Die IT eines weltweit aufgestellten Konzerns wie MANN+HUMMEL hat mit dem, was Datenverarbeitung bis weit in die 1980iger Jahre war, kaum noch etwas gemeinsam. Das Internet und die Globalisierung haben diesen Bereich und damit die Aufgaben des IT-Leiters neu definiert.

Vor ziemlich genau 50 Jahren wurde mein Vorvorgänger, Herr Heinz-Dieter Lang, mit dem Aufbau einer EDV-Organisation bei MANN+HUMMEL betraut. Er tat dies mit großem Erfolg und persönlicher Hingabe. Als ich die Erinnerungen dieses ersten IT-Leiters hier im Unternehmen las, musste ich schmunzeln: Damals ahnte wohl kein Mensch, wie rasant die Informationstechnologie sich und die Welt verändern würde und dies noch immer tut. Heute stehen wir an der Schwelle zu einer (Arbeits-)Welt, in der alles miteinander vernetzt sein wird. Schon jetzt erleben wir eine zunehmende Digitalisierung aller Bereiche: Das betrifft einerseits das private Leben, man denke nur an Smartphones und Tablet PCs, smarte Kühlschränke und digitale Stromzähler. Aber auch die Arbeitswelt wird von der Digitalisierung grundlegend verändert. Das hat Auswirkungen auf den Arbeitsplatz jedes Einzelnen: Unsere Mitarbeiter in der Fertigung arbeiten heute ganz selbstverständlich mit Staplerleitsystemen und Touchscreens, oder versorgen unsere Fertigungslinien just-in-time mit Material.

IoT

Weltweite Prozesse und Infrastrukturen

IT bei MANN+HUMMEL reicht von der Prozessunterstützung für die Standorte über das Applikationsmanagement, sprich die Frage, welche Softwareprogramme wir weltweit einsetzen, bis hin zu den Infrastrukturservices, um MANN+HUMMEL im globalen Wettbewerb bestmöglich zu unterstützen. Dabei etablieren wir Infrastruktur, Anwendungen und Prozesse, die unseren Mitarbeitern weltweit ein vernetztes Arbeiten ermöglichen und die standardisiert in jedem Standort abrufbar sind. Galt früher der Grundsatz „lokale IT für lokale Anforderungen“, so sind weltweite Standardisierung und Harmonisierung heute Pflicht. Das Arbeiten mit integrierten IT-Prozessen und -Plattformen erfordert von allen Beteiligten fast automatisch ein Denken und Handeln im weltweiten Kontext und über das eigene Betätigungsfeld hinaus. Jede Software hat mittlerweile eine weiterführende Schnittstelle in den nächsten Prozessschritt, etwa von der Entwicklung in die Produktion, von der Produktion in ein Programm, mit dem sich Kundenbeziehungen managen lassen. Alle, die damit arbeiten, müssen den nächsten Schritt mitdenken.

Sicher ist: Die IT wird sich weiterhin und in immer kürzeren Abständen neu erfinden (müssen). Und vielleicht wird schon in wenigen Jahrzehnten einer meiner Nachfolger diesen Text hier lesen und wieder schmunzeln, darüber wie sehr sich die Welt inzwischen verändert hat.