Beim Stichwort Brasilien denken die meisten Leute zuerst an unsere Fußballmannschaft, an Karneval und Samba, die Atmosphäre und Sehenswürdigkeiten Rio de Janeiros. Oder auch an Caipirinha, unseren Nationalcocktail, der aus Cachaça, Zucker und Limetten gemixt wird. Darüber darf man aber nicht vergessen, dass unser Land noch viel mehr zu bieten hat. So gibt es hier ein einzigartiges, unglaublich vielfältiges Ökosystem. Daher haben wir beschlossen, uns bei unserem Beitrag genau auf diesen Aspekt zu konzentrieren.

Die zahlreichen, über die ganze Welt verteilten MANN+HUMMEL Standorte schicken anlässlich des 75. Firmenjubiläums Artikel nach Deutschland. Unsere dortigen Kollegen sammeln Gegenstände, die die jeweiligen Niederlassungen und den Geist der Länder vertreten. Ahnen Sie schon, wofür wir uns entschieden haben?

Der Regenwald: Heimat des Tukans

Der Tukan, eine Vogelart, die sich durch ihre langen Schnäbel, ihre tiefblauen Augen und ihr wunderschönes Federkleid auszeichnet, ist vor allem in Brasilien heimisch. Auch wenn es Tukane auch in anderen tropischen Ländern gibt, leben sie primär im Amazonas-Regenwald, dem größten Regenwald der Welt. Dieser Dschungel erstreckt sich über neun Länder Südamerikas. Allein die Hälfte der Regenwaldfläche befindet sich jedoch in Brasilien. Ungefähr 20 Prozent des Trinkwassers der Erde fließen durch den Amazonas ins Meer. Da in diesem Gebiet Millionen von Pflanzen- und Tierarten heimisch sind, ist es nicht nur für Brasilien, sondern für die ganze Welt wichtig.

In Brasilien gibt es vier verschiedene Tukanarten: Drei davon werden durch die Farbe ihres Schnabels (entweder orange, schwarz oder grün) charakterisiert. Die vierte ist für ihren riesigen, weißen Kropf bekannt: Die meisten Tukane haben eine Körperlänge zwischen 48 und 56 Zentimeter. Allein ihre Schnäbel können bis zu 22 Zentimeter der Gesamtlänge ausmachen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich als Kind bei einem Zoobesuch über die Tukane staunte. Ich fand es schon immer unglaublich, dass diese Vögel quasi zur Hälfte aus ihren Schnäbeln bestehen.

Gleichzeitig Schnabel und Wärmetauscher

Als der Forschungsreisende und Naturwissenschaftler Charles Darwin im frühen 19. Jahrhundert nach Brasilien reiste, glaubte er, dass Tukane so lange Schnäbel hätten, um damit Weibchen anzulocken. Viel später erst haben brasilianische und kanadische Forscher mithilfe von Infrarotlicht in den Schnäbeln Temperaturen von 10 bis 35 Grad Celsius gemessen. Das bedeutet, dass Tukane bei heißen Temperaturen (die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 27 Grad Celsius) Hitze über den Schnabel abgeben und so ihre Körpertemperatur innerhalb weniger Minuten senken können. Bei milderen Temperaturen wird das Gegenteil beobachtet. Die Vögel nehmen dann aus der Luft über ihren Schnabel Wärme auf, damit ihnen angenehm warm wird.

Er ist auf dem Weg nach Deutschland!

Der Beitrag von MANN+HUMMEL Brasilien für die Zeitkapsel ist also ein Tukan! Ein Kollege unseres Werks hat ihn auf einem Markt in Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas, gekauft. Er sitzt auf einer Nussschale und präsentiert stolz seinen orangen Schnabel.

Obwohl Tukane keine Zugvögel sind, hat unser Exemplar schon eine ziemlich weite Strecke in der Luft zurückgelegt. Schließlich musste der Vogel 3.800 Kilometer fliegen, um von Nordbrasilien zu uns nach Indaiatuba zu kommen. Von hier fliegt der Tukan – in einem Flugzeug, nicht mit seinen eigenen Flügeln – noch einmal 9.700 Kilometer nach Ludwigsburg. Wir sind sicher, dass er dort herzlich empfangen wird, und freuen uns darauf, ihn zwischen den Beiträgen aus den anderen Ländern zu sehen, die unsere deutschen Kollegen gesammelt haben.