Mein Name ist Arne Bauer und ich unterstütze als Inhouse-Reporter den Bereich „Online Communications & Social Media“. In meiner Blogserie „Was macht eigentlich ein …?“ stelle ich regelmäßig spannende Berufsbilder vor. Für meinen ersten Blogbeitrag begleitete ich Daniel Sassman, er ist Produktionsbereichsverantwortlicher für den Blechbereich.

Der Produktionsbereichsverantwortlicher im Blechbereich

Das Blechgehäuse des Piclon-Luftfilters sieht aus wie ein Kochtopf

Was macht eigentlich ein Produktionsbereichsverantwortlicher?

Seit etwas über einem Jahr ist Daniel Sassman in Ludwigsburg Produktionsbereichsverantwortlicher für den Blechbereich. Er sieht sich selbst als Moderator, Koordinator und Antreiber. Die Mitarbeiter im Produktionswerk sind für ihn das Herz des Unternehmens und stehen im Mittelpunkt seiner täglichen Arbeit.

Produktion Sassmann 2

Mit einem fünf-Tonnen-Hallenkran entlädt Schichtleiter Dimosthenis Koutaliagas gerade einen LKW. Sonnenlicht flutet durch die Ostfenster der Stanzerei und taucht die alte Halle in ein warmes Licht. Während eine Etage tiefer die Maschinen schnaufen und stampfen, lässt hier lediglich ein Gehörschutzspender darauf schließen, dass es mitunter laut werden kann. „Die äußeren Einflüsse sind schon extremer hier in der Produktion“, weiß Daniel Sassman. Seit Januar 2013 ist der gebürtige Amerikaner im Ludwigsburger Werk 2 Produktionsbereichsverantwortlicher für den Blechbereich.

Um sechs Uhr beginnt der Arbeitstag dort. Zu Beginn dreht Sassman eine Runde durch das Werk – im Laufe des Tages folgen viele weitere – und begrüßt seine Mitarbeiter per Handschlag. „Ich wollte nie nur am Produkt arbeiten, das wird mir schnell langweilig“, gibt Sassman zu. Seine Rolle ist die des Moderators, des Koordinators und Antreibers. „Ich sehe es als meine Hauptaufgabe, morgens erstmal das Wohlbefinden abzufragen“, schildert er. Die Aufgaben des Produktionsbereichsverantwortlichen reichen von der Koordination der alltäglichen Produktionsarbeit bis hin zu strategischen Entscheidungen, die gemeinsam mit dem oberen Management getroffen werden. Dieser Spagat reizt Sassman und macht ihm „großen Spaß“.

Im Herz des Unternehmens – dem Produktionswerk – liegt der Geruch von Maschinen und Lacken in der Luft.  An der Linie A im Blechbereich fertigen die Mitarbeiter Piclon-Luftfilter, einen Zweistufenfilter mit besonders robustem Blechgehäuse. „Die Fertigungstiefe ist hoch und reicht vom Rohmaterial bis zum Fertigfilter“, beschreibt Sassman. Die Einzelteile werden erst gestanzt und dann Stück für Stück zusammengebaut. Bis die Filterelemente eingesetzt werden, sieht das Blechgehäuse aus wie ein riesiger Kochtopf. In staubreicher Umgebung wie im Steinbruch, Zementwerk oder auch unter Tage, stellen die MANN+HUMMEL Filter ihr Können dann unter Beweis. „Die letzte Reklamation im Blechbereich liegt schon einige Zeit zurück“, informiert Sassman stolz.

An den richtigen Stellschrauben drehen

Weil das 1954 gebaute Werk immer wieder erweitert wurde, erinnert es heute mit den vielen verschachtelten Gängen ein wenig an ein Labyrinth. Um 8:15 Uhr steigt Sassman die schmale Stahltreppe zum Büro hinauf, indem sich die Verantwortlichen der verschiedenen Funktionsbereiche zur Terminbesprechung treffen.

Produktion Sassmann 3

Im Jahr 2000 heuerte der 1983 geborene als Auszubildender Mechatroniker bei MANN+HUMMEL an. Später arbeitete er für vier Jahre im Bauteileversuch, absolvierte parallel seine Meisterausbildung und wurde Ausbildungsmeister. An der Abendschule legte er dann noch ein BWL-Studium obendrauf. Als aktueller Produktionsbereichsverantwortlicher verfolgt er langfristige Ziele. Die Mittagspause nutzt er, um ins Gespräch zu kommen. „Qualität und Zufriedenheit sind höher, wenn die Leute informiert sind“, lautet Sassmans Philosophie. Er will nicht nur selbst lenken, sondern die Mitarbeiter befähigen, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Führung war früher immer sehr disziplinarisch“, meint er.

Als moderner Produktionsbereichsverantwortlicher will Sassman nicht alles selbst kontrollieren, sondern Impulse setzen und an den richtigen Stellschrauben drehen. Gegen Mittag dreht er eine weitere Runde durch die Fabrik, diesmal zusammen mit Schichtleiter Ibrahim Demirtas. Beim „Walk the floor“ klappern die Beiden vor Ort Themen der Arbeitssicherheit, Ordnung und Sauberkeit sowie Qualität und Organisation ab. Um 14 Uhr stoppt der Blechbereich die Produktion – für Sassman beginnt die Arbeit im Büro.