Im Rahmen meines Masterstudiums „Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist ein Berufspraktikum vorgesehen und da mir schon klar war, dass ich mich gerne auf dem Gebiet Partikel- und Filtertechnologie spezialisieren würde, musste ich nicht lange überlegen und bewarb mich bei MANN+HUMMEL.

EINE MASTERARBEIT MIT PRAXISBEZUG

So fing ich im April 2018 mein Praktikum im Flüssigfilter-Prüffeld in Ludwigsburg an und beschäftigte mich von nun an für die nächsten sechs Monate mit mobilen Partikelzählern. Das Praktikum gefiel mir sehr gut, sodass schnell der Wille aufkam, auch meine Masterarbeit im Unternehmen zu schreiben. Dafür reizte es mich allerdings nochmal einen anderen Bereich kennenzulernen und deshalb legte ich mich thematisch auf Luftfilter bzw. Aerosoltechnik fest und bewarb mich für meine Masterarbeit beim Team „Feinstaubfresser“.

EINE MASTERARBEIT MIT PRAXISBEZUG

Schon während meiner Praktikumszeit waren die „Feinstaubfresser“ als innovatives Projekt, was sich dem aktuell stark in den öffentlichen Fokus gerückten Thema Luftverschmutzung annimmt, bereits in aller Munde. Daher hatte ich die Entwicklung des Projekts bereits aufmerksam mitverfolgt und freute mich umso mehr, als ich eine Zusage bekam. Von Seiten der Universität fand ich mit Prof. Achim Dittler, Leiter der Arbeitsgruppe „Gas-Partikel-Systeme“ am Institut für mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik am KIT, einen Betreuer, der meine Arbeit wissenschaftlich begleitet.

Messstation am Neckartor

BEITRAG ZU EINER PRODUKTINNOVATION

Seit November 2018 schreibe ich nun meine Masterarbeit über die Wirksamkeit der stationären Filtersäulen am Stuttgarter Neckartor und am Bleyle Quartier in Ludwigsburg zur Abscheidung von Feinstaub aus der Umgebungsluft. Die Untersuchung der Wirksamkeit der Säulen bestand hauptsächlich aus Messungen der Feinstaubkonzentration mit mobiler Messtechnik direkt vor Ort. Im Vergleich zu Messungen bei konstanten Bedingungen im Labor steht man bei Feinstaubmessungen im Außenbereich vor ganz neuen Herausforderungen. So gibt es zahlreiche Umgebungseinflüsse vor Ort, die meist nicht vorhersehbar sind und die Messungen beeinflussen, wie beispielsweise vorbeilaufende Raucher oder das spontane Umschlagen der Wetterbedingungen.

diverse Messinstrumente

Der Großteil der Vor-Ort-Messungen wurde an Feinstaubalarm-Tagen bei einer sehr hohen Feinstaubkonzentration durchgeführt. Da sehr hohe Feinstaubkonzentrationen nun mal nicht jeden Tag vorkommen, galt es diese Tage zu nutzen und eine ganztägige Messkampagne durchzuführen, wobei es natürlich egal war ob die Temperatur bei knapp über 0°C oder bei milden 10°C lag. Darüber hinaus sind für eine Masterarbeit über ein Thema, das momentan stark in der öffentlichen Debatte steht und kontrovers diskutiert wird, natürlich auch ein gewisses Verantwortungsbewusstsein und eine besondere Sorgfalt gefordert, da ein internes und öffentliches Interesse an den Messergebnissen besteht. Letztlich hat sich der Aufwand jedoch gelohnt: erste Ergebnisse zeigen eine positive Wirkung der Filtersäulen.

Feinstaub messen in Stuttgart

EIN TEAM MIT STARTUP-FLAIR

Aber nicht nur die Aufgaben, die ich übernehmen durfte, waren spannend, es war auch ein besonderes Erlebnis in einem interdisziplinär zusammengesetzten Projektteam zu arbeiten. Dadurch bekam ich einen interessanten Einblick in fachfremde Bereiche, was einen Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen in klassisch aufgebauten Spezialistenteams darstellte. Außerdem ist bei der Entwicklung von innovativen Produktideen meist Geschwindigkeit und enge Kommunikation gefragt, was alternative Arbeitsweisen erfordert. Daher lernte ich neue agile Arbeitsmethoden kennen wie beispielsweise SCRUM, ein Vorgehensmodell für das Projektmanagement, das eine schnelle und effiziente Produktentwicklung ermöglicht.

Filtercube am Neckartor

Ich bin jedenfalls sehr froh darüber mit meiner Masterarbeit zu der Entwicklung eines innovativen Produktes beigetragen zu haben und bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, Erfahrungen in einem agilen, ständig wechselnden Umfeld zu sammeln.