MANN+HUMMEL zählt zu den Top 50 der innovativsten Unternehmen in Deutschland. Thomas Jessberger erläutert im Interview mit Blog Managerin Ingrid Wittke, wie MANN+HUMMEL sein Produktportfolio systematisch optimiert und weiterentwickelt.

Herr Jessberger, bei Ihnen laufen die Fäden für die Weiterentwicklung von Produkten in der Erstausrüstung zusammen. Worum geht es dabei?

Jessberger: In der Weiterentwicklung verfolgen wir das Ziel, unser bestehendes Produktportfolio zu verbessern und wettbewerbsfähiger zu machen. Bei etablierten Produkten, wie zum Beispiel dem Kunststoff-Luftfilter, ist es nicht einfach, neue Ansätze zu finden. In unseren Innovationsworkshops jedoch stoßen wir immer wieder auf Verbesserungen, die uns einen Wettbewerbsvorteil bringen. Unsere Innovationen haben das Ziel, dass wir in den nächsten Jahren genauso wie heute die Nr. 1 im Markt bleiben.

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Was machen Sie, wenn Ihnen einmal nichts Neues einfällt?

Jessberger: Innovation kann nicht die Sache von wenigen Auserwählten sein. Daran sind bestenfalls alle im Unternehmen und viele externe Partner beteiligt. Außerdem gehen wir diese wichtige Aufgabe systematisch an. Wir beobachten, welche Trends es auf dem Markt gibt und überlegen, welche Technologien gegebenenfalls aus anderen Branchen auf MANN+HUMMEL übertragbar sind. Des Weiteren liefern die Kunden, aber auch unsere Ingenieure wertvolle Impulse. Wichtig sind außerdem unsere Lieferanten sowie Institute und Universitäten. Damit speist sich der Input für unsere Ideen aus den unterschiedlichsten Quellen.

Was passiert in dem angesprochenen Innovationsprozess in der Weiterentwicklung?

Jessberger: Da wir das Ziel verfolgen, bestehende Produkte zu optimieren und Schwachstellen zu beseitigen, haben wir im Unterschied zur Vorentwicklung den Vorteil, dass man eine Lösung schnell in der Serie umsetzen kann. Ein Aspekt, der mich immer wieder fasziniert, ist auch unsere Innovationsvielfalt: Wir machen Innovation von der inkrementellen Verbesserung des Produktes selbst bis hin zum komplett neuen Produkt. Denken Sie nur an das radiale Dichtkonzept bei Luftfiltersystemen oder die Luftfilter-Innovation Flexline.

Flexline MANN+HUMMEL

Können Sie eigentlich feststellen, ob Sie mir Ihren Innovationen auf dem richtigen Weg sind?

Jessberger: Das ist in der Tat eine spannende Frage, die uns auch ständig beschäftigt. Deshalb haben wir als Maßstab die Innovationserfolgsquote aufgesetzt. Sie sagt uns, wie viele Projekte bearbeitet wurden und wie viele davon in Serie gehen. In den letzten vier Jahren haben wir einen Wert von circa 65 Prozent erreicht. Man findet in der Literatur kaum Angaben dazu, aber wenn ich mit Kollegen aus anderen Firmen spreche, ist oft von einem Ziel von 30 Prozent die Rede. Das zeigt uns, dass wir nah am Kunden und am Markt sind.

Schauen wir im Jubiläumsjahr 75 nach vorn. Wie ist MANN+HUMMEL in punkto Weiterentwicklung für die nächsten Jahre aufgestellt?

Jessberger: Was mich besonders freut: Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, eine lebendige Innovationskultur zu entwickeln. Die Mitarbeiter sind inzwischen so sensibel, dass sie mit einer guten Idee nicht mehr zufrieden sind, sondern eine gute Idee sehr gut machen wollen. Der Erfolg unserer Arbeit zeigt sich darin, dass wir jedes Jahr mindestens eine Innovation auf den Markt bringen. Das ist auch das Ziel für die nächsten Jahre.