Ich bin Hilfseinstellerin im MANN+HUMMEL Produktionswerk in Marklkofen und will euch in meinem Blogbeitrag erläutern, was das bedeutet. Das Konzept der Hilfseinsteller ist hier vor Jahren entstanden. Einsteller sind verantwortlich für eine oder mehrere Produktionslinien, und zwar sowohl für das Personal, als auch für die Technik. Weil solches Fachpersonal aber oft knapp ist und immer wieder Einsteller kurzfristig ausfallen, werden erfahrene und interessierte Produktionsmitarbeiter weitergebildet zu sogenannten Hilfseinstellern.

Eigentlich muss ein Facharbeiter mindestens eine dreijährige Ausbildung in einem Metallberuf aufweisen. Den Hilfseinstellern fehlt dieser Hintergrund, aber dafür verfügen sie über langjährige Erfahrung im Werk von MANN+HUMMEL und absolvieren eine interne Ausbildung. Dahinter steht ein durchdachtes Lehrkonzept, dass die Metallbearbeitung rund um Bohren, Schrauben, Pneumatik-Kurse, Materialkunde und technisches Zeichen beinhaltet. Unsere Lehrer sind die Meister und Planer innerhalb der Firma, auch in der Lehrwerkstatt verbringen wir einige Stunden. Neben den technischen Fertigkeiten gehören zur Qualifikation auch die elektronische Datenverarbeitung und das Rechnungswesen.

Am Ende haben wir zwar keinen offiziellen Abschluss, eine kleine Feier mit Zeugnisübergabe gibt es trotzdem. Hilfseinsteller bedeuten für das Werk einen Flexibilitätsgewinn. Immer wenn Not am Mann ist und es an Einstellern fehlt, springen wir ein. Das kann in Zeiten von Grippewellen oder großer Nachfrage Gold wert sein. Personal für die Montagebänder findet man schnell, Einsteller hingegen muss man mindestens ein halbes Jahr anlernen. Meine Arbeit als Hilfseinstellerin wird natürlich auch vergütet und macht unheimlich Spaß – es profitieren also beide Seiten. Für mich bedeutet es eine Anerkennung, dass ich als Hilfseinstellerin bei MANN+HUMMEL arbeiten darf.

Mitunter ist die Arbeit natürlich stressig, schließlich trägt man die Verantwortung dafür, dass die Filter produziert werden. Wenn der Kunde wartet und es eine Störung am Band gibt ist der Druck natürlich groß. Aber der Zusammenhalt ist groß, es helfen dann auch Mitarbeiter von den anderen Linien mit. Für mich war die Weiterbildung naheliegend. Denn wenn man seine Arbeit hier gern macht, lernt man die Maschinen sowieso kennen. Kleine Reparaturen machen wir Hilfseinsteller sogar selbst. Wir haben teilweise mit modernsten Robotern und High-Tech-Anlagen zu tun. Deshalb muss man immer am Ball bleiben. Wenn es mal für längere Zeit keinen Bedarf für unsere Hilfe gibt, fahren wir trotzdem regelmäßig das Band, um in Übung zu bleiben.