In meinem letzten Blogbeitrag habe ich Ihnen bereits davon berichtet, dass wir bei MANN+HUMMEL dauerhaft daran arbeiten unsere Prozesse zu verbessern und noch nicht genutzte Potentiale für unser Wachstum einzusetzen. In meinem Fall heißt das, dass wir unser Wissen zum Thema Ver- und Weiterbearbeitung von Kunststoffen mit unseren weltweiten Kollegen teilen und so eine global umsetzbare „Best Practice“ Strategie voranbringen. Heute möchte ich Ihnen anhand eines konkreten Beispiels einige Einblicke in dieses Konzept ermöglichen.

Wissensaustausch als Schlüssel zum Erfolg

Mit Kollegen aus Amerika, Argentinien, Mexiko, Brasilien und Deutschland haben wir uns vor einigen Wochen in Mexiko, genauer gesagt in Querétaro getroffen. Die Stadt liegt auf ca. 1600 Höhenmetern in Zentralmexiko und bietet mit fast 1 Millionen Einwohnern und einer beeindruckenden Architektur eine abwechslungsreiche Kulisse.

Für uns stand während des Besuchs allerdings der Schwerpunkt „Center of Excellence“ (CoE) für Polymer Processing im Fokus. Wir thematisierten und diskutierten über Themen wie Leadership, Best Practices, Collaborative Network, Expert Competences (Train the Trainer Concept) und natürlich sprachen wir auch über Wissensverbreitung und – Erweiterung (Knowledge Share and Increase) – ein Schwerpunkt, der von großer Relevanz ist. Durch den kontinuierlichen Austausch von Wissen entsteht auch ein „lebendes“ globales Netzwerk, das das „Wir-Gefühl“ stärkt und uns weltweite Ansprechpartner zur Verfügung stellt. Der Austausch über unsere Aktivitäten hilft uns außerdem dabei, diese aus einer anderen Perspektive zu sehen und zu reflektieren. Das trägt dazu bei, den Fokus unserer Tätigkeiten stetig zu verbessern.

Um den Nutzen und das Ergebnis solcher Treffen besser einordnen zu können, berücksichtigen wir auch, dass es sich zum Großteil um strategische Meetings handelt. Die Themen und Aufgabenfelder können dabei immer den drei großen Handlungsfeldern Innovation, Support und Improvement (ISI) eines Lead Teams zugeordnet werden. Das ISI-Konzept fokussiert somit die Kernfunktion aller Lead Team Aktivitäten zu gleichen Anteilen im globalen Umfeld. Darüber hinaus bildet es den Inhalt der aktuellen Tätigkeiten ab. Fokussiert und inhaltlich klarer beschrieben wird das ISI-Konzept während des nächsten F2F-Meetings in Ludwigsburg, im Mai 2017 (auf das ich in meinem nächsten Bericht eingehen werde). Grundsätzlich kann jetzt bereits gesagt werden, dass alle Aktivitäten in erster Linie auf unsere Unternehmensziele NMS (Non-Material-Savings) und Operational Excellence ausgerichtet sind.

Spritzgießtraining bei MANN+HUMMEL in Mexiko

Im Anschluss an das Meeting fand unser erstes Training vor Ort in Mexiko statt. Entsprechend groß war das Interesse unserer Kollegen und so fanden sich Teilnehmer aus unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens zusammen. Ob Operations, Maintenance oder Quality und Process Engineering, die praktische Umsetzung theoretischer Ansätze war für zahlreiche MANN+HUMMELer eine tolle Gelegenheit. Da Planung und Durchführung solcher Trainings in meiner Verantwortung liegen, bemühe ich mich immer diese Erfahrung durch eine gesunde Mischung von Theorie und Praxis lehrreich und spannend zu gestalten. Doch was versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff Spritzgießtraining?

Der Kern des Ganzen ist im Wesentlichen die Validierung der Werkzeug-Maschinen-Materialkombination. Die Basis dafür bildet der sich für all unsere Kunststoffprodukte übertragbare und gültige systematische Bemusterungsprozess von Spritzgießwerkzeugen. Die Relevanz dieser Herangehensweise ergibt sich aus der Qualität, die unabhängig vom Produktionsstandort für alle Produkte gegeben sein muss. Aufbauend auf diesem Bewusstsein wird anschließend auch die Systematik selbst vermittelt. Ein Trainingsplan der im ersten Moment sehr einfach klingt, aber viel Vorbereitung und vor allem Flexibilität fordert. Doch wenn man sich offen und respektvoll begegnet, sind auch verschiedene Personenkreise, unterschiedliche Wissensstände und neue Materialien, Werkzeuge und Maschinen kein Problem.

Apropos Maschinen, für das Training in Mexiko standen uns  zwei neue Wittmann Battenfeld Spritzgießmaschinen zur Verfügung, die auf Basis unserer neuen Maschinenspezifikation für unser Werk in Mexiko beschafft wurden was die erfolgreiche Umsetzung der vermittelten Theorie auch praktisch ermöglicht. Unser Core Team Member aus Portage unterstützte mich tatkräftig an den Maschinen und stand ebenfalls für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung. Die umfassende Planung des Trainings und die gelungene Umsetzung wurden von allen Teilnehmern gelobt und ich freute mich über das durchweg positive Feedback der weltweiten Kollegen. Der Trainingsinhalt wird nun von allen als Mehrwert im Rahmen des täglichen Produktionsalltags angesehen.