Langsam aber sicher hält der Winter Einzug ins Ländle. Das merken viele Menschen nicht nur an den kürzer werdenden Tagen, dem stürmischen, grauen Wetter und den eisigen Nächten, sondern auch an der eigenen Stimmung. Das Thermometer bleibt einstellig – und die Laune vieler Menschen passt sich dem frostigen Wetter an.

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Doch woran liegt das?

Stress ist nicht nur eine Gemütswahrnehmung, sondern lässt sich tatsächlich am Hormonspiegel „messen“. Vor allem das fehlende Sonnenlicht schlägt uns sprichwörtlich auf das Gemüt: Der Vitamin D-Mangel führt zu weniger Serotonin im Blut. Doch genau dieses Hormon gibt unserem zentralen Nervensystem das Gefühl der Ruhe und Gelassenheit.
Die Folge: während der Wintermonate scheint man Stress und Müdigkeit gar nicht mehr loszuwerden.

Daher ist es gerade zu dieser Zeit wichtig, einen entsprechenden Ausgleich zur Arbeit in den Tagesablauf zu integrieren. Ideen und Anregungen dazu konnte man sich beim diesjährigen Gesundheitstag von MANN+HUMMEL in Ludwigsburg holen, bei dem das Thema „Stress und Entspannung“ im Zentrum stand.

Das Programm reichte von allgemeinen Informationen zum Thema Gesundheit und Krankheit, Auswirkungen auf den Arbeitsalltag und Wiedereingliederungsmaßnahmen über Infostände, Workshops und Übungen, die den Alltag im Beruf erleichtern und auflockern sollen.

Raus aus dem Kopf – rein ins Gefühl

Einige Ideen haben die Mitarbeiter von MOVEDU mitgebracht. Sie sind zum zweiten Mal auf dem Gesundheitstag von MANN+HUMMEL in Ludwigsburg dabei.
Auch in diesem Jahr haben sie eine Gesundheitsstraße mit verschiedenen Übungen im Gepäck.

Das zentrale Thema ist Abschalten. Dazu gibt es Übungen, auf die man sich so stark konzentrieren muss, dass man die Arbeit für eine Zeit lang vergessen kann.

Gesundheitsstraße_1

Gesundheitsstraße_2

Andere sind so konzipiert, dass man versuchen muss, etwas Bestimmtes zu Spüren – zum Beispiel verschiedene Untergründe, über die man barfuß gehen soll.

„Einfach raus aus dem Kopf – und rein ins Gefühl“, erklärt mir eine Mitarbeiterin.

EnergiebälleGesundheitsstraße (3)

Das Konzentrations-Prinzip wird auch bei anderen Stationen angewendet – zum Beispiel bei den „Energiebällen“.

Hier soll man zwei kleine Bälle jeweils in eine Hand nehmen, gleichzeitig hochwerfen und mit überkreuzten Armen wieder fangen – und das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört!

Finde zu deinem „Inneren Lächeln“

Besonders spannend fand ich den Taiji Qi Gong-Workshop, der im Rahmen der Mitmachaktion „Gedanken & Bewegung“ angeboten wurde.

Einblick Taiji-Qi GongDurch Bewegungsmeditation, Heilgymnastik und Atemübungen sollen dabei Atmung, Konzentration und Bewusstsein in Einklang gebracht werden um die eigene Lebensenergie (das „Qi“) zu stärken. Durch verschiedene Bewegungen findet man dabei innere Ruhe – dies hilft beispielsweise auch gegen Lampenfieber und zur Entspannung. Auch gesundheitlich kann Taiji Qi Gong positive Auswirkungen haben.

Und das erkennen immer mehr Menschen: „Das Interesse für Taiji Qi Gong und ähnliche Übungen steigt spürbar. Die Menschen fangen mehr und mehr an, sich mit ihrem Körper und Gesundheit auseinander zu setzen“, erklärt mir Kursgeber Helmut Berger.

Rundum informiert

Auch die mhplus ist mit einem Stand dabei. Die Mitarbeiter der ehemaligen  Betriebskrankenkasse von MANN+HUMMEL informieren über die Leistungen, die die mhplus bei gleichem Beitrag im Vergleich zu anderen gesetzlichen Krankenkassen anbietet – zum Beispiel im Bereich Homöopathie.

