Start-up-Mentalität in einem traditionsreichen, mittelständischen Unternehmen? Das konnte ich mir zunächst auch nicht vorstellen. Bis ich durch mein Mechatronik-Studium an der Hochschule Pforzheim vor circa 6 Monaten als Werkstudent bei MANN+HUMMEL gelandet bin. Genauer gesagt im Feinstaubfresser-Team. Feinstaubfresser ist eine Technologieplattform von MANN+HUMMEL, in deren Rahmen Filtrationslösungen entwickelt werden, um die Luft in Städten sauber zu halten. Hauptfokus liegt derzeit auf emissionsfreiem Fahren durch mobile Filter und auf der Verbesserung der Luftqualität an Feinstaubhotspots wie Bahnhöfen, Bushaltestellen und Kreuzungen durch stationäre Filtersäulen (Filter Cubes).

Feinstaubfresser

Das Neckartorprojekt

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich von einem jungen und dynamischen Team empfangen, das in einer lockeren, fast freundschaftlichen Arbeitsatmosphäre zusammenarbeitet. Ich hatte das Glück dort direkt in ein spannendes laufendes Projekt einsteigen zu können, bei dem 17 Filtersäulen am Stuttgarter Neckartor aufgestellt wurden, einem der am stärksten Feinstaub belasteten Orte in Deutschland. Seit Ende 2018 sind die Säulen nun bereits in Betrieb und filtern mittlerweile nicht mehr nur Feinstaub, sondern werden in naher Zukunft auch in der Lage sein, Stickstoffdioxid (NO2) aus der Luft zu filtern. Heute möchte ich einen kleinen Blick hinter die Kulissen gewähren und zeigen, wie viel Arbeit in so einem aufwändigen Projekt steckt.

Neckartor

Ich war mit zwei weiteren Kollegen im Elektronik- und IOT-Team. Wir waren also für Messung, Elektronik und Entwicklung zuständig. Im Detail bedeutet das, dass wir für den Aufbau der Steuerbox und die Entwicklung der Software sowie für den Elektronikaufbau und die Verkabelung der Säulen verantwortlich waren. Auch die Inbetriebnahme im Testmodus, zur Funktionalitätsüberprüfung der Säulen, sowie die Behebung anfänglicher Fehler waren Teil unserer Arbeit. Besonders das hat uns die eine oder andere Überstunde eingebracht. Die Filtersäulen wurden nämlich zunächst bei MANN+HUMMEL aufgebaut und anschließend an das Neckartor geliefert. Am Neckartor mussten sie nur noch aufgestellt und von uns an das Stromnetz angeschlossen werden. So war ich von der Entwicklung, über Tests bis hin zur Inbetriebnahme vor Ort am Entstehungsprozess beteiligt. Dadurch war mein Arbeitstag immer sehr abwechslungsreich, da wir im Büro Vorbereitungen getroffen und programmiert haben, aber auch die technische Arbeit an den Säulen nicht zu kurz kam.

Herausforderungen blieben nicht aus

Natürlich gab es auch reichlich viele Herausforderungen für mich, welche manchmal auch ganz schön stressig werden konnten. Beispielsweise wäre hierbei die Inbetriebnahme vor Ort bei jedem Wind und Wetter zu nennen. So musste ich das ein oder andere Mal dick eingepackt mit Laptop ans Neckartor fahren um eine reibungslose Inbetriebnahme zu gewährleisten. Ein weiterer Stressfaktor war auch der Termindruck, der sich an manchen Tagen extrem bemerkbar gemacht hat. Aber wenn ich jetzt auf das vielversprechende Ergebnis der ersten Messungen blicke, hat sich die harte Arbeit voll und ganz bewährt und gerade an der Programmierung und Steuerung der Säulen zu arbeiten, hat mir immer viel Spaß gemacht.

Feinstaubfresser

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass man bei MANN+HUMMEL auch als Werkstudent viel Verantwortung übertragen bekommt. So durfte ich einiges in Eigenregie erledigen und organisieren. Beispielsweise habe ich einzelne Softwareaufgaben eigenständig übernommen oder auch zusammen mit Mitarbeitern von MANN+HUMMEL ein paar der Filtersäulen aufgebaut und deren Verkabelung überprüft.

Und so geht’s weiter

Meine Arbeit am Neckartorprojekt ist jetzt erst einmal abgeschlossen, aber meine Zeit im Feinstaubfresser-Team neigt sich zum Glück noch nicht dem Ende zu. Denn ich werde bald meine Bachelorthesis, welche sich Inhaltlich mit der Entwicklung einer mobilen IoT-Messbox beschäftigt, hier im FSF-Team beginnen. Auch wenn ich deshalb noch ein weiteres halbes Jahr bei MANN+HUMMEL bleiben kann, habe ich aus meiner bisherigen Zeit hier schon viel mitnehmen können. Bei den Feinstaubfressern wird Teamgeist wirklich groß geschrieben und man erfährt eine Art Start-up-Mentalität, durch die man viele Freiheiten hat. Ich freue mich jedenfalls schon auf die kommende Zeit hier!