Mir war während meiner Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik recht schnell klar, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Egal ob im Lager oder im Büro: Man lernt vom Wareneingang, Einkauf, Dispo bis zum Versand alles kennen. Ich habe schnell gemerkt, dass mir die Arbeit im Büro sehr viel Spaß macht. Insofern war es für die spätere Berufswahl wirklich nützlich, dass man in der Ausbildung beide Seiten gesehen hat.

Nadine Weinmann im Lager

Als ausgelernte Fachkraft für Lagerlogistik war ich im Lieferanten-Logistik-Zentrum als Staplerfahrerin tätig. Um mein Ziel zu erreichen – nämlich später eine weiterführende Aufgabe im Büro ausführen zu können – habe ich ein Jahr nach der Ausbildung eine Weiterbildung zur Fachkauffrau für Einkauf und Logistik absolviert (umgangssprachlich ist das der Fachwirt). Man kann den Fachwirt in Vollzeit machen, oder wie ich jeden Samstag. Das hat eineinhalb Jahre gedauert. Fünf Tage unter der Woche arbeiten und Samstag nochmal ran – das ist schon anstrengend. Aber es lohnt sich: zeitgleich zu meiner Weiterbildung durfte ich Schichtleiterin machen und war zusätzlich immer mittwochs als Vertretung im Büro. Das war für mich eine Belohnung und hat mich motiviert, durchzuhalten.

Als Schichtleiter bist du die Person zwischen den Leuten draußen und dem Meister. Du gibst die Aussagen von deinem Meister weiter nach draußen und andersrum. Wenn man noch so jung ist wie ich stellt sich auch die Frage, ob die teils älteren Mitarbeiter dann auf dich hören. Aber da hat´s gar  keine Probleme gegeben. Die Mannschaft im Lager ist echt gut, ein tolles Team.

Nadine Weinmann

Inzwischen bin ich voll und ganz als Sachbearbeiterin im Büro tätig. Als eine meiner Hauptaufgaben buche ich Wareneingänge, bearbeite die Bestellungen der Produktion und überprüfe die Lagerbestände. Wir arbeiten hauptsächlich mit Hilfe der retrograden Verbrauchsermittlung. Das bedeutet, wir bestellen je nach geplanter Fertigungsreihenfolge die dafür benötigen Rohmaterialien für die Produktion. Vier Mal täglich bestellen wir aus den Außenlagern. Dabei muss man immer die Mindestbestände im Blick behalten und falls nötig auffüllen. Das Ganze ist ein Koordinationsspiel zwischen den Lieferanten, den Außenlägern, unserem Lager am Standort Marklkofen und der Produktion.

Mit dem Fachwirt wachsen die Aufgaben

Nach dem Fachwirt könnte man sogar an einer Fachhochschule Logistik studieren. Es besteht auch noch die Möglichkeit, den Betriebswirt zu machen. Bei meiner Weiterbildung haben mich meine Vorgesetzten immer unterstützt, dafür bin ich auch sehr dankbar. Für die zwei Wochen Blockunterricht, die zur Weiterbildung gehörten, habe ich sogar Bildungsurlaub bekommen. Da muss ich ehrlich sagen, da waren wir von MANN+HUMMEL so ziemlich die Einzigen, die das Glück hatten. Eine Garantie, dass dir der Fachwirt „karrieretechnisch“ sofort was bringt, hast du nie. Ob sich eine Weiterbildung lohnt, das muss jeder für sich selber wissen. Aber warum an einem Punkt stehen bleiben, wenn es so tolle Möglichkeiten gibt…!