Am Girls‘ Day haben Mädchen ab der 5. Klasse die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen großer Unternehmen, Betriebe und Hochschulen zu werfen. Sie bekommen so die Chance, Ausbildungsberufe und Studiengänge aus den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennenzulernen, mit denen Sie ansonsten vermutlich nicht in Berührung kommen würden.

Bei MANN+HUMMEL waren beim Girls‘ Day  im April zehn Mädchen zu Besuch. Als Auszubildender im Bereich Elektronik durfte ich ihnen Aufgaben aus meiner Ausbildung zeigen.

Pünktlich um 9 Uhr wartete bereits eine Gruppe Schülerinnen an der Pforte. Nach einer kurzen Begrüßung durch unsere Ausbildungsleiterin Frau Fritz ging es auch direkt los. Jeweils zwei Mädchen wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen abgeholt, um einen Einblick in unterschiedliche Fachbereiche wie zum Beispiel Prüftechnik, Instandhaltung oder Flüssigfiltration, zu bekommen. Im Anschluss daran traf man sich wieder im Seminarraum unserer Ausbildungswerkstatt, wo es nach dem Mittagessen weitergehen sollte.

Der nächste Programmpunkt war das Fertigen einer LED-Taschenlampe. Zusammen mit unseren beiden Ausbildern Herrn Holzinger und Herrn Kranich stellten wir den jungen Damen zunächst das Projekt sowie die zur Fertigstellung nötigen Arbeitsschritte vor. Die Mädchen sollten selbst, mit Unterstützung von uns Azubis, die Bauteile einer kleinen Taschenlampe herstellen und anschließend zusammenbauen. Die dafür benötigten Halbzeuge wurden von uns bereits vorbereitet, sodass sich die motivierten Mädels nur ans Bohren, Drehen und Löten machen mussten. Dazu hatten wir bereits am Vormