zu zusätzlichen Problemen bei der Beschaffung von Arbeitskräften führte. Für Gerd Kappus, der 1962 zur FILAP kam und damals technischer Leiter war, war die Lösung somit klar: Man musste mit der Ausbildung eigener Fachkräfte beginnen.

Gesagt, getan: Weil die Auftragslage zu diesen Zeiten sehr gut war, konnte bereits 1964 der erste Ausbildungsjahrgang bei der FILAP in Speyer starten. Vier junge Männer begannen damals mit einer Ausbildung zum Werkzeugmacher.

Eine lebenslange Treue zu MANN+HUMMEL

Einer dieser Vier war Theo Fahrnbach. Der damals 14-jährige hat MANN+HUMMEL während seiner gesamten beruflichen Laufbahn die Treue gehalten und ist erst kürzlich – kurz vor seiner fünfzigjährigen Firmenzugehörigkeit – in die wohlverdiente Rente gegangen. Er denkt gerne zurück an seine Ausbildung. Angesprochen auf die typischen „Azubi-Streiche“ meint er zwar, dass er sich daran nach 50 Jahren nicht mehr erinnern könne, und erklärt im Brustton der Überzeugung, dass Anfang der 60er Jahre die Auszubildenden noch brav gewesen seien und Respekt vor den Vorgesetzten gehabt hätten. Streiche – so etwas habe man zu dieser Zeit nicht gemacht. Doch schob er, mit einem spitzbübischen Zwinkern im Auge, nach, dass man die Geschichten von früher besser für sich behalten wolle. 😉

Was mich persönlich sehr überrascht hat, war die Höhe des ersten Ausbildungsgehalts: „57 Deutsche Mark haben wir damals verdient“, erzählt er. „Das war viel Geld für uns.“ Wer kann sich das heute noch vorstellen?

Ausbildung bei MANN+HUMMEL Speyer – ein Zeichen für Qualität

Von Anfang an war die Qualität der Ausbildung sehr hoch: „Ich selbst genoss eine sehr gute Ausbildung – was natürlich in hohen Ansprüchen resultierte. Wir wollten den jungen Menschen hier eine hervorragende Ausbildung bieten“, erklärt Gerd Kappus.

Und das schien ihnen auch gelungen zu sein, herrschte doch im Prüfungsausschuss der Tenor „der kommt von MANN+HUMMEL, da muss man nicht nachmessen“, wie Manfred Wolf, Geschäftsführer des Bereichs Automobil und Industrie der MANN+HUMMEL Gruppe, in seiner Rede verkündete.

Wie „cool“ die Ausbildung bei MANN+HUMMEL ist, betonte auch der erste Ausbildungsleiter Gerhard Carl stolz:  Die neue CNC-Maschine in der Berufsschule, so erzählt er, hätten sich die Lehrer nämlich erst einmal von unseren Azubis erklären lassen müssen.

Und die Qualität unserer Ausbildung überzeugt noch immer: viele unserer Führungskräfte – darunter Markus Scheerle, der Werksleiter von MANN+HUMMEL Speyer – begannen ihren beruflichen Werdegang mit einer Ausbildung bei MANN+HUMMEL.

Ein Gewinn für alle Seiten

Eigene Fachkräfte auszubilden, ihnen all das Wissen zu vermitteln, das man selbst über die Jahre gesammelt hat, und sie so „großzuziehen“, dass sie die Zukunft des Unternehmens sichern können – das ist das Ziel einer erfolgreichen Ausbildung.

Doch Auszubilden ist gleichzeitig eine hohe Verantwortung. „In der Ausbildung liegt die Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben. Eine gute Ausbildung führt dazu, dass einem viele Türen offen stehen“, erklärt  Markus Scheerle, der Werksleiter von MANN+HUMMEL Speyer.

Auch die Wirtschaft profitiert demzufolge von dualen Ausbildungssystem: „Meiner Meinung nach ist viel von unserem wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland auf die gute Ausbildung zurückzuführen.“

„Der Kontakt mit jungen Menschen ist auch für die Ausbilder ein Gewinn“, betont Manfred Wolf – und der derzeitige Ausbilder Gerd Gödelmann nickt zustimmend. „Viele Menschen meiner Generation können bestimmt nicht so viel mit Begriffen wie „chillen“ oder „abhängen“ anfangen.“

Würdigungen

Im Anschluss an die Reden würdigte Markus Scheerle die Menschen, die zum Erfolg der Ausbildung bei MANN+HUMMEL Speyer beigetragen haben:

Kappus_und_Scheerle

 

Gerd Kappus, ein Werkleiter, der die Namen aller Mitarbeiter kannte, und der Begründer der Ausbildung bei MANN+HUMMEL in Speyer (damals FILAP).

 

 

 

 

Gerhard Carl, der erste Ausbildungsleiter bei der FILAP.

Theo Fahrnbach, ein Auszubildenden des ersten Jahrgangs, der MANN+HUMMEL über sein gesamtes Berufsleben hinweg treu blieb.

Gerd Gödelmann, der bis Ende 2014 Ausbildungsleiter war und sich stets mit offenem Ohr, Herz und Seele für seine „Jungs“ einsetzte.

Thomas Staiger, der neue Ausbildungsleiter, der die Tradition fortführen und die Auszubildenden in Speyer weiterhin mit allen Mitteln fördern – und fordern – wird.

Nach der Würdigung haben die aktuellen Auszubildenden eine selbst produzierte Münze mit dem Speyrer Dom an alle Gäste verteilt, um an dieses wunderbare Ereignis zu erinnern.

MANN+HUMMEL – eine Großfamilie

Goedelmann_und_Scheerle

„Wir bei MANN+HUMMEL sind wie eine große Familie“, erklärt Gerd Gödelmann. „Wenn man so will, kann man den Ausbildungsleiter als „Vaterfigur“ im Betrieb ansehen – wir sind die ersten Ansprechpartner bei betrieblichen Themen, aber auch bei vielen persönlichen Problemen, denn wir haben immer ein offenes Ohr für die Auszubildenden. Und dieser Austausch ist wichtig: Wir investieren alles in die Ausbildung von Nachwuchskräften – und erwarten im Gegenzug natürlich 100% von ihnen.“

Und das soll auch für die nächsten 50 Jahre so weitergehen!

Zum Abschluss bleibt nur dem zuzustimmen, was Markus Scheerle zum Abschluss seiner Rede zusammenfasste: „Wir können alle stolz darauf sein, was hier geleistet wurde.“ Oder, um noch einmal Manfred Wolf zu zitieren: „Läuft bei uns.“ 😉