Es vergeht aktuell kaum ein Tag, an dem wir nicht etwas zum Thema Stickoxide (NOx) lesen. Mit dem Abgasskandal, der beim Volkswagenkonzern seinen medialen Anfang nahm und mittlerweile die gesamte Autoindustrie betrifft, sind Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) in aller Munde. Fest steht, dass zahlreiche Dieselmotoren in Pkw und Lkw deutlich mehr dieser giftigen Gase freisetzen als angegeben, teilweise um mehrere hundert Prozent. Am schmutzigsten sind laut einer Erhebung des Umwelt-Bundesamtes Euro-5-Diesel, die durchschnittlich 906 mg NOx statt der erlaubten 180 mg pro Kilometer in die Luft blasen. Selbst die modernen Euro-6-Diesel kommen noch auf durchschnittlich 507 mg statt der erlaubten 80 mg.

Aktuell haben wir in Deutschland einen Jahresgrenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm je Kubikmeter (µg/m³) Luft. Aus guten Grund: Insbesondere Stickstoffdioxid reizt die Atemwege, beeinträchtigt die Lungenfunktion und kann bei länger anhaltenden, höheren Konzentrationen zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zum Todesfall führen. Nach Angaben des Bundesumweltamtes wurde der Grenzwert an etwa 60 Prozent der verkehrsnahen Messstationen überschritten. Was bislang weniger bekannt ist: In den Autos selbst liegt die Konzentration oft deutlich höher als eine direkt danebenstehende Messstation für die Umgebungsluft anzeigt. Laut einer Untersuchung der Universität Heidelberg setzen sich Fahrzeuginsassen oft Stickoxid-Konzentrationen zwischen 90 µg/m³ in der Stadt, 150 µg/m³ auf der Autobahn und bis zu 300 µg/m³ bei Tunneldurchfahrten aus. Das liegt vor allem daran, dass wir über die Lüftung unseres Autos die Abgase vorausfahrender Fahrzeuge ansaugen, die sich gerade in Tunneln stark konzentrieren. Wenn man überlegt, dass bereits eine dauerhafte Konzentration von 100 µg/m³ häufig zu Erkrankungen der Atemwege führt, ist das keine schöne Vorstellung.

Frecious Plus Innenraumfilter mit Aktivkohlelage zur Gasadsorption

MANN-FILTER Frecious Plus Innenraumfilter mit Aktivkohlelage zur Gasadsorption

Dagegen kann man allerdings schon heute etwas tun. Das diesbezügliche Stichwort lautet: Innenraumfilter. Kurz gesagt: Ist er mit Aktivkohle beschichtet, kann er insbesondere die Konzentration des schädlichen NO2 im Innenraum um mehr als 80 % reduzieren. Wird die Klimaanlage des Pkw im Umluftmodus betrieben, kann dieser Effekt noch verstärkt werden. Wie funktioniert das?

In einen durchschnittlichen Innenraumfilter von MANN+HUMMEL sind je nach Fahrzeugtyp 100 bis 200 Gramm hoch aktivierte Aktivkohle enthalten. Sie bildet dabei ein engmaschiges Porengerüst, dass rund 1.000 Quadratmeter innere Oberfläche pro Gramm Aktivkohle umfasst. Bei 100 Gramm Aktivkohle im Filter ergäbe sich somit eine Gesamtfläche, die mit der Größe von etwa zehn Fußballfeldern vergleichbar ist. Treffen nun Stickoxide auf die Aktivkohle, passiert folgendes: Ein Teil bleibt im Porengerüst hängen, sie werden physikalisch adsorbiert, bleiben also an der Oberfläche haften. Ein weiterer Teil reagiert mit an der Oberfläche adsorbiertem Wasser aus der Umgebungsfeuchte und wird chemisch gebunden. Zudem wird das deutlich giftigere NO2 im Rahmen einer katalytischen Reaktion zu NO reduziert, was einen weiteren positiven Effekt hat. Alles in allem bringt das eine NO2-Verminderung von über 80 % im Vergleich zu einem herkömmlichen Partikelfilter ohne Aktivkohleschicht – bei Mehrkosten um die fünf Euro.

Aktivkohle-Innenraumfilter Service Intervall alle 15.000 km oder jedes Jahr

Aktivkohle-Innenraumfilter Service Intervall alle 15.000 km oder jedes Jahr

Wie gesagt, ein Innenraumfilter löst das eigentliche Problem nicht. Hier sind die Fahrzeughersteller und die Politik gefordert, die bereits an möglichen Lösungsszenarien arbeiten. Was Innenraumfilter aber schon heute können: Sie schützen die Fahrzeuginsassen vor giftigen Gasen. Und dazu zählen nicht nur die aktuell populären Stickoxide, Aktivkohle bindet auch Kohlenwasserstoffe, Schwefeldioxid und Ozon, die ihrerseits ebenfalls nicht gesund sind. Darüber hinaus filtern sie Feinstaub und bei unserer neuesten Filtergeneration FreciousPlus sogar Allergene fast vollständig heraus. Gleichzeitig wird durch die Spezialbeschichtung das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen verhindert.

Sie sehen also: Innenraumfilter sind vielleicht nicht der prominenteste Teil eines Autos, in ihrer Funktion haben sie aber eine wichtige Bedeutung. Normalerweise werden sie bei jeder Inspektion gewechselt, wir empfehlen, das alle 15.000 Kilometer oder einmal im Jahr zu machen. Es lohnt sich – auch oder gerade für Ihre Gesundheit.