Wir freuen uns sehr über das 75-jährige Firmenjubiläum von MANN+HUMMEL, denn unsere deutschen Kollegen sammeln von jedem MANN+HUMMEL Standort in der ganzen Welt Gegenstände, die für den jeweiligen Ort, seine Kultur und seine Tradition typisch sind. Alle diese Stücke finden ihren Platz in einer Zeitkapsel, die als Sammlung die Zeiten überdauern soll. Beide Beiträge der Standorte in Indien – Tumkur im Süden und Bawal im Norden – sind Kleidungsstücke: eins für den Kopf, das andere für die Füße.

Die Kopfbedeckung der Könige

Der südindische Bundesstaat Karnataka ist Heimat des MANN+HUMMEL Werks in Tumkur sowie unseres Vertriebsbüros in Bangalore. Bevor sein Name 1973 geändert wurde, hieß Karnataka Mysore. Unser Gegenstand, der Mysore Peta, ist der traditionelle Seidenturban der Könige von Mysore aus der Familie Wodeyar, die das Königreich Indien von 1399 bis 1947 regierten. Diese Könige trugen keine Kronen, sondern eben den Mysore Peta, der mit feinen Bändern aus Goldfäden und bunten Edelsteinen besetzt war. Außer den Königen trugen auch wichtige Männer am Hof und hohe Beamte wie der vom König ernannte Premierminister diesen besonderen Turban, mit dem sie ihre Macht demonstrierten.

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Mit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 wurde der Mysore Peta zum typischen Symbol der Kultur von Karnataka. Der Staat verleiht zum Beispiel seinen Bürgern einen Mysore Peta für besondere Verdienste. Und auch Prinz William trug bei einem seiner letzten Staatsbesuche bei uns einen Turban.  Sogar an einer Universität hier haben die Absolventen keinen Doktorhut, sondern einen Turban. Der Mysore Peta ist wirklich ein Symbol von Karnataka und in ganz Indien bekannt und – nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben, hoffe ich – auch in der ganzen Welt.

Eine äußerst vielseitige Fußbekleidung

Den Gegenstand, den wir für das MANN+HUMMEL Werk in Bawal im Südwesten unserer Hauptstadt Neu-Delhi ausgesucht haben, ist der Jutti. Dieser Schuh ist ungeheuer vielseitig: Er kann ganz schlicht und einfach sein oder ausgefallen und kunstvoll, je nach Anlass, zu dem er getragen wird. Die Modelle sind meist für beide Geschlechter, aber Jutti für Männer haben noch eine nach oben gebogene Spitze, die man „Nokh“ nennt. Wenn Sie jemanden Jutti tragen sehen, wissen Sie sofort, dass er aus der Gegend von Rajasthan oder Haryana kommt, denn diese Art von Schuh gibt es nur in Nordindien.

Jutti sind besonders auf dem Land klassische Alltagsschuhe, denn sie kosten nicht viel und sind trotzdem haltbar. Aber heutzutage, wo vieles modisch aufgewertet wird, gibt es auch Jutti, für die man ein kleines Vermögen ausgeben kann. Anders als bei den meisten Schuhen gibt es kein rechtes und linkes Modell. Vielmehr passen sie sich beim regelmäßigen Tragen dem jeweiligen Fuß genau an und sind dadurch ausgesprochen bequem. Reich verzierte und aufwendig gearbeitete Jutti werden zu besondern Zeremonien getragen, zum Beispiel zu Hochzeiten.

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Und zwar nicht nur aus kultureller Tradition, sondern weil sie besonders stilvoll sind. Aber das Wichtigste: Wenn Sie jemals Gast bei einer indischen Hochzeit waren, wissen Sie, dass sie Tage dauern kann – deshalb sind bequeme Schuhe einfach unverzichtbar.

Unsere beiden „Gaben” sind jetzt auf dem Weg zum MANN+HUMMEL Technologiezentrum in Ludwigsburg, wo sie mit den anderen Gegenständen aus aller Welt ausgestellt werden. Wir sind stolz, dass sie hier als Zeichen unserer langen und reichen Kultur Indien vertreten werden.