MANN+HUMMEL wächst. In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen seinen Umsatz auf fast 3,9 Milliarden Euro verdoppelt. Und auch die Zahl der Mitarbeiter ist im gleichen Zeitraum von rund 12.000 auf mehr als 20.000 gestiegen. Das alles ist natürlich nicht rein organisch passiert, also durch internes Wachstum, sondern wurde auch durch Zukäufe von Unternehmen erreicht. Unser Ziel war es dabei immer, bestehendes Know-how in den neuen Gesellschaften einzusetzen, um Synergien zu erzielen. Gleichzeitig konnten wir auch neue Absatzmärkte für unsere bestehenden Produkte generieren. Ich selbst bin 2009 zu MANN+HUMMEL gekommen und habe diese Entwicklungen ganz persönlich miterlebt.

Los ging es mit meiner Diplomarbeit, die ich am Lehrstuhl für Controlling der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz geschrieben habe. Genauer gesagt habe ich sie eigentlich bei MANN+HUMMEL in Speyer geschrieben. Das Thema lautete: „Ausarbeitung und Analyse eines wertorientierten Kennzahlensystems am Beispiel des Geschäftsbereichs Industriefilter der MANN+HUMMEL GmbH“. Ok, das klingt ein wenig komplex. Was wirklich wichtig ist: Das Thema war nichts rein Abstraktes, bei dem sich ein Student wissenschaftlich austobt. Es hatte vielmehr ganz konkret mit der täglichen Arbeit von MANN+HUMMEL zu tun. Das Ergebnis konnte sich damals, nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern in Speyer, sehen lassen: Ich habe dafür an der Uni sogar einen Preis für die beste Diplomarbeit bekommen.

Von der Uni in den Job

Für mich noch wichtiger war aber die Tatsache, dass MANN+HUMMEL mich nach Beendigung meines Studiums direkt übernommen hat. Ich fing am Standort Speyer als Controller im Geschäftsbereich Industriefiltration an. Später verantwortete ich dann das Werkscontrolling, bevor ich vor drei Jahren zu MICRODYN-NADIR wechselte. MANN+HUMMEL hat den technologisch führenden Membran- und Modulhersteller für die Mikro-, Ultra- und Nanofiltration sowie die Umkehrosmose Anfang 2015 übernommen. Heute verantworte ich als Geschäftsführer das Geschäft von MICRODYN-NADIR Deutschland und bin gleichzeitig als CFO für das weltweite Controlling zuständig. Im MANN+HUMMEL Konzern sind wir ein eher kleiner Teil – etwa 400 Mitarbeiter umfasst unser weltweit tätiges Team. Und doch stehen wir mit unserem Angebot für eines der Zukunftsfelder im Bereich der Filtration: Das Unternehmen verfügt über genau das Know-how, das für nachhaltige Lösungen in der Wasser- und Abwasseraufbereitung notwendig ist. Entsprechend ambitioniert sind wir tätig. Und hier kommt auch die wissenschaftliche Forschung und Lehre wieder ins Spiel. Bereits seit einigen Jahren arbeiten wir mit der Technischen Hochschule Bingen zusammen. Zuallererst ist Prof. Dr.-Ing. Klaus Kiene zu nennen. Er hat uns mit seiner Expertise als Professor für Produktentwicklung und Fertigungstechnik maßgeblich bei der Layout-Optimierung einer neuen Fertigungshalle in Wiesbaden unterstützt. Hinzu kamen weitere Beratungen, die sich mit typischen Controller-Themen wie der Identifikation von nicht-wertschöpfenden Prozessen, Qualitätsverbesserungen und der entsprechenden Weiterbildung der Mitarbeiter beschäftigten.

Vom Job in die Uni

Kooperation  TH Bingen  TH Bingen

Auf der anderen Seite hat er uns jüngst eingeladen, im Rahmen einer Vortragsreihe an der Hochschule zum Thema Investitions-Controlling zu präsentieren. Wir haben dort über unser Unternehmen gesprochen, die Bedeutung von Wirtschaftlichkeitsberechnungen erörtert, aber auch Zahlen und Fakten mitgebracht, anhand derer die Studierenden die Investitionsrentabilität für einen Fall berechnen konnten. Mein Kollege Stefan Knippelmeyer und ich waren sehr angetan von den Leistungen, denn nach rund einer halben, dreiviertel Stunde konnten die meisten das richtige Ergebnis vorweisen. Da merkten wir schnell, mit welch hohem Praxisbezug an der TH Bingen gelehrt wird. Für uns war es zudem eine großartige Gelegenheit, mit den Studierenden zu sprechen, uns über ihre Pläne zu unterhalten und dabei natürlich auch mögliche Karrierechancen bei MANN+HUMMEL aufzuzeigen. Das beginnt oft mit einem Praktikum. Es ist aber auch möglich, konkrete Projekte zu begleiten oder – wie ja schon in meinem Fall – eine Master- oder Diplomarbeit zu verfassen. Für die Studierenden sind das interessante Möglichkeiten – für uns als Unternehmen ergeben sich dadurch Chancen, echte Talente direkt nach der Uni zu verpflichten. Denn wir haben bei MICRODYN-NADIR noch viel vor. Dafür müssen wir uns aber im Wettbewerb eines umkämpften Marktbereichs behaupten. Und dafür wiederum brauchen wir die richtigen Mitarbeiter – und die sitzen unter anderem an der TH Bingen.