MANN+HUMMEL Ludwigsburg öffnet gerne seine Pforten für Schüler – und das schon seit vielen Jahren. Gemeint sind Bildungspartnerschaften, eine Kooperation zwischen unserem Unternehmen und ortsansässigen Schulen. Sinn und Zweck ist dabei aber nicht nur junge Menschen auf uns aufmerksam zu machen, sondern vor allem ihnen früh die Möglichkeit zu geben, Einblicke in ein Unternehmen zu gewinnen. Außerdem können sie damit in der Schule erlernte Theorien haut- und praxisnah miterleben.

Solche Schulkooperationen fordern natürlich von beiden Seiten viel Zeit und Engagement, doch das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Wir arbeiten dabei mit vier Schulen und mit denen passiert bei uns im Rahmen der Bildungspartnerschaften ganz schön viel im Laufe eines Schuljahres.

Welche Schulen sind beteiligt?

In der kaufmännischen Erich-Bracher-Berufsschule sind wir jedes Schuljahr „Pate“ des Berufskollegs Übungsfirma „New Dimension“. Die Schüler führen während ihrer Ausbildung eigenständig eine Übungsfirma und verkaufen virtuell MANN-FILTER Produkte an andere Übungsfirmen. Außerdem referieren unsere Kollegen regelmäßig an der Schule zu Themen wie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Für Schulungen und Werksbesichtigungen heißen wir die Schüler natürlich auch gerne hier im Unternehmen willkommen.

Schüler in der Lehrwerkstatt

Mit dem Goethe-Gymnasium verbinden wir das Schöne mit dem Nützlichen. Neben Werksführungen kooperieren die Lehrkräfte mit unseren Referenten. Mit besonderen Unterrichtsstunden, wie zum Beispiel mit Markus Hanselmann (Marketing) zum Thema Globalisierung, eröffnet sich für die Schülern dabei die Chance, theoretische Prozesse direkt am Produkt (z.B. an unserem Ford Filter) nachvollziehen zu können. Im Gegenzug unterstützt uns der Musikzug des Gymnasiums mit seinen Orchestern und Bands immer wieder bei Firmenfeiern und kann so natürlich selbst noch wertvolle Auftrittserfahrungen sammeln.

Eine weitere Schule, mit der wir kooperieren, ist die Eberhard-Ludwig-Förderschule in Eglosheim. Ihre Schüler sind immer herzlich dazu eingeladen, bei uns ein Praktikum zu absolvieren.

Schüler an einer Maschine in der Lehrwerkstatt

Ein Schuljahr mit der Gottlieb-Daimler-Realschule

Eine besonders intensive Bildungspartnerschaft verbindet uns mit der Gottlieb-Daimler-Realschule. Für die Schüler von Klasse 6 bis 9 bieten wir jedes Jahr spannende Workshops und Programme, bei denen sie tiefe Einblicke in ein Unternehmen gewinnen und Schulstoff vertiefen können. Das ist aber nicht nur eine tolle Sache für die Schüler, sondern auch für die Azubis bei uns in der Lehrwerkstatt. Die werden nämlich als Multiplikatoren eingesetzt und unterweisen die Schüler. Dadurch lernen sie selbst viel intensiver und es findet ein beiderseitiger Austausch statt.

Die 6. Klasse der Realschule kommt einmal jährlich, um sich ein ganz bestimmtes Zertifikat abzuholen: den Bohrerführerschein. Dafür dürfen die Schüler nämlich an die großen Maschinen in der Lehrwerkstatt ran. Natürlich haben sie das Bohren vorher fleißig im Werkunterricht geübt, doch für die letzten Feinschliffe und den geübten Griff steht Ausbildungsleiter Armin Holzinger stets zur Seite.

Zertifikat eines Bohrerführerscheins

Eine Einführung ins Thema Kunststoffverarbeitung und einen ganz exklusiven Blick ins Technikum auf eine Spritzgießmaschine bot eine unserer Kunststoffexperten, Frau Dr. Spennemann, der 7. Klasse des Technikzugs im Rahmen eines Workshops. Zum Schluss durften die Schüler noch selber in der Lehrwerkstatt arbeiten und mit den Azubis im 1. Lehrjahr einen Bilderrahmen aus durchsichtigem Kunststoff fertigen.

Schüler beobachten die Planung

Für die 8. Klasse hieß es Fräsen, Drehen und ein bisschen Handbearbeitung. Auf dem Lehrplan stehen für sie die Grundlagen der Metallverarbeitung. Damit das Lernen so richtig Spaß macht, denken sich die Ausbildungsleiter und Azubis immer etwas Neues und ganz Besonderes aus. Dieses Jahr bauten die Schüler eine Taschenlampe, die sie natürlich mit nach Hause nehmen konnten.

Azubi zeigt Schülern den Vorgang

Einblicke in den Berufsalltag

Über die Dauer eines halben Schuljahres findet bei uns seit 2008 außerdem das Jugendbegleiterprogramm statt. Dabei kommen jeden Mittwochnachmittag ungefähr 20 Schüler der 9. Klasse der Realschule ins Unternehmen. Das Thema heißt hierfür „Ein Unternehmen kennenlernen und erleben“. Anhand eines Produkts, das sie dabei selber herstellen, lernen die Schüler alle Bereiche und Prozesse eines Unternehmens kennen. Pensionäre der verschiedensten Fachbereiche begleiten, unterstützen und kümmern sich dabei um sie.

Was wir mit dem Programm bezwecken wollen, ist den Schülern beim Thema Berufsfindung so gut es geht zur Seite zu stehen. Das ist schon so schwer genug, die Möglichkeiten Erfahrungen zu sammeln gering. Mit unserem Programm erschließt sich für die Schüler viel. Auf der einen Seite die ganzen technischen Berufe, auf der anderen natürlich auch, wie ein Unternehmen tickt und was man als Mitarbeiter eigentlich „mitbringen“ sollte. Wir wenden uns mit dem Programm an alle: die Unentschlossenen, die, die eine Ausbildung machen wollen, oder die, die Fachabitur und Studium im Sinn haben.

selbstgemachte Uhr

Im Grunde ist das Jugendbegleiterprogramm für alle Beteiligten eine absolute win-win-Situation. Für die Jugendlichen ist es unglaublich wertvoll, auf so persönlicher Ebene zu lernen und gleichzeitig jemanden zu haben, der sich ganz individuell kümmert. Vieles nimmt man dabei völlig unterbewusst auf und das hat nicht immer nur mit dem beruflichen Weg zu tun. Und auch die Jugendbegleiter können sich noch das Ein oder Andere von der Enkelgeneration abgucken.

Es ist immer wieder toll zu beobachten…

…wie hochkonzentriert die Kinder- und Jugendlichen bei diesen besonderen Programmen arbeiten, findet Ausbildungsleiterin Ursula Fritz. Vor allem, wie stolz sie am Ende sind, etwas selbst gemacht zu haben und vielleicht sogar etwas Eigenes mit nach Hause zu nehmen. Das sind Erfahrungen und Erlebnisse, die bleiben – und zwar für alle Beteiligten.