MANN+HUMMEL setzt weltweit Standards. Meine Aufgabe ist die Definition und Umsetzung dieser Standards in den Produktionsstandorten. Ich treibe im Unternehmen die Produktionsstrategie voran und stehe deshalb in engem Kontakt mit unseren Werken in aller Welt.

Dr. Thomas Lange-Stalinski erklärt die Wichtigkeit vom Standard

Verschiedene Elemente der Produktionsstrategie

Unsere Produktionsstrategie basiert auf verschiedenen Elementen. Grundlage sind „Lean Prinzipien“, also die Prinzipien der schlanken Produktion. Mit diesem Regelwerk wollen wir sicherstellen, dass Prozesse und Abläufe weltweit vergleichbar sind und den hohen Ansprüchen der Kunden genügen.

Ein weiterer Baustein ist die Aufstellung der einzelnen Werke im Gesamtverbund. Grundsätzlich hat jedes Werk einen klar definierten Aufgabenbereich, damit es im Verbund aller Werke die bestmöglichen Leistungen für den Erfolg von MANN+HUMMEL als Ganzes erbringen kann. Das gibt uns die Möglichkeit, vorhandene Stärken auszubauen und mögliche Schwächen abzufedern und zu beseitigen.

Allgemeinverbindliche Standards bringen Innovation

Um uns und unsere Produkte für die Zukunft fit zu machen, wollen wir als nächstes unsere Produktionstechnologien weiterentwickeln. Aus diesem Grund haben wir sieben Lead Teams aufgesetzt, welche gemeinsam mit den Werken allgemeinverbindliche Standards erarbeiten und umsetzen. Dies hat zwei große Vorteile: Gelingt es uns, einen globalen Maschinenstandard abzustimmen, haben wir eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Maschinenherstellern. Der zweite Vorteil ist die Weiterentwicklung des Produktionsverbunds. Die Gruppe wird dadurch besser. Wenn alle Werke nach gleichen Standards arbeiten, erreichen wir eine Vergleichbarkeit und können die Technologie für die Gruppe weiterentwickeln. Auf dieser Basis können dann Innovationen entstehen: die Technologieteams sollen zukünftig neue Verfahren, neue Softwaretools oder neue Automatisierungslösungen entwickeln.

Den besten Weg zum Standard machen

Ein Standard muss konkret und frei sein

Wir haben weltweit über 50 Standorte und 35 Werke. Ein Standard muss so geschrieben werden, dass er auf dem ganzen Erdball umsetzbar ist. Er muss so konkret sein wie möglich, um den Benefit zu erhalten, den wir uns wünschen, aber so frei sein wie nötig, um ihn lokal anzupassen. Deshalb wirken alle Werke an der Erarbeitung einer neuen Richtlinie mit. Wir sitzen nicht im Elfenbeinturm und verteilen Themen in die Welt, die nicht umsetzbar sind, sondern nutzen die Kompetenz und Erfahrung der Werke. Um die Verfügbarkeit der Maschinen und Anlagen zu steigern, hat MANN+HUMMEL vergangenes Jahr beispielsweise den bestehenden Standard des „Total Productive Maintenance – TPM“ komplett überarbeitet. Erfolgreiche Ansätze aus Brasilien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Tschechien und Südkorea wurden dazu gesammelt und berücksichtigt.

Um neue Standards lokal umzusetzen, haben wir sogenannte Production Training Center etabliert. Das sind Räume in unmittelbarer Nähe der Produktion, in denen standardisiert Trainingsinhalte an die Mitarbeiter vermittelt werden. Das reicht von Qualitätsfragen, über Arbeitssicherheit, bis eben hin zum Erlernen neuer Prozesse.

Bei aller Standardisierung wird weiterhin eine Eigenständigkeit der Werke erwartet. Kontinuierliche Verbesserung betrifft jeden von uns, Optimierungen gehören zur täglichen Arbeit, das müssen die Standorte weiterhin von sich aus leisten.

Unsere Produktionsstrategie ist eine fortlaufende Aufgabe. Es mangelt mir und den Technologieteams nicht an Ideen. In einem der kommenden Blogartikel geben die Teams noch einen etwas detaillierteren Einblick in ihr Aufgabengebiet.