Andrew Glynn mit HummeliIch würde mich schon als „early adopter“ bezeichnen. Neue Technik probiere ich gerne aus. Und als damals das iPad 2 auf den Markt kam, habe ich mir gleich eines angeschafft und war begeistert. Zu dieser Zeit war Apple vor allem im Bereich Tablet-Computer ja auch das Nonplusultra. Als ich mich dann näher mit dem Gerät beschäftigt habe, dachte ich mir: das könnten wir doch auch in unserem Marketingbereich stilvoll einsetzen.

Die App als Leitfaden

Zum Beispiel bei Messen: Nicht nur Kataloge und Flyer als etablierte Werkzeuge nutzen, sondern ein zeitgemäßes Medium – interaktiv zu benutzen und zu bedienen, das dem Standpersonal beim Messeeinsatz auch als Leitfaden dient – gerne auf Knopfdruck auch neben Deutsch in den Sprachen Englisch und Chinesisch. Oder dem Vertrieb bei seinen Präsentationen. Und das Image der Marke Apple, damals (und auch heute noch) wie gesagt Benchmark in vielen Bereichen. Und das passt hervorragend zu uns – schließlich sind auch wir führend in unseren Geschäftsfeldern. Trotzdem hatten wir uns auch mit Android als Plattform beschäftigt, haben es aber vorerst zurückgestellt auf beiden System parallel präsent zu sein.

MANN+HUMMEL Industrial App

Nach einer ausführlichen Phase der Ideenfindung haben wir die App gemeinsam mit einer Agentur umgesetzt. Danach folgte der interne Test: Kollegen aus verschiedenen Bereichen haben die App auf Herz und Nieren geprüft. Der Andrang war groß, wir mussten sogar mit Wartelisten für die iPads arbeiten – und das Feedback und die Anmerkungen zu der App waren wirklich hilfreich.

Röntgenfunktion zeigt das Innere eines Produkts

Die Struktur der App ist linear aufgebaut mit vielen Verästelungen an Stellen, an denen es Sinn macht. Die App beginnt mit einem allgemeinen Teil, der das Unternehmen, die Umsatzzahlen und die Geschäftsfelder vorstellt und geht dann in die Tiefe zu den Industrieapplikationen und den Produkten. Das ist sozusagen der Spannungsbogen. Auch unsere MANN-FILTER haben einen eigenen Platz bekommen, der sich spielerisch erkunden lässt.

Industrial App

Die Highlights der App sind sicherlich der Produktfinder, der Produktvergleich sowie die Röntgenfunktion. Den Vergleich und die Röntgenfunktion gibt es derzeit zwar nur für zwei Produkte, das soll aber sukzessive ausgebaut und erweitert werden. Durch das Röntgen zeigen wir die Innenansicht eines Produktes, indem der User einen Balken über das Bild verschiebt. Und zu interessanten Stellen gibt es dann auch noch Detailinformationen. Mit dem Produktvergleich, der aktuell nur auf unseren Industriefilter Messeständen zu testen ist, können verschiedene Produkte nebeneinandergestellt und Features interaktiv verglichen werden. Der User kann zum Beispiel den ENTARON XD und den IQORON-V auswählen, Sekundärelemente und Volumenstrom einstellen und sieht dann gleich, wie sich simultan die Funktionsdaten unterscheiden. Das ist dann natürlich auch ein tolles Argument im Gespräch auf der Messe.

Ich war natürlich Feuer und Flamme, Ideengeber für das Projekt zu sein. Dass ich in meinem Berufsleben mal eine App aufbauen und ins Leben rufen würde, hätte ich nie gedacht. Umso stolzer bin ich auf das Ergebnis: Ich finde, wir haben die Möglichkeiten einer App sehr gut ausgenutzt. Manchmal zeige ich die Funktionen auch im Bekanntenkreis und auch dort ernte ich nur positive Rückmeldungen. Jeder, der Zugang zu einem iPad hat ist eingeladen, sich die App im Apple App Store herunterzuladen und sich ein eigenes Bild von der Funktionalität und dem Informationsgehalt zu machen.