Roman Krüger arbeitet für D.I.E Firmenhistoriker. Anlässlich des 75. Jubiläums arbeitete die Geschichts-Agentur die spannende Vergangenheit von MANN+HUMMEL auf und verfasste unter anderem das Jubiläums-Buch „75 Jahre pure Innovation“. In diesem vierten Teil seiner Kolumne erzählt Roman Krüger von der Entwicklung der Ausbildung.

Es ist nicht zu leugnen: Auch nach einigen Projekten, die wir Firmenhistoriker realisiert haben, brachte mich die Recherche für MANN+HUMMEL immer wieder zum Staunen. So auch, als ich erfuhr, dass die Ausbildung bei MANN+HUMMEL nächstes Jahr 75. Geburtstag feiert. 1942, nur ein Jahr nach der Firmengründung und mitten im Krieg begann der Filterhersteller also junge Menschen für die Zukunft auszubilden.

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Ebenso erstaunlich ist, dass wir in den Archiven von MANN+HUMMEL einen ganzen Haufen Fotos von Lehrlingen in ihrem Arbeitsalltag fanden. In wenigen Firmen wird die Ausbildung derart gut dokumentiert. Allein dieser Fund zeigt, wie hoch ihr Stellenwert bei MANN+HUMMEL von Anfang an war. Dem Grundsatz, dass der Nachwuchs gefordert und gefördert wird, damit auch in Zukunft Spitzenleistungen erzielt werden können, ist MANN+HUMMEL in den vergangenen 75 Jahren treu geblieben – obwohl sich die Rahmenbedingungen immer wieder änderten.

Die Nachkriegszeit: Auf der Suche nach Azubis

Nach dem Krieg war es erstmal schwer überhaupt Azubis zu finden. Gerade in den 1960er Jahren setzte MANN+HUMMEL deshalb auf innerbetriebliche Ausbildung. So wurden Aushilfen zu Fachkräften weitergebildet und außergewöhnliche Karrieren entstanden. Es war die Zeit, als Auszubildende noch Lehrlinge hießen und in Krawatte und Anzug die Schulbank drückten.

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Um die Ausbildung weiter zu professionalisieren und die verschiedenen Lehrgänge zusammenzuführen gründete der Filterhersteller 1973 ein Ausbildungszentrum im ehemaligen Textilwerk. 1996 zog das Ausbildungszentrum ins Werk 2. Ab den 1970ern änderte sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Zum ersten Mal hatte MANN+HUMMEL mehr Bewerber als Stellen und führte Aufnahmetests ein, um die Interessenten fair bewerten zu können.

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Auch heute kommen auf jede Azubi-Stelle mindestens zwei Bewerbungen. Doch die Karrierewege bei MANN+HUMMEL sind mit der Entwicklung zum Großkonzern breiter und abwechslungsreicher geworden. Dank der Internationalisierung kamen neue Ausbildungsgänge und duale Studiengänge mit Fremdsprachen und Auslandsaufenthalten hinzu. Nicht zu vergessen: Die Zukunftsaussichten sind bei dem erfolgreichen Filterhersteller ausgesprochen gut.

Eine historisch gewachsene Firmenkultur

Und noch etwas macht den Filterhersteller für junge Menschen attraktiv: Obwohl heute keine 300, sondern knapp20.000 Menschen bei MANN+HUMMEL arbeiten, herrscht dort eine familiäre Atmosphäre und echter Teamgeist. Das konnte ich bei meinen Besuchen am eigenen Leib erfahren.

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Diese Firmenkultur, in der sich Azubis erfolgreich entfalten und immer wieder Bestnoten und Preise erzielen, hat auch eine historische Dimension. Sie lässt sich auf den Geist und das soziale Engagement von Adolf Mann und Dr. Erich Hummel zurückführen und ist mit den Jahren gewachsen und selbstverständlich geworden. Das wiederum ist für mich als Firmenhistoriker weniger erstaunlich. Doch es fasziniert mich immer wieder, dass Firmengeschichte eben nicht nur von vergangenen Ereignissen und technischen Entwicklungen erzählt. Ein Blick auf die Wurzeln hilft, die Gegenwart besser zu verstehen – und die Zukunft erfolgreich zu gestalten.