Im Customer Service Center von MANN+HUMMEL in Ludwigsburg beantworten Fachleute die Anfragen unserer weltweiten Kunden aus dem freien Ersatzteilmarkt. Hin und wieder erhalten wir dabei auch Briefe, die mit der Schreibmaschine getippt oder handschriftlich verfasst wurden. Meist stammen diese Schreiben von Privatpersonen oder älteren landwirtschaftlichen Betrieben. So auch in diesem Fall, in dem sich der Inhaber eines kleinen Elektrizitätswerks im niederbayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg mit folgender Bitte an uns wandte…

Der Inhaber des Mallersdorfer E-Werks benötigte Ersatz für einen MANN-Siebscheibenfilter vom Typ OPM 90/40 E-20, den das E-Werk vor mehr als 60 Jahren von der FILTERWERK MANN & HUMMEL GMBH gekauft hatte. Dem handgetippten Schreiben lag bei: Die Auftragsbestätigung Nr. 6544 vom 15.12.1953, gerichtet an:

Firma
Kloster Mallersdorf
Elektrizitätswerk
Mallersdorf / Ndb.

Nun muss man folgendes wissen: Das kleine Elektrizitätswerk in Mallersdorf-Pfaffenberg war lange Zeit im Besitz des ehemaligen Benediktinerklosters Mallersdorf und kam vor einigen Jahren in privaten Besitz. Nun wollte der neue Besitzer die technischen Anlagen in Stand setzen. Bei den Wartungsarbeiten musste auch jener alte Siebscheibenfilter ausgetauscht werden, der Ende 1953 geliefert und eingebaut worden war. Das MANN-FILTER Produkt war nach immerhin 60 Jahren und unzähligen Betriebsstunden am Ende seiner Lebenszeit angekommen.

Die Umschlüsselungsliste in Hollerith-Nummern von 1975

Die Ordensleute des Klosters hatten wohl damals schon geahnt, dass die Auftragsbestätigung Nr. 6544 noch einmal hilfreich bei der Ersatzteilversorgung sein würde. Sie hatten sie in ihren Archiven jahrzehntelang aufbewahrt. Anhand unserer „Umschlüsselungsliste in Hollerith-Nummern von 1975“ konnten wir den alten Filtertyp OPM 90/40 E-20 auf die heute gültige zehnstellige Sachnummer 61 504 53 101 umschlüsseln. Der neue Eigentümer des E-Werks erhielt von uns die Zeichnung des gewünschten Filters, Auskunft über Lieferzeit und eine Liste der Bezugsmöglichkeiten.

Auftragsbestaetigung

Sie fragen sich nun, was es mit der „Umschlüsselungsliste in Hollerith-Nummern von 1975“ auf sich hat? Nun, in den 1950er Jahren bestanden die Bestellnummer für die MANN-Filter, wie im Fall unseres Siebscheibenfilters, aus einer Buchstaben-Zahlen-Kombination. Anfang der 1970er Jahre führte MANN+HUMMEL die sogenannten Hollerith-Nummern ein. Diese waren zehnstellig und bestanden nur noch aus Ziffern. Die Bezeichnung „Hollerith“ geht auf das einstige Lochkartenverfahren in der EDV zurück, welches der US-amerikanische Ingenieur Herman Hollerith (1860-1929) erfunden hatte, und das in vielen Unternehmen, eben auch bei MANN+HUMMEL, zum Einsatz kam. Damals wurden die alten Buchstaben-Zahlen-Kombinationen auf die zehnstellige Hollerith-Nummer umgestellt. Das sind unsere bis heute gültigen zehnstelligen Sachnummern.

Vorzügliche Wortwahl

Interessant ist noch ein weiteres Detail der Auftragsbestätigung von 1953: Auf dessen Briefkopf war noch unser erstes MANN-FILTER Logo aufgedruckt, und der Firmenname MANN+HUMMEL noch mit einem „&“ verbunden. Dieses wurde später durch ein „+“ ersetzt. Bemerkenswert finde ich auch den Wortlaut der damaligen Textur, welche die Kollegen von einst auf die Bestätigung getippt hatten: „Für sorgfältige Ausführung Ihres Auftrags bleiben wir bemüht und empfehlen uns Ihnen“. Schon damals wurde größter Wert auf Verbindlichkeit gegenüber unseren Kunden gelegt, der mit der in den 1950er Jahren gebräuchlichen Grußformel „mit vorzüglicher Hochachtung“ endet. Die Form und Gestaltung der geschäftlichen Korrespondenz haben sich seit 1953 grundlegend geändert, unser stetiges Streben nach exzellentem Service und Kundenzufriedenheit nicht.