Klingt etwas seltsam ist aber tatsächlich so. Als ich im Alter von 7 Jahren (1987) meine Schullaufbahn begann, dachte ich nicht, dass mein letzter Schultag mit 37 Jahren sein würde. Damals hatte ich andere Ziele. Wie viele kleine Kinder träumte ich von Haus und Auto und einem Beruf als Feuerwehrmann. Doch es kam natürlich wie so oft anders im Leben. Ich absolvierte die ersten vier Jahre in der Grundschule. Danach ging ich auf eine weiterführende Schule und hatte mit 18 Jahren den Sekundärabschluss I in der Tasche. Eigentlich dachte ich damals das war´s, endlich Schule zu Ende und ich werde jetzt das „große“ Geld verdienen.

Werkbank statt Schulbank

Glücklicherweise fand ich dann bei MANN+HUMMEL in Speyer einen Ausbildungsplatz als Werkzeugmechaniker der Stanz- und Umformtechnik. Ich war glücklich und freute mich auf meine berufliche Zukunft. Die 3,5 Jahre andauernde Ausbildung machte mir Spaß und ich wurde das erste Mal mit Begriffen konfrontiert, die da lauteten: „Meister“ und „Techniker“. Im ersten Moment war der Gedanke wer braucht das und für was ist das überhaupt? Im Laufe der Zeit wurde ich den Gedanken aber nicht mehr los – sollte ich eine Weiterbildung beginnen?

Es war so, wie ich mich noch erinnern kann, kurz vor der Abschlussprüfung im Jahr 2002, als ich den Entschluss fasste, die Weiterbildung des Maschinenbautechnikers tatsächlich „dran zu hängen“. Eigentlich war die Idee noch im Jahr meiner Abschlussprüfung mit der Schule zu beginnen, doch daraus wurde nichts. Die Jahre vergingen und ich sah in meinem Berufsleben viele Änderungen, bei Kollegen wie auch bei mir selbst.

Schulabschluss mit 37 Jahren

Nach der Ausbildung begann ich in einer Montagegruppe in der Produktion zu arbeiten. Ich montierte Spaltfilter und ab zu durfte ich auch an einer Drehmaschine die dazugehörigen Elemente mechanisch bearbeiten. Nach 2,5 Jahren ergab sich die Möglichkeit in einen anderen Bereich zu wechseln. Diese Chance nutzte ich und so wurde ich damals Maschineneinrichter in der CP Fertigung, die gerade aus Marklkofen nach Speyer verlagert wurde.

Trotz dieser beruflichen Entwicklung ließ der Gedanke an eine Weiterbildung mich noch immer nicht los. Ein Jahr darauf wurde ich dann Schichtführer im gleichen Bereich. Nach weiteren fünf Jahren erkannte ich, dass ich ohne eine Weiterbildung leider nicht mehr weiterkomme. Also verstärkte sich mein Gedanke noch mehr nun endlich „meinen Techniker“ zu machen.

Die Anmeldung an die Schule ging raus und prompt bekam ich auch eine Zusage für das gleiche Jahr (2010). Allerdings wärte die Freude der Zusage nicht all zulange, da ich nun vor einem Problem stand: Die Schichtarbeit und Schule in den Abendstunden und das noch vier Jahre lang ließen sich leider schlecht organisieren, da ich in der Schule eine Anwesenheitspflicht von 75% bringen musste, um zur Prüfung zugelassen zu werden.

Robert Storch als Fertigungsbetreuer

Ich sprach damals mit meinem Vorgesetzten und informierte ihn über mein Vorhaben und gleichzeitiges Problem. Er nahm sich der Sache an und unterstützte mich. Ich trat kurz darauf eine Stelle als Fertigungsbetreuer an. So konnte ich mit dank neuer beruflicher Aufgaben und dem Start der Weiterbildung meine Kenntnisse in der Praxis und Theorie gleichermaßen anwenden.

Für die Stelle des Fertigungsbetreuers war damals eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker Voraussetzung. Nach vier harten Jahren (nicht nur für mich auch für meine Frau und der damals zu Welt gekommenen Tochter) war der Tag gekommen, an dem ich meinen Abschluss in der Tasche hatte. Ich war froh aber gleichzeitig auch ernüchtert. Mir wurde schnell klar, dass selbst diese Weiterbildung mich „nur“ einen Schritt weitergebracht hat…

Lernen kann man lebenslang

Meine Frau und ein Kollege ermutigten mich daraufhin noch weiter zu lernen. Ich meldete mich also wieder in der Schule an und machte von August 2015 bis zum Juni dieses Jahres den Technischen Betriebswirt. Auch diese Zeit war hart, doch dank der hervorragenden Unterstützung meines Familienmanagers (und der mittlerweile vier Kinder) konnte ich auch diesen Schritt bewältigen.

Viele Freunde und Bekannte fragen mich immer wieder, ob ich diesen Weg noch einmal gehen würde. Meine Antwort: ein klares Ja! Aus meiner Sicht wurde mir eine tolle Kombination von Theorie und Praxis geboten, denn auch während der Weiterbildung zum Technischen Betriebswirt bekam ich die Chance eine neue Tätigkeit im Projektcontrolling zu beginnen. Auch hier konnte ich wieder meine Kenntnisse einsetzen.

Bildungschancen bei MANN+HUMMEL

An dieser Stelle möchte ich Jeden ermutigen, eine Weiterbildung zu absolvieren! Es lohnt sich fachlich so wie auch menschlich. Heute bin ich 37 Jahre alt und sage das war´s, aber man weiß ja nie… vielleicht kommt es noch einmal dazu, dass ich die Schule besuche.