Vor genau einem Jahr stand meine Welt plötzlich Kopf. Aus dem Nichts wurde bei unserer kleinen Tochter Lucy, damals noch drei Jahre alt, Typ 1 Diabetes diagnostiziert. Als mich der einschneidende Anruf erreichte, saß ich gerade im Auto, um mit meiner großen Tochter in ein langes Ferienwochenende in Frankreich zu starten. Gerade aus unserer Stadt rausgefahren, ging es kurzerhand  dafür mehr oder wenig unvorbereitet ins Olgäle Kinderkrankenhaus nach Stuttgart, wo dann ein zweiwöchiger Aufenthalt mit Diabetescrashkurs auf dem Plan stand.

Wenn ich heute an das Chaos der ersten Tage zurückdenke, kann ich jetzt sogar schmunzeln. Es war ein bisschen wie wenn man das neugeborene Baby zum ersten mal nach Hause trägt und nach der Gebrauchsanweisung sucht. Zum Glück holt der Alltag einen aber auch immer sehr schnell ein und heute kann ich sagen, unser Leben mit Typ 1 ist eigentlich wie unser Leben davor. Nur ein bisschen anders.

Heute, am 14.11., ist Weltdiabetestag und ich möchte gerne diesen Tag zum Anlass nehmen um auf die „Volkskrankheit“ aufmerksam zu machen. Denn Diabetes kann uns alle treffen.

Was ist Diabetes?

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung bei der die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse teils oder ganz ausfällt. Die Folge davon ist, dass der Körper den in der Nahrung enthaltene Zucker (z.B. in allen Kohlenhydraten wie Brot, Pasta, Kartoffeln oder Früchten) nicht mehr aufspalten kann und somit den Zucker nicht mehr als Energielieferant nutzen kann. So gerät der Zucker ungenutzt in die Blutbahn, der Zuckerspiegel steigt und beginnt Blutgefäße zu schädigen.

Es gibt 2 Arten der Erkrankung– am meisten verbreitet und rasant ansteigend ist der Typ 2 Diabetes. Früher auch Altersdiabetes genannt, wobei dies heutzutage keinesfalls mehr nur ältere Menschen betrifft. Auch werden viele Typ 2 Erkrankungen zu spät erkannt – momentan schätzt man dass ca 4 Millionen Menschen unerkannt bereits an Typ 2 erkrankt sind. Eine Früherkennung ist enorm wichtig, um die Krankheit eventuell noch aufzuhalten und um Folgeschäden zu vermeiden. Diabetes kann unter anderem zu Schädigung des Nervensystems, Herzinfarkt, Schlaganfall oder zu Augenschäden führen.

Dass gerade dieser Typ der Erkrankung sich so enorm ausbreitet und zur Volkskrankheit wird, liegt wohl leider auch am „modernen“ Lebenswandel: kalorienreiches und zu reichliches Essen, zuckerhaltige Getränke und zu wenig Bewegung. Die Bauchspeicheldrüse bricht unter der ständigen Belastung einfach zusammen, die Insulinproduktion wird extrem verlangsamt oder sogar ganz eingestellt.

Typ 1 tritt meist bei Kleinkindern und Jugendlichen auf, es können aber auch Erwachsene daran erkranken. Eine genaue Ursache für den Ausbruch ist noch nicht bekannt. Genetische Faktoren können eine geringe Rolle spielen, neuere Forschungen vermuten z.B. auch spezielle Viren als Auslöser. Im Gegensatz zum Typ 2 spielen allerdings Ernährung und Bewegung vor Ausbruch keine Rolle. Aufklärung ist hier so wichtig, damit Kinder sich nicht mit dem Stigma von „zu fett und faul“ rumplagen müssen.

Typ 1 Diabetes ist nicht heilbar und Patienten sind ihr Leben lang auf Insulin angewiesen.

Aber jetzt fragen Sie sich sicher- was hat das eigentlich alles mit MANN+HUMMEL zu tun!?

Seitdem wir jetzt auf der Zuckerseite des Lebens sind, haben wir viele nette Menschen getroffen, die auch von Diabetes betroffen sind. Auch hier bei MANN+HUMMEL. Toll, wenn man in einem so großen Unternehmen wie MANN+HUMMEL persönliche Kontakte knüpfen kann und sich gegenseitig stützen kann. Über Ines Lachmann, eine Kollegin und Freundin bin ich so z.B. auch zu den Sweet Kids Ludwigsburg gekommen, einer Initiative von betroffenen Familien mit Typ 1 in der sich besonders auch Kinder austauschen können und sich mal „ganz normal“ unter vielen anderen fühlen können. Ines konnte ich als blutiger Anfänger jederzeit immer alles Fragen, sie ist sehr engagiert und hat immer einen passenden Tipp parat wenn es mal nicht so läuft.

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Diabetes kennt natürlich auch keine Ländergrenzen …aber er kann Menschen auch wunderbar verbinden. Ein Highlight für unsere Lucy war diesen Sommer, als wir uns mit Jerome Migaud und seiner Familie aus Laval in den Ferien getroffen haben. Eigentlich arbeiten Jerome und mein Mann sonst gemeinsam an MANN+HUMMEL Projekten. Aber jetzt verbinden uns auch noch unsere Kinder mit Typ 1.

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Es war ein ganz toller Tag den wir gemeinsam in Vannes bei einem Picknick und Sightseeing verbracht haben- und Lucy sagte schon (obwohl sie kein Wort französisch spricht), dass sie Jeromes Tochter unbedingt im nächsten Sommer wieder sehen möchte. Für sie war es einfach fantastisch zu sehen, dass sie nicht alleine ist und dass Jeromes Tochter so toll alles schon ganz alleine managt.

Wir freuen uns, Teil der MANN+HUMMEL Familie zu sein.