In meiner Blogserie „Was macht eigentlich …?“ stelle ich (Arne Bauer) Berufsbilder bei MANN+HUMMEL vor. Als „rasender Reporter“ schaue ich den Mitarbeitern an den deutschen Standorten über die Schulter. Im Süden Thüringens begleitete ich Mike Lewandowksi, der als Einrichter bei MANN+HUMMEL in Sonneberg arbeitet und sich außerdem im Betriebsrat engagiert.

Mike Lewandowski beim Einrichten

Was macht eigentlich ein Einrichter in Sonneberg?

Im MANN+HUMMEL Werk in Sonneberg stehen alte und neue Maschinen, kleine und große Maschinen, halb- und vollautomatische Maschinen. Einrichter Mike Lewandowski kennt sie alle. „Das ist schon eine Herausforderung, der Spagat ist recht groß“, meint er. Je nach Produkt und Anforderungen hat jede Maschine wiederum mehrere Einstellungsmöglichkeiten. „Wir besuchten und besuchen regelmäßig Lehrgänge, man muss immer am Ball bleiben“, beschreibt Lewandowski. Teils sichern auch internationale Besuche den globalen Wissensaustausch mit den Kollegen.

Unser Einrichter Mike Lewandowski

Als Schichtführer koordiniert Lewandowski in  beiden Produktionssegmenten sechs Einrichter. „Umrüsten“ bedeutet für den Einrichter, dass er eine Maschine mit einem neuen Werkzeug ausstattet – zum Beispiel, wenn auf der Maschine ein anderes Produkt als zuvor gefertigt werden soll. Im Rüstplan sind alle Umrüstvorgänge eines Tages geplant – selbst bleibt dem Schichtführer zum Umrüsten aber kaum noch Zeit. Er spielt in beiden Segmenten die Feuerwehr, falls an einer der Spritzgieß-, und Schweißmaschinen  ein Problem auftritt. „Es gibt Tage, an denen das Telefon nicht stillsteht.“

Egal in welcher Schicht – Lewandowski arbeitet immer im selben Team. „Man muss sich auf seine Kollegen verlassen können und wissen, wer was kann“, erklärt er. Vor allem bei großen Maschinen besteht die Gefahr, dass ein kleiner Defekt ganze Produktionsketten lahm legt. Dementsprechend schnell müssen Probleme behoben werden. Zum Umrüsten gehört auch, das erste produzierte Teil zu prüfen. Dafür sägen Lewandowski und seine Kollegen beispielsweise ein Saugrohr auf und schauen sich die Schweißnähte ganz genau an. Der Einrichter weiß: „Wir tragen Verantwortung für die Qualität der Produkte.“

Die Werkzeuge sind das Herzstück der Maschinen – je nach Produkt kommen verschiedene der tonnenschweren Stahlwürfel zum Einsatz. Das Entfernen eines großen Werkzeugs mithilfe des 10-Tonnen Hallenkrans kann bis zu einer Stunde dauern. Trotz der Masse der Kolosse kommt es am Ende auf den Millimeter an: Jede Abweichung kann am Produkt zu unerwünschten Folgen führen. Die Einrichter programmieren die Maschine über ein Softwarepanel, das Einrüsten der Werkzeuge geschieht aber noch unter Einsatz ihrer Muskelkraft. „Das Programmieren der Maschinen geschieht nach den Verarbeitungsrichtlinien, Erfahrungswerte sind aber immer wieder hilfreich“, beschreibt Lewandowski.

Interesse an Maschinen als Basis

In Berlin lernte er den Beruf des Industriemechanikers. 2001 zog es Lewandowski nach Sonneberg, dort begann er nach einer kurzen Phase in der Produktion bei MANN+HUMMEL  als Einrichter. „Man muss Interesse an den Maschinen haben“, weiß er. Seit über fünf Jahren ist er nun Schichtführer und setzt sich auch als Betriebsrat für seine Kollegen ein. „Ich will etwas bewegen, meine Kollegen über bestimmte Themen informieren und sensibilisieren“, sagt er. Die Zusammenarbeit sei für ihn im Alltag das Salz in der Suppe: „Ich mache meinen Beruf gerne.“

Mike Lewandowski beim Einrichten