Fast jeden Tag erfahren wir aus den Medien, welch katastrophale Auswirkungen Luftverschmutzung auf unsere Gesundheit hat. Dabei geht es meistens um verschmutzte Außenluft. Tatsächlich jedoch verbringen die meisten von uns 90 % ihrer Zeit in überdachten Räumen. Gerade Luftverschmutzung im Innenbereich ist oft besonders gefährlich und kann gravierende Folgen haben. Dies gilt auch fürs Büro, wo schlechte Raumluft vermehrt zu Gesundheitsrisiken für Angestellte und damit zu krankheitsbedingten Ausfällen führt. Die Konsequenz für das Unternehmen: eine geringere Produktivität. Davon abgesehen wirkt sich eine ungünstige Arbeitsumgebung auch negativ auf die Anziehungskraft des Unternehmens für vielversprechende Nachwuchskräfte aus. Kunden achten bei ihrer Entscheidung für oder gegen einen Geschäftspartner immer häufiger auf gesundheitliche Aspekte.

Aus den genannten Gründen sollte es im Interesse jedes Unternehmens liegen, seine Räumlichkeiten sauber und gesundheitsverträglich zu gestalten. Doch wie kann man die Luftqualität im Büro beeinflussen? Mit dem Internet der Dinge! Das „Internet of Things“, kurz IoT, hilft Gebäudeeigentümern und -nutzern dabei, die Raumluftqualität zu messen, zu verbessern und zu steuern. Aus der Kombination des IoT mit profundem Know-how über Raumlufttechnologien ergeben sich intelligente Lösungen, die zu besserer Luft beitragen können.

Mit IoT-gestützten Raumluftlösungen können Innenräume virtuell verwaltet werden, vergleichbar digitalen Ressourcen. So lässt sich die Luftqualität einfacher, präziser und in Echtzeit messen. Dies wiederum ermöglicht A/B-Tests und Big-Data-Analysen. Auf dieser Grundlage können Nutzer bestimmen, welche Lösungen bessere Ergebnisse erzielen und wie sie zur Verbesserung der Luftqualität eingesetzt werden können.

Lösungen, die sich bewährt haben, lassen sich auch für größere Anwendungsbereiche skalieren – genau wie in der digitalen Welt. Auf Backend-Plattformen laufen digitale „Doppelgänger“ der Lösungen und liefern Echtzeitdaten zu den Betriebs- und Raumbedingungen. In der Konsequenz sind Gebäudeverwalter nicht mehr ortsgebunden. Vielmehr können sie mit dem IoT die Raumluftqualität an verschiedenen Orten rings um den Erdball bequem vom Schreibtisch aus kontrollieren und steuern.

digitalen Technologien bei MANN+HUMMEL

Der Filterexperte MANN+HUMMEL hat erkannt, dass in dieser schnell wachsenden Domäne ein hoher Nachholbedarf bei technischem Know-how besteht. Immer mehr traditionsreiche Industrieunternehmen setzen auf ihr branchenspezifisches Expertenwissen, investieren in digitale Technik und wagen sich ans IoT heran. Für Hersteller von Industriegütern stellt dies eine große Herausforderung dar. Elektronik, Plattformen, Apps, APIs, Datenanalyse – für viele Unternehmen ist dies eine völlig unbekannte Welt, in der sie sich gänzlich neu orientieren müssen.

Auf dem Markt erhältliche intelligente Lösungen scheinen hauptsächlich auf Endnutzer zugeschnitten. Dabei erleichtern sie auch Herstellern den Zugriff auf Daten aus der realen Welt. Filterhersteller können mithilfe derartiger Lösungen genauestens ermitteln, wie effektiv ihre Filterprodukte in ihrer jeweiligen Betriebsumgebung tatsächlich sind, und müssen sich nicht mehr nur auf Tests unter normierten Laborbedingungen verlassen. In der Forschung und Entwicklung tätige Organisationen können so ihre Produkte stetig verbessern. Außerdem wird dadurch die Anpassung von Lösungen an konkrete geografische Bedingungen oder besondere Anwendungsbereiche möglich.

digitalen Technologien

Was passiert, wenn ein Industrieunternehmen seine traditionellen Kernkompetenzen nutzt, diese mit digitalen Technologien kombiniert und gleichzeitig eine große Herausforderung wie Luftverschmutzung angeht, lässt sich am Beispiel MANN+HUMMEL beobachten. Der Filterexperte hat seine intelligenten und vernetzten Raumluftlösungen an die neuesten Erfordernisse angepasst und kann nun die Luftqualität in seinen Büros an über 80 Standorten in aller Welt besser steuern. Davon profitieren die mehr als 20.000 Mitarbeiter.

Mit Geräten und Plattformen zur Messung der Luftqualität werden Innen- und Außenluft kontinuierlich auf Schadstoffe überprüft. Auf diese Weise entsteht ein detailliertes Bild der Luftqualität im Innen- und Außenbereich der Standorte. Eine App und ein verlinktes Webportal liefern aktuelle Berichte zur Luftverschmutzung im Gebäude und in dessen Umgebung und schlagen Lösungen vor, mit denen sich die Gesundheit der Gebäudenutzer besser schützen lässt. Bei „dicker Luft“ nehmen leistungsstarke HLK-Filter und Raumluftreinigungssysteme die Arbeit auf: Sie filtern Schmutzpartikel, Allergene, flüchtige organische Verbindungen und Feinstaub heraus.

Das Internet der Dinge ist keineswegs nur eine Modeerscheinung

Von Büroräumen abgesehen finden intelligente Luftqualitätslösungen auch in anderen Bereichen eine sinnvolle Anwendung. Im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg stellt MANN+HUMMEL solche intelligenten Lösungen für öffentliche Einrichtungen wie Rathaus, Schulen und Kindergärten bereit. IT-Fachleute und Entwickler können damit wichtige Daten erfassen und analysieren. Dieser Anwendung ging ein intensiver Austausch zwischen den IT-Experten des Unternehmens und der Stadtverwaltung einerseits und den Gebäudeverwaltern andererseits voraus.

Das Internet der Dinge ist keineswegs nur eine Modeerscheinung. Vielmehr bringt es für zahlreiche Branchen umwälzende Veränderungen mit sich, auf die sich Unternehmen rasch einstellen müssen. Dies setzt die Bereitschaft voraus, Unwägbarkeiten und höhere Risiken in Kauf zu nehmen. Angesichts des exponentiellen Voranschreitens der technischen Entwicklung sind neue Arbeitsweisen und mehr Aufgeschlossenheit gegenüber innovativen, offenen Partnerschaften gefragt.