Die Mitarbeiter von MANN+HUMMEL in der Tschechischen Republik haben gemeinsam darüber entschieden, welchen typisch tschechischen Gegenstand sie ihren Kollegen nach Deutschland schicken. Da in unserem Unternehmen Teamgeist großgeschrieben wird, war es klar, dass jeder einzelne dazu befragt wurde. Denn immerhin wird das Objekt, das wir ausgesucht haben, auch einen Einfluss darauf haben, was die Besucher des Ludwigsburger Technologiezentrums zur Jubiläumsausstellung über unseren Standort denken. Daher wollten wir etwas zeigen, das unsere Unternehmenswerte widerspiegelt: Gemeinschaft, Tradition und exzellentes Know-how. Also haben wir uns einstimmig für eine Holzkrippe entschieden, wie sie bei uns traditionell gefertigt wird. Sie zeigt einen Stall mit dem Jesuskind in der Krippe, Josef, Maria und den Tieren des Bauernhofs. Auf dem moosbedeckten Dach leuchtet der Stern von Bethlehem, der den Heiligen Drei Königen den Weg weist.

Normalerweise werden Krippen zur Weihnachtszeit aufgestellt – daher fragen Sie sich vielleicht, warum wir gerade eine Krippe für die Zeitkapsel zum 75-jährigen Firmenjubiläum von MANN+HUMMEL ausgesucht haben. Der Grund ist naheliegend: Der tschechische MANN+HUMMEL Standort liegt in Nová Ves, das zum Bezirk Třebíč gehört. Die Bezirkshauptstadt Třebíč ist bekannt für ihre handgeschnitzten und handbemalten Weihnachtskrippen. Und deshalb finden wir, dass der von uns ausgewählte Gegenstand unseren Standort perfekt repräsentiert.

Třebíč liegt im Süden unseres Landes, gleich an der Autobahn zwischen der Landeshauptstadt Prag und der zweitgrößten Stadt, Brno. Die Umgebung ist bergig und dicht bewaldet. Aufgrund ihres Baumreichtums wurde die Stadt schon früh für ihre handgefertigten Möbel und andere Holzartikel bekannt. Die erste Krippe entstand um das Jahr 1760, und von da an wuchs ihre Bekanntheit – und damit auch ihre Beliebtheit – stetig. Auch heute noch werden die Krippen in der Region von Hand geschnitzt und bemalt. Es gibt sie in allen denkbaren Ausführungen: vom schlichten Modell bis zur aufwendig gearbeiteten und reich verzierten Krippe. Einige der größeren Modelle verfügen über bewegliche Teile und sogar Wasserelemente. Wegen der hohen Nachfrage auf den Weihnachtsmärkten in ganz Tschechien und im Ausland beginnen Planung und Produktion jedes Jahr bereits im Sommer.

 

Aber Třebíč ist nicht nur für den Krippenbau berühmt: Seit 2003 ist die Stadt auch UNESCO-Welterbe. Eines der Denkmäler, die in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden, ist die St.-Prokop-Basilika, die architektonisch den Übergang von der Romanik zur Gotik repräsentiert. Nachdem sie in der Vergangenheit als Kloster, Militärstützpunkt und Adelspalast genutzt wurde, beherbergt sie heute das Museum der Böhmisch-Mährischen Höhe mit einer umfangreichen, ganzjährig gezeigten Krippensammlung. Gleich neben der Basilika befindet sich das ehemalige Jüdische Viertel, das als eines der größten und besterhaltenen jüdischen Gettos ebenfalls UNESCO-Welterbestätte ist. Viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde arbeiteten traditionell in der Lederverarbeitung und hatten so großen Anteil am Ruf der Stadt Třebíč als Handwerkerstadt.

Bei uns in Tschechien ist der Krippenbau ein rund ums Jahr bedeutender Wirtschaftszweig. Aber in der Weihnachtszeit zahlt sich die harte Arbeit aus. Dann kann man in allen Fenstern der Häuser und Geschäfte von Třebíč die wunderschönen Krippen bewundern, und die Atmosphäre hat eine ganz besondere Magie. Wir hoffen, dass unsere Krippe ein wenig von diesem Zauber auch nach Deutschland bringt.