Frank Reichert ist bei MANN+HUMMEL in Speyer die Fachkraft für Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Doch was man macht eigentlich in dieser Position? Im Rahmen meiner Blogserie, in der ich (Arne Bauer) verschiedene Berufsbilder bei MANN+HUMMEL vorstelle, begleitete ich Frank Reichert, der sich für die Gesundheit der Mitarbeiter einsetzt und in Notsituationen einen kühlen Kopf behält.

Was macht eigentlich eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und Umweltschutz in Speyer?

„War was?“ fragt Frank Reichert den Pförtner hinterm Empfangstresen, wenn er das MANN+HUMMEL Gebäude in Speyer morgens betritt. „Wie immer“, lautet im Normalfall die Antwort. Denn das Produktionswerk in Speyer ist in Sachen Arbeitssicherheit bestens aufgestellt. „Früher wurde dem Mensch ein Arbeitsplatz einfach vorgesetzt“, beschreibt Reichert. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt und soll nicht nur sicher arbeiten, sondern sich dabei auch noch wohl fühlen. Denn „angenehmes Arbeiten geht Hand in Hand mit effizientem Arbeiten.“

Über die Pforte führt Reicherts frühmorgendlicher Weg zum Abfallbereich. Dort holt er sich bei seinem Kollegen die aktuellen Zahlen über die Abfallströme ein. „Wenn es Abweichungen gibt, frage ich gleich in der Produktion nach dem Grund“, sagt Reichert. Als Fachkraft für Arbeitssicherheit und Umweltschutz koordiniert er in Speyer auch die „stillen Helferlein im Hintergrund“, die Haus und Hof in Schuss halten.

Praxistest ist unerlässlich

Noch am Vormittag klopft Timo Schmitt an die Tür von Frank Reichert – in dessen Büro anstatt von Gemälden gelbe Bauhelme an der Wand hängen. Schmitt ist technischer Planer und holt sich bei der Planung einer neuen Maschine Reicherts Meinung ein. Ein breites Wissensspektrum und der gesunde Menschenverstand seien Grundvoraussetzungen, um einen geschulten Blick für Maschinen und deren Bedienfreundlichkeit zu entwickeln, meint Reichert. Nichts ersetzt jedoch den Praxistest: „Ich will die Prozesse verstehen und probiere die Maschinen deshalb selbst aus.“ Arbeitssicherheit sei ein „Konstrukt, an dem alle an ihren Schrauben drehen müssen“. Dementsprechend sieht sich der 37-Jährige nicht als Einzelkämpfer, sondern als Vermittler und Impulsgeber: „Das Wir-Gefühl ist ganz wichtig.“

Nun ist Reichert aber nicht nur Fachkraft für Arbeitssicherheit, sondern auch für den Umweltschutz. „Da muss noch ein Wasserzähler rein“, fordert er deshalb. Wer Umweltzertifikate will, muss die geforderten Vorgaben einhalten und nachweisen.  In diesem Jahr steht in Speyer die EMAS-III-Validierung an (Eco-Management and Audit Scheme). Gefordert sind unter anderem eine detaillierte Abbildung der Energieströme im Werk sowie eine stetige, nachgewiesene Verbesserung. Das „globale Betrachten“, der „Blick auf den kompletten Standort“ ist es, was Reichert begeistert.

 

Mit eigener Überzeugung punkten

Als Neuling gegenüber sattelfesten Produktionsmitarbeitern sei es zu Beginn schwierig gewesen, sich Gehör zu verschaffen. „Ich will mit Überzeugung punkten“, packt Reichert seine Aufgaben jedoch entschlossen an. Zwischen verschiedenen Denkweisen vermitteln, sich in verschiedene Rollen hineinversetzen, im Fokus immer der Mitarbeiter: „Das macht mir Spaß.“ Heute hat er als Fachkraft für Arbeitssicherheit einen festen Stand und sein Thema ins Bewusstsein aller übertragen. In einem elektronischen Verbandsbuch vermerken die Führungskräfte in Speyer jede Verletzung ihres Teams. „Dadurch lassen sich die Unfälle besser systematisieren und sichtbar machen“, lobt Reichert das „aussagekräftige Instrument“. Wichtig sei auch der regelmäßige Austausch mit den internationalen Kollegen: „Man lernt nie aus, es gibt immer wieder verrückte Fälle.“

Sein Engagement in der freiwilligen Feuerwehr brachte den Metall-Industriemeister auf den Geschmack: „Ich wollte den Standort Speyer mit meiner Erfahrung von der Feuerwehrseite so absichern, dass Gefahrensituationen gar nicht erst eintreten.“ Als die Stelle 2006 bei MANN+HUMMEL in Aussicht stand, meisterte Reichert binnen zehn Monaten die anspruchsvolle Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Parallel erwarb er außerdem den Titel des Gewässer-, Emissions- und Abfallschutzbeauftragten. Früher liefen diese Themen bei MANN+HUMMEL in Speyer getrennt, heute laufen alle Fäden bei Reichert zusammen: „Es gibt viele Überscheidungen, ich versuche die Synergieeffekte zu nutzen.“ Und falls es zum schlimmsten Fall kommen sollte ist Reichert bereit: „Bei der Feuerwehr lernt man in Stressmomenten Ruhe zu bewahren.“