Die neue Fräsmaschine

Die neue Fräsmaschine.

Mehr als 40 Jahre stand sie in der Lehrwerkstatt: „unsere“ alte Fräsmaschine. Sie leistete gute Dienste, viele Azubis frästen mit ihr, selbst als sie nach vielen Jahren nicht mehr das neueste Modell war. Doch sie wurde immer noch benutzt, bis sie irgendwann einen technischen Defekt bekam.

Da die Maschine technisch veraltet war und die Kosten für eine Reparatur zu hoch gewesen wären, wurde entschieden, dass die Lehrwerkstatt eine neue Fräsmaschine bekommt. Sie sollte ungefähr die gleichen Ausmaße haben wie die alte und für die Prüfungen der Industriemechaniker, Mechatroniker und Verfahrensmechaniker, geeignet sein. So wurde eine konventionelle Fräsmaschine der österreichischen Firma Emco ausgewählt.

Als nach langer Wartezeit endlich der Liefertermin für den nächsten Tag feststand, freuten sich alle. Wir trafen erste Vorbereitungen: Die neue Fräsmaschine sollte zwischen 9.00 und 9.30 Uhr eintreffen, also hatten wir davor noch genügend Zeit, die alte wegzubringen. Damit wir diese bewegen konnten, brauchten wir Hydraulikheber und Rollenbretter, darunter eines mit einer Stange zum Lenken. Das alles besorgten wir bereits am Vortag, damit wir, die Industriemechaniker aus dem zweiten Lehrjahr und die Mechatroniker aus dem ersten Lehrjahr, am nächsten Tag pünktlich anfangen konnten.

Startschwierigkeiten beim Transport

Über 40 Jahre war die alte Fräsmaschine im Einsatz.

Die Fräsmaschinen in der Lehrwerkstatt sind mit Hilfe von Schrauben auf Platten befestigt. Armin Holzinger, unser Ausbilder für Mechanik, stand uns helfend zur Seite und überwachte unsere Versuche, die Maschine transportierbar zu machen. Wir hoben sie mit den Hydraulikhebern an. Zuerst setzen wir an beiden Seiten an, aber wir stellten schnell fest, dass die Fräsmaschine zu sehr wackelte, also setzten wir vorne und hinten an. Wir unterlegten so lange mit Holz, bis sie hoch genug stand. So konnten wir die Rollbretter unterlegen und die Maschine darauf absetzen.

Wir mussten die alte Fräsmaschine in die Stanzerei zur Verladerampe bringen, damit sie verschrottet werden konnte. Also machten wir uns auf den Weg. Es gab einige Hindernisse wie Türen, leichte Steigungen und Bodenunebenheiten in der Stanzerei. Dort besteht der Boden aus Metallplatten mit Vertiefungen. Und so verrutschte die Fräsmaschine auf dem hinteren Rollbrett.  Ein Mitarbeiter der Stanzerei sollte uns helfen, sie zur Rampe zu bewegen. Also holte er einen Gabelstapler und zwei Hölzer. Gemeinsam brachten wir die Maschine zur Rampe, stellten sie auf die beiden Hölzer und waren mit dem ersten Teil unserer Arbeit fertig.

Alles hat einen Haken – nur die „Neue“ nicht

Kurze Zeit später wurde die neue Fräsmaschine geliefert. Sie stand auf dem Boden vor der Rampe in der Stanzerei, dort wo normalerweise Lkws stehen. Wir bekamen die Aufgabe, sie auszupacken, damit sie mit einem Brückenkran auf die Rampe gehoben werden konnte. Nachdem die Verpackung weg war, sahen wir zum ersten Mal die neue Maschine. Sie war rot-weiß lackiert und nicht besonders groß, aber völlig ausreichend.

Nun bemerkten wir, dass die neue Fräsmaschine keinen Haken hat, um sie mit dem Kran zu heben zu können, nur Löcher für Wellen.  Also besorgten wir zwei Wellen, um die Maschine mit dem Gabelstapler zu transportieren. Zuerst wurde sie auf die Rampe gehoben, dann mit einem kleineren Gabelstapler in die Lehrwerkstatt gefahren. Der Mitarbeiter der Stanzerei war so nett und hob die Maschine auf ihren Platz. Allerdings stand sie noch schräg. Nun überlegten wir, wie wir sie in die richtige Position bekommen. Letztlich schaffte es der Gabelstaplerfahrer aber doch, die Fräsmaschine genau in die von unserem Ausbilder gewünschte Position zu befördern. Anschließend befestigten wir sie am Boden.

Auf die nächsten 40 Jahre!

Am Ende waren wir froh, dass alles gut geklappt hat und die neue Fräsmaschine am richtigen Platz stand. Wir hoffen, dass auch sie mindestens 40 Jahre in der Lehrwerkstatt bleiben wird. Und dass viele Azubis mit ihr fräsen werden.