Ein Thema, das viele SchülerInnen schon frühzeitig beschäftigt, wurde auch im Rahmen des MANN+HUMMEL Jugendbegleiterprogrammes angeschnitten: Berufe und Bewerbungen.

Um den SchülerInnen das Thema näher zu bringen, hatte sich Ausbildungsleiterin Ursula Fritz eine Art Workshop-Format ausgedacht. Es gab drei Stationen, die zur beruflichen Orientierung und als Vorbereitung auf zukünftige Bewerbungsgespräche dienten. Dabei konnten die SchülerInnen Vorstellungsgespräche üben, sich einem Mustereinstellungstest unterziehen und den Azubis aus verschiedenen Fachbereichen über die Schulter schauen.

Ausbildung

Um das Wichtigste zusammenzufassen, habe ich mich mit Frau Fritz und Michael Maier, der Ausbildungsleiter am Standort Marklkofen ist, zu einem Interview getroffen:

Welche Ausbildungsmöglichkeiten und dualen Studiengänge werden bei MANN+HUMMEL angeboten?

Fritz: Es gibt bei uns Ausbildungsmöglichkeiten im gewerblichen und technischen Bereich. Und auch die dualen Studiengänge gliedern sich in wirtschaftswissenschaftliche und technische Studienrichtungen. Aber welche Ausbildungsberufe und Studiengänge angeboten werden variiert auch je nach Standort. Die Ausschreibungen zu den verschiedenen Stellen können die BewerberInnen im Bewerbungszeitraum auf unserer Website einsehen.

Haben Sie Tipps, wie sich die SchülerInnen bei der Berufswahl orientieren können?

Fritz: Ich denke Orientierungspraktika sind ganz wichtig. Da ist zum einen das BORS oder BOGY eine gute Möglichkeit, um erste Praxisluft zu schnuppern, aber auch in den Ferien kann man die freie Zeit mal für Praktika nutzen.

Maier: Genau, da kann man zum einen mal in den sozialen, in den technischen und in den kaufmännischen Bereich reinschauen und dann vielleicht in dem Bereich, der einem am meisten zusagt nochmal ein vertiefendes Praktikum machen.

Ausbildung

Wie läuft der Bewerbungsprozess bei MANN+HUMMEL ab?

Maier: Das ist je nach Standort unterschiedlich. Also in Ludwigsburg gibt es einen Einstellungstest, in Marklkofen machen wir das nicht. Da schauen wir dann für die Vorauswahl mehr auf die Noten und der nächste Schritt ist dann ein Bewerbungsgespräch bei uns im Hause, wo wir je nach Stelle auch technische Fragen stellen und so ein bisschen die Fingerfertigkeiten testen.

Welche Erwartungen haben Sie im Allgemeinen an die BewerberInnen?

Fritz: Worauf wir bei technischen Berufen besonders achten, ist dass jemand einfach diesen Spaß an der Technik hat. Eine gewisse Affinität dafür und die Neugier etwas zu entdecken und zu verstehen wie die Dinge funktionieren und das sollte er oder sie auch im Vorfeld durch Freizeitaktivitäten belegen können. Auch freiwilliges Engagement in der Schule oder in Vereinen hinterlässt immer einen guten Eindruck. Bei den kaufmännischen Berufen lege ich viel Wert auf Kommunikationsfähigkeit und Sprachgewandtheit. Und ein angemessenes Verhalten sollte natürlich selbstverständlich sein.

Maier: Also bei den technischen Berufen ist auf alle Fälle auch das logische und analytische Denkvermögen von Bedeutung.

Marklkofen

Was sind für Sie die wichtigsten Kriterien, auf die Sie achten, wenn Sie die Bewerbungsunterlagen durchschauen?

Maier: Ich schaue sehr auf die Beurteilungen im Zeugnis und natürlich auch auf die Noten in den jeweils wichtigen Schwerpunktfächern. Und dann nimmt man eben auch die ganze Aufmachung unter die Lupe: Deckblatt, Lebenslauf, Anschreiben. Das sollte schon individuell sein und vor allem an die richtige Firmenadresse und Ansprechperson adressiert sein. Bei uns gehen auch einfach sehr viele Bewerbungen ein, deswegen sollte das schon auch direkt auf den ersten Blick stimmig sein und hervorstechen.

Fritz: Genau, also die Bewerbungsunterlagen sollten stimmig sein und mit einer gewissen Sorgfalt erstellt. Das ist schon mal der erste wichtige Schritt.

Welche Dos und Don’ts gibt es bei Bewerbungsgesprächen?

Fritz: Das äußere Erscheinungsbild ist für mich schon ausschlaggebend. Zerrissene Hosen, Trainingshose, Kappen und solche Dinge sind ein „No-Go“. Man sollte einfach darauf achten, sich entsprechend zu kleiden. Das heißt nicht, dass man im Anzug erscheinen muss, mit Jeans und Hemd oder Poloshirt ist auch in Ordnung. Aber vor allem der erste Eindruck ist einfach wichtig und dann natürlich im Interview auch eine schlüssige Argumentation.

Maier: Sehr wichtig ist auch, dass Blickkontakt da ist. Da gibt es KandidatInnen, die während des kompletten Gesprächs in die Ecke schauen. Das ist natürlich nicht sehr angenehm. Wenn man in den Raum reingeht einfach ein bisschen lächeln, damit man ein bisschen Motivation zeigt und man erkennen kann, dass die Person die Stelle wirklich will.

Vorstellungsgespräch        Vorstellungsgespräche

Was sind die einprägsamsten Momente, an die Sie sich aus Vorstellungsgesprächen erinnern?

Maier: Wir hatten mal ein Gespräch, bei dem man dem Bewerber wirklich alles aus der Nase ziehen musste. Da kam gar keine Unterhaltung zustande und bei der Frage, warum er den Beruf erlernen will hat er gesagt: „Weil der Opa es gesagt hat.“ Da gibt es mehr solche Geschichten. Oder uns hat auch mal jemand das Zeugnis seiner Schwester mitgeschickt und nicht sein eigenes.

Fritz: Wir hatten aber auch schon positive Überraschungen. Einmal hat jemand z.B. ein selbstgefertigtes Werkstück zum Gespräch mitgebracht und uns dann gezeigt wie er das gemacht hat und wie es funktioniert. Das war sehr beeindruckend und hat uns natürlich auch sehr von seinem technischen Interesse und Geschick überzeugt.

Gibt es noch etwas, das Sie zukünftigen BewerberInnen mit auf den Weg geben möchten?

Fritz: Ich würde sagen auf jeden Fall rechtzeitig bewerben und auf sorgfältige Bewerbungsunterlagen achten. Am besten auch nochmal jemanden vorher die Unterlagen durchlesen lassen, um Fehler zu vermeiden. Und sich auch wirklich gut auf das Interview vorbereiten: Sich nochmal die Inhalte des Berufs anschauen, sich Informationen über die Firma durchlesen und natürlich sollte man auch noch wissen, was man in seiner Bewerbung geschrieben hat.

Maier: Genau. Also auf die Frage „Was macht MANN+HUMMEL?“ sollte jetzt nicht die Antwort „Kaffeefilter“ kommen. Das hatten wir aber auch schon. Eine gute Vorbereitung ist echt das A und O.

Vielen Dank für das Interview!