Diese Informationsveranstaltung ist für beide Seiten wichtig – und erfolgreich. Der Mitarbeiter von mhplus erzählt mir, dass letztes Jahr vier Mitarbeiter im Anschluss an den Gesundheitstag zur mhplus gewechselt sind.

Stand mhplus

Den Stress-Kreislauf durchbrechen

Am Stand für Arbeits- und Gesundheitsschutz unterhalte ich mich mit Heike Werner, der leitenden Sicherheitsfachkraft von MANN+HUMMEL in Ludwigsburg. Sie erzählt mir von den Ergebnissen einer Studie: In Stresssituationen können unsere Blutzuckerwerte so stark erhöht sein, dass sie fast den Werten von Diabetes-Erkrankten entsprechen.

Deshalb ist es wichtig, den „Stress-Kreislauf“ zu unterbrechen und Abwechslung in eintönige Arbeitsabläufe zu bringen. Das kann manchmal schon der Gang zu Kopierer oder auf die Toilette sein – oder auch kleine Übungen mit körperlicher Betätigung.

„Uns ist es sehr wichtig, bei unseren Mitarbeiter das Bewusstsein dafür zu wecken, dass sie auch eine Verantwortung für sich selbst haben. In erster Linie ist jeder Einzelne dafür zuständig, sich um die eigene Gesundheit zu bemühen“, erklärt Heike Werner.

In der Ruhe liegt die Kraft

Passend zum Thema Stress und Entspannung erzählt Jürgen Pagel, ein Kooperationspartner der mhplus, in seinem Impulsvortrag,  was der Körper in Stresssituationen alles durchmachen muss – das reicht von erhöhtem Blutdruck bis zu einer starken Verengung der Blutgefäße im Herz.

Anschließend machte er Vorschläge, wie der Stress reduziert werden könnte.
Dazu gehören beispielsweise

  • Reizmanagement – das Abschaffen oder Vermindern von Reizen von außen, die zum Beispiel die Konzentrationsfähigkeit verringern, oder
  • das Belästigungsmanagement – die eigene Einstellung zu einem Thema oder zu bestimmten Vorfällen beeinflusst den Stress, den der Körper wahrnimmt.

Als zentrales Stichwort nennt Jürgen Pagel dazu Perspektivenwechsel – manchmal reicht es schon, Dinge mal von einer anderen Seite zu betrachten: Sie bekommen nicht die Leitung für das neue Großprojekt? – Genießen Sie die Zeit, die es gekostet hätte, mit ihrer Familie.

Da dies leider nicht immer so einfach ist, wird am Ende des Vortrages eine Atemübung vorgestellt, die man ganz einfach in jeder Situation nachmachen kann. Sie besteht aus fünf tiefen Atemzügen.

  • Im erstem Atemzug atmet man langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus.
  • Im zweiten Atemzug spannt man zusätzlich beim Einatmen Füße und Beine ganz fest an, krallt die Zehen in die Schuhe – und lockert die Anspannung bei Ausatmen wieder.
  • Beim dritten Atemzug spannt man Hände und Oberkörper an.
  • Während des vierten Atmenzugs wird die Kiefermuskulatur angespannt.
  • Beim fünften Atemzug spannt man schließlich die untere Bauchmuskulatur an.

Probieren Sie es doch gleich mal aus – Sie werden sehen: Nach dieser Übung sind Sie entspannter!

Das waren meine persönlichen Eindrücke von meinem ersten Gesundheitstag bei MANN+HUMMEL. Ich hoffe, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick geben konnte – denn ich fand es wirklich sehr beeindruckend, was MANN+HUMMEL alles auf die Beine gestellt hat, um die Mitarbeiter über Gesundheit aufzuklären und sie dabei zu unterstützen, gesund zu bleiben.

Ich hoffe, dass Sie die kalte Jahreszeit gut überstehen.
Sie wissen ja: Wenn’s mal wieder hektisch wird – Erstmal tief durchatmen!