Auch in diesem Jahr haben wir von MANN+HUMMEL unsere Produkte für Elektromobilität und Brennstoffzelle auf der IAA präsentiert – mit regem Publikumsinteresse! Neben den wohlbekannten Batterierahmen für den Chevrolet Volt, drehte sich alles um Filtrationsprodukte für Elektromobilität und Brennstoffzellen.

Welche Filtrationsprodukte braucht man überhaupt in E-Fahrzeugen?

Elektromobilitäts-spezifische Komponenten, wie Hochvolt-Batterien, Elektromotoren und Leistungselektronik benötigen für ihren Einsatz ein optimales Temperaturfenster, was eine aktive Kühlung oder Heizung – entweder mit Luft oder einem flüssigen Kühlmittel – erforderlich macht. Im Falle der Luftkühlung setzen wir typische Partikelfiltermedien ein, um die Batterie sowie das Gebläse vor schädlichen Partikeln zu schützen. Ebenso benötigt man hocheffiziente, chemisch besonders stabile Filtermedien für die Flüssigkühlung des Batteriesystems.

Partikel können zu Verschleiß in Kühlsystemkomponenten wie der Pumpe oder zum Verblocken von Kühlkanälen führen. Hier können wir klar mit unseren besten Filtermedien punkten. Werden Leistungselektronik, Elektromotor und Getriebe zu einer sogenannten E-Achse integriert, muss nicht nur eine Flüssigkühlung, sondern auch eine Schmierung erfolgen. Dafür lassen sich Filterkonzepte von MANN+HUMMEL aus der Getriebeöl-Filtration anwenden. Durch die Integration von Magneten werden zusätzlich metallische Partikel abgefangen.

Filtrationsprodukte für Elektromobilität und BrennstoffzellenVerstehen wir Filtration als das Trennen des Schädlichen vom Nützlichen, so zählen auch unsere seit mehreren Jahren in Serie produzierten Druckausgleichs-/ Notentgasungseinheiten zu den Filterprodukten. Sie lassen das Nützliche, die zum Druckausgleich zwischen Umwelt und Batteriesystem-Inneren erforderliche Luft, über eine Membrane passieren, halten dabei aber Flüssigkeiten und Feststoffe zuverlässig zurück. Unsere Lufttrockner-Produkte, die wir zum ersten Mal im neuen Design vorgestellt haben, binden Luftfeuchtigkeit im Batteriesystem-Inneren und verhindern so Wasserkondensation an Kühlflächen. Gerade in schwül-heißen Regionen sowie beim Einsatz von Schnellladung kann unser Produkt überzeugen.

Filtrationsprodukte

Außerdem sehen wir ein großes Interesse – gerade von Herstellern von Premium-Elektrofahrzeugen – an besonders reiner Luft im Fahrgastraum. Nicht nur die Umwelt muss von lokalen Emissionen aus dem Verkehr verschont bleiben, auch die Passagiere im Auto sollen vor Feinstaub und Stickoxiden geschützt werden.

Und was ist mit der Brennstoffzelle?

Wir haben zwei Produkte für die Brennstoffzelle ausgestellt: den Ionentauscher-Filter sowie ein Brennstoffzellen-Luftfiltersystem. Letzteres filtert nicht nur schädliche Partikel aus der Luft ab, sondern adsorbiert ebenfalls schädliche Gase, die ansonsten die Brennstoffzelle nachhaltig schädigen würden. Auf den ersten Blick ist das System mit Filterelement, Gehäuse sowie Roh- und Reinluftleitungen kaum von einem Luftfiltersystem für den Verbrennungsmotor unterscheidbar, so dass wir hier viele unserer Erfahrungen und Kompetenzen nutzen können. Der Ionentauscher-Filter reinigt die Kühlflüssigkeit der Brennstoffzelle von gelösten Salzen oder Ionen und verhindert so Kurzschlüsse am Brennstoffzellen-Stack.

Elektromotoren und Leistungselektronik

Ihre persönlichen Eindrücke von der IAA?

Was auffiel war, dass etliche Automobilhersteller, die sich über Elektrofahrzeuge definieren wie z.B. Tesla oder BYD, überhaupt nicht vor Ort waren und ausgestellt haben. Sehr viel Elektromobilität habe ich aber bei den Zulieferern gesehen. Diese haben E-Mobility-Produkten oft viel Platz auf ihren Ständen eingeräumt. Zu sehen gab es dort unter anderem komplette Batteriesysteme sowie Elektroantriebe, -motoren und -achsen. Die Elektrofahrzeuge der traditionellen OEMs wurden recht unaufgeregt präsentiert – das sollte vermutlich zeigen, dass diese nicht mehr Top-Innovationen sind, sondern bald alltäglich sein werden.

Und das Highlight?

Mir haben die Exponate zum Daimler GLC Fuel Cell Plug-In sehr gut gefallen. Hier konnte man sehr genau den Systemaufbau sehen. Spannend war auch, dass die OEMs die Themen Innovation und Technologien, wie Virtual Reality, 3D-Druck sowie neue Mobilitätskonzepte gezeigt haben. So viele Ideen und Entwicklungen ermöglichen einen freudigen Blick in die automobile Zukunft!