Baggerfahrer, Bauarbeiter, Astronaut – Kinder kennen ihren Traumberuf. Mit dem Heranwachsen entwickelt sich jedoch so mancher Traumjob zum Alptraum, aber welcher Beruf ist der „Richtige“? Die Suche beginnt oft zu spät, die Bandbreite an Möglichkeiten erschlägt den Schulabgänger. Vielleicht ein Studium der Sorabistik, Populärmusik oder des Allgemeinwissens (zwei dieser Studiengänge gibt es wirklich!). Was nur tun?

Arne Bauer ist auf der Suche nach dem perfekten Job

In meinem Abijahr war ich bei der Agentur für Arbeit zur Berufsberatung. Statt mir meinen Traumberuf zu prophezeien, verbrachte meine Beraterin jedoch die volle Stunde damit, mir ihren Zick-Zack-Werdegang bei der Agentur zu schildern. Was sie mir damit sagen wollte: Die Angst im falschen Job zu landen ist überflüssig, es gibt kein fixes Ziel, sondern eine Vielzahl an Wegen. Böse Zungen behaupten, ein Jahr nach dem Studium habe man eh alles wieder vergessen und am Arbeitsplatz beginne man sowieso wieder bei null.

Das Studium nur Zeitverschwendung?

Ganz so drastisch würde ich es nicht ausdrücken, doch was sicherlich stimmt ist, dass man seine persönlichen Fähigkeiten nicht nur in einer bestimmten, sondern in vielen verschiedenen Positionen sinnvoll und zur eigenen Zufriedenheit einbringen kann.

Als „rasender Reporter“ für den MANN+HUMMEL Blog begleite ich Mitarbeiter in verschiedenen Werken – einige Beiträge sind bereits auf dem Blog erschienen, weitere folgen im Laufe der nächsten Wochen. Vom Werkleiter bis zum Pförtner haben mir Mitarbeiter in verschiedensten Positionen ihren Beruf präsentiert. Keiner erzählte mir: „Das war schon immer mein Traumberuf.“ Nichtsdestotrotz gehen die meisten ihren Aufgaben mit Leidenschaft nach und sind ihrer Meinung nach genau am richtigen Platz.

Arne Bauer 2.1

Das Zauberwort im Job lautet: Abwechslung

Die Eindrücke meiner Blogreise im Gepäck, habe ich mir Gedanken über den Schlüssel zum Glück in der Berufswelt gemacht und bin zum Schluss gekommen, das Zauberwort lautet Abwechslung. Die gute Nachricht für alle: Abwechslung ist „personalisierbar“ und offenbart sich häufig im Kleinen.

Sabrina Rischer fährt leidenschaftlich Stapler in Marklkofen. Abwechslung heißt für sie, dass sich ihr Zielort ständig neu ergibt. „Mal ruft der an, mal musst da hin“, sagte sie mir in bayrischem Akzent. Beim Produktionsbereichsverantwortlichen Daniel Sassman ist es der Spagat zwischen Produktion und Management, der ihm „großen Spaß“ macht. „Man sieht selten das gleiche nochmal“ ist Thomas Siebers Definition von Abwechslung und der Grund dafür, warum er nach 15 Jahren nach wie vor gerne Betriebsingenieur ist.

Peter Grabow ist bei MANN+HUMMEL in Speyer Pförtner und bringt die Leute gerne zum Lachen. Als Pförtner müsse man mehrere Sachen gleichzeitig machen können, ohne etwas zu vergessen. „Es ist ein vielseitiger Job und wird nicht langweilig.“ Ursula Fritz ist auf dem Papier Ausbildungsleiterin, im Alltag fungiert sie in Ludwigsburg als Reiseleiterin, Lehrerin und Organisatorin. Eine gewissermaßen detektivische Tätigkeit übt Andreas Fischer aus. Als Produktprogrammmanager scannt er den Markt immerzu nach neuen Filtern. An seinem Job reizt ihn „die Diversifikation“, sagt Fischer: „Es kann nicht langweilig werden.“

Abwechslung im Job offenbart sich für jeden anders

Die Beispiele zeigen, Abwechslung bedeutet im praktischen Arbeitsalltag zwar für jeden etwas anderes, ist aber für viele gleichermaßen der Schlüssel zum glücklichen Beruf. Sollte es also „der abwechslungsreiche“ statt „der richtige“ Beruf heißen? Auf jeden Fall liegt Abwechslung im Auge des Betrachters. Es gilt wohl das Credo des bekannten biblischen Sprichworts: „Sucht, so werdet ihr finden.“ Eine erfolgreiche Suche nach dem „abwechslungsreichen“ Job setzt sich wahrscheinlich wie so oft aus einer gesunden Mischung aus Geduld, Mut und ein bisschen Glück zusammen.