Wie kam es dazu?

Während meiner Zeit bei MANN+HUMMEL in Polen spielte ich professionell Volleyball. Nach 15 Jahren Ligakarriere entschied ich mich aber zum Aufhören, da sich doch gewisse körperliche Verschleißerscheinungen bemerkbar machten. Dennoch brauchte ich nach wie vor Bewegung. Mein Vorgesetzter, Tomasz Mosinski, ein begeisterter Straßenradfahrer, schlug mir als interessante Alternative den Radsport vor. Und so begann meine neue Leidenschaft für Straßenrennen.

Im Jahr 2017 kam ich zu MANN+HUMMEL Großbritannien, wo ich meinem Sport treu blieb. In den letzten Jahren bin ich viele berühmte Strecken in ganz Europa abgefahren. Ich habe also einige Erfahrung mit dem Transport meines Fahrrads im Auto oder im Flugzeug. Mein Weg im Sattel führte mich an so spannende Orte wie diverse Tour-de-France-Etappenziele, Mallorca oder Schauplätze von Frühjahrsklassikern in Belgien und Frankreich.

das MANN Filter Team

Meine persönliche Tour de France

Zu meinen beruflichen Aufgaben gehört die Zusammenarbeit mit unserem französischen Werk in Laval im Rahmen unserer Einkaufsstrukturen. Da viele meiner französischen Kollegen ebenfalls passionierte Radfahrer sind, entstand schnell ein persönlicher Draht.

In diesem Jahr hat sich das Team von MANN+HUMMEL Frankreich zur Teilnahme am André-Dufraisse-Radrennen nahe Limoges entschieden. Der Fachzeitschrift „Le Cycle“ zufolge gehört dieses Rennen zu den 50 schönsten Sportveranstaltungen in Frankreich und weltweit. Gemessen an der Zahl der Teilnehmer – im Schnitt 2.000 angemeldete Radfahrer – gehört es zu den Top 15 der französischen Sportevents. Für viele Fahrer ist es mittlerweile eine feste Größe im Radsportkalender. Das Rennen ist einer lokalen Radfahrlegende, André Dufraisse, gewidmet, der fünfmal das Regenbogentrikot der Cyclocross-WM und siebenmal die französische Meisterschaft gewann – eine der beeindruckendsten Karrieren im französischen Sport.

Als einer der französischen Kollegen, der am Rennen teilnehmen sollte, ausfiel, bat das Team mich, für ihn einzuspringen. Zur Zeit des Rennens musste ich mich nämlich einiger beruflicher Meetings wegen in Frankreich aufhalten. Also lud ich mein Fahrrad ins Auto und fuhr nach Frankreich. Nach einigen sehr produktiven Meetings blieb ich übers Wochenende im Land und reiste zusammen mit dem Team von MANN+HUMMEL Frankreich nach Limoges.

Karol Sobczyk

Der große Tag

Am Tag des Rennens standen wir um 6 Uhr auf und frühstückten gemeinsam. Vor uns lagen sechs Stunden im Sattel – daher war es wichtig, ordentlich Kraft zu tanken und danach gut zu verdauen. Um 8:30 Uhr standen wir schließlich an der Startlinie. Bei der Anmeldung konnten wir aus vier verschiedenen Routen auswählen, die alle im Stadtzentrum von Limoges begannen. Die Erfahrung, an einem Massenstart im Herzen einer Stadt teilzunehmen, war unvergesslich. Das Team wählte „La LIMOUSINE“, eine 160 Kilometer lange Strecke mit insgesamt 2.010 Metern Höhenunterschied. Ich hingegen entschied mich zusammen mit einem Kollegen für eine besondere Herausforderung: die sehr treffend benannte „La LIMOUSINE Challenge“. Auf dieser 180-Kilometer-Route sind insgesamt 2.600 Meter Höhenunterschied zu bewältigen.

Die Fahrt hatte es wirklich in sich, doch die Atmosphäre am Start und auf der ganzen Strecke – die Teamerfahrung, jubelnde Zuschauer und kleine Kinder, die mit ihren Rädern neben uns her fuhren – war jede Mühe wert. Ein unvergessliches Erlebnis. So müssen sich Radprofis auf den großen Parcours fühlen, etwa bei der Tour de France oder der Vuelta a España.

Auf dem Podest

Am Ende waren alle von uns überglücklich über die tolle Erfahrung – und stolz auf unsere Leistung. Ich schloss die Rundfahrt in sechs Stunden und neun Minuten ab (durchschnittliche Geschwindigkeit: 30 Kilometer pro Stunde). Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, obwohl ich vorab mit unter sechs Stunden geliebäugelt hatte. Zum Abschluss wartete noch eine Überraschung auf mich, als die Veranstalter alle ausländischen Teilnehmer ehrten. Für mich hieß das nämlich, zum ersten Mal in meinem Radfahrerleben auf dem Podest zu stehen! Nun gut, man drückte mir zwar eine britische Fahne in die Hand, obwohl ich Pole bin, aber vielleicht schwenke ich ja beim nächsten Mal beide Länderflaggen.

Die Sieger auf dem Potest

Ganz herzlich danke ich Gilles Basset von MANN+HUMMEL Frankreich für die Einladung, Eric Limousine für die perfekte Reiseorganisation und dem Rest meiner französischen Radfahrkollegen für den mitreißenden Teamgeist und das fantastische Aktivwochenende in Frankreich!