Mich hält es nicht lange am selben Fleck. Das war schon immer so. Als ich 2011 aus dem spanischen Galicien ins 900 Kilometer entfernte Saragossa zog, fand ich mich in einer fremden Stadt wieder. Ich hatte vorher als Wirtschaftsprüferin in Galicien verrückte Arbeitszeiten von über zwölf Stunden am Tag – plus Wochenende. Das wollte ich nicht mehr. Da kam für mich die Ausschreibung für das Finance Graduate Programm von MANN+HUMMEL gerade richtig.

Dieses Programm richtet sich an Absolventen von der ganzen Welt, die bereits etwas Berufserfahrung gesammelt haben. Es geht drei bis fünf Jahre und beinhaltet nicht nur fachliche Weiterbildung und Verantwortung, sondern eben auch interkulturelle Erfahrungen, denn die drei Stationen des Programms werden an unterschiedlichen MANN+HUMMEL Standorten weltweit verbracht. Es war somit genau das richtige für mich als „Weltenbummlerin“!

Gemeinsam mit meinem Mann zog ich also nach Saragossa, wo das Programm begann. Für eineinhalb Jahre arbeitete ich dort im Controlling bei MANN+HUMMEL. Die Tätigkeiten ähnelten meinem Job als Wirtschaftsprüferin, aber das Arbeitsklima war etwas ganz anderes: Wir hatten viele Events, geregelte Arbeitszeiten und allgemein eine freundliche Atmosphäre. Das Finance Graduate Programm reizte mich, weil Aufenthalte an internationalen Standorten vorgesehen sind. Wohnen im Ausland – das hat mich schon immer fasziniert. In meinem Fall waren das zunächst Ludwigsburg und Sonneberg in Deutschland und zum Abschluss das tschechische Werk in Trebic. Die Arbeit im Werkscontrolling in Sonneberg hat mir damals von den bisherigen Stationen am besten gefallen.

Natürlich ist es am Anfang immer schwierig, sich einzuleben. Vor meinen Aufenthalten im Rahmen des Finance Graduate Programms war ich weder in Deutschland, noch in Tschechien. Die Kollegen haben es mir aber immer sehr einfach gemacht. Im Ludwigsburger Raum gibt es viel zu erleben und auch viele internationale Mitarbeiter aus Ländern wie Mexiko, Spanien oder Indien. Sehr lustig war es immer mit den anderen Teilnehmern der Graduate Programms.

In jedem Land gibt es einige Regeln, die man beachten muss. In Deutschland fiel mir beispielsweise auf, dass eine Entscheidung, die einmal getroffen wurde, auch gilt. Im Büro ist es sehr konzentriert und ruhig. Das kenne ich aus Spanien anders, wir sind lauter und spontaner während der Arbeit. Das vermisse ich schon ein bisschen. In Tschechien war ich am Wochenende sehr viel unterwegs, um nach Prag, Wien, Budapest oder Italien zu reisen.

Was ich nach meinen vielen Auslandsaufenthalten auf jeden Fall sagen kann: Das Beherrschen der Landessprache ist sehr wichtig für die Integration. Ich entschied mich nach Abschluss des Programms, nicht nach Spanien zurückzukehren, sondern zum vierten Mal neu anzufangen: am MANN+HUMMEL Standort in Marklkofen, Niederbayern. Hier ist alles sehr familiär und warmherzig, ich habe mich schnell eingefunden. Mit dem Bayrisch habe ich allerdings noch meine Probleme. Damit ich meine Kollegen in der Brotzeit bald verstehe, schaue ich eine bayrische Serie mit deutschem Untertitel. Das hat mir ein Kollege empfohlen 🙂