Die Society of Women Engineers (SWE), das Air Zoo Museum und regionale Unternehmen aus dem westlichen Michigan haben ein gemeinsames Ziel: Sie möchten Mädchen den Eindruck vermitteln, dass sie in der Welt von Wissenschaft, Mathematik, Kunst und Technik ihren Traumberuf finden können. Auf der jährlich stattfindenden Air Zoo & SWE Corporate Engineering Challenge haben Mädchen im Alter von neun bis zwölf Jahren die Gelegenheit, in einer unterhaltsamen Lernumgebung mit den Ingenieurswissenschaften in Kontakt zu kommen. Es ist kein Geheimnis, dass Ingenieursberufe noch immer eine Männerdomäne sind. Doch wir können einen Beitrag leisten, dies zu ändern, indem wir Mädchen dazu anregen, Ideen zu entwickeln, umzusetzen und in der Praxis auszuprobieren.

Als Praktikantin im Bereich Projektentwicklung von MANN+HUMMEL USA am Standort Portage (Michigan) und als Studentin mit dem Ziel, einen Bachelor-Abschluss in Produktionstechnik zu erlangen, weiß ich aus eigener Anschauung, wie wenige Frauen es unter meinen Ingenieurskollegen und Kommilitonen gibt. Nichts gegen meine männlichen Kollegen, sie sind durchweg sympathisch und Experten auf ihrem Gebiet, dennoch bin ich überzeugt, dass dieser Beruf von weiblichen Sicht- und Herangehensweisen profitieren kann – und dass er inklusiver und für Frauen weniger einschüchternd sein sollte. Aus diesem Grund meldete ich mich freiwillig als Mentorin für eine Gruppe von Mädchen, die an der Air Zoo & SWE Corporate Engineering 2017 teilnahmen.

MANN+HUMMEL PortageDie Veranstaltung fand am Samstag, dem 18. Februar 2017, im Air Zoo Museum statt, in dem sich alles um Flugzeuge dreht. Finanziert wurde diese Veranstaltung von innovativen Unternehmen aus der Region. Ingenieure – und vor allem Ingenieurinnen – dieser Unternehmen stellten sich zur Verfügung, um Mädchen ausgewählte Exponate zu erklären und ihnen die Gründe für ihre Berufswahl zu schildern. In diesem Jahr konnten 128 Mädchen kostenlos teilnehmen – die Kinder, die ganz normal Eintritt zahlten, nicht mitgerechnet. 8 dieser 128 Kinder wurden MANN+HUMMEL USA zugeteilt, das als eines von 16 Unternehmen mit dabei war.

Einige der Kinder, die das Museum regulär besuchen, sind noch sehr klein. Sie begreifen zwar nicht die wissenschaftlichen Konzepte hinter den Exponaten, aber die Aktionen, die das Museum präsentiert, bringen sie der faszinierenden Welt der Technik mit ihren unterschiedlichen Disziplinen nahe. Jedes Ausstellungsstück ist für Kinder sehr aufschlussreich. MANN+HUMMEL USA zum Beispiel präsentierte eine spezielle Airbox: Wenn man in deren Einlassventil Glitzerstaub einfüllt, kann man zusehen, wie er durch die Airbox wandert, und so die Funktionsweise erklären.

Die kleinen Besucherinnen konnten auch eine Miniaturgussform bestaunen, mit der sich Kunststoffteile herstellen lassen, und verschiedene Kunstharze berühren, aus denen unsere Produkte entstehen. So lernten sie, wie sich gummiartiges Santopren, hartes Mahlgranulat oder Kunstharz aus Glasfasern und Silikonöl anfühlt. An anderer Stelle erfuhren die Mädchen, dass der menschliche Körper im wahrsten Sinne des Wortes unter Strom steht: Sie brachten zwei Glühlampen zum Leuchten, indem sie sich an den Händen fassten und zusammen mit den Lampen einen (Strom-)Kreis bildeten. Außerdem durften die Mädchen an Papier schnuppern, das durch Reiben den Geruch von Erdgas verströmt.

Frauen in Männerberufen

Die Botschaft: Wer jemals wieder diesen Geruch wahrnimmt, sollte besser die Beine in die Hand nehmen und sich an einen sicheren Ort begeben. Das Western Michigan University College of Engineering ließ die Mädchen mit Wasser und Öl „Lavalampen-Halsketten“ in verschiedensten Farben herstellen. Whirlpool gab ihnen die Gelegenheit, Plattformen zu bauen, die Gewichte aus Nudeln – hergestellt mit einer Whirlpool-Nudelmaschine – tragen sollten, und die Erwachsenen zeigten großes Interesse an der neuen Siphon-Kaffeemaschine von Whirlpool.

Und schließlich nahmen die Mädchen auch noch an einem Flugzeugwettbewerb teil. Die Aufgabe lautete, aus einem kleinen Karton ein Segel- und aus einem großen Karton ein Frachtflugzeug zu bauen. Als Materialien waren nur Bastelpapier, Heißkleber, Eisstiele, Klebeband, Trinkhalme, Gummibänder, Aluminiumfolie, Luftpolsterfolie und Büroklammern zugelassen. Die Mädchen – aufgeteilt in 16 Teams nach den Unternehmen, denen sie zugeordnet waren – wetteiferten darum, welches Flugzeug die längste Strecke gleitend zurücklegen würde. Das MANN+HUMMEL USA-Team gewann dabei den Preis für den besten Materialeinsatz.

MANN+HUMMEL Portage

Die Kinder zeigten großes Interesse und waren sehr wissbegierig. In einer Fragerunde konnten sie eine Gruppe von Ingenieurinnen nach Lust und Laune aushorchen, darunter als Ehrengast eine leitende Ingenieurin der NASA, die mit der Collier Trophy ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung wird jährlich von der National Aeronautic Association für „herausragende Leistungen in der amerikanischen Luft- und Raumfahrt“ verliehen, unter besonderer Würdigung der „Leistung, Effizienz und Sicherheit von Raumfahrzeugen, die sich im Laufe des Vorjahres im praktischen Einsatz bewährt haben“.

Die Preisträgerin absolvierte ihr Ingenieursstudium als einzige Frau, erwarb eine Pilotenlizenz und leitete ein Team von Ingenieuren in einer der renommiertesten Behörden der Welt.  Am Ende der Veranstaltung lernten die Mädchen noch eine Reihe von Frauen, die auf einer Ölbohrinsel im Golf von Mexiko arbeiteten, sowie Konstrukteurinnen chirurgischer Instrumente kennen und nahmen diese Erkenntnis mit nach Hause: Jungen Frauen, die in die Fußstapfen solcher Vorbilder treten möchten, wird es an Unterstützung durch ihre Community nicht mangeln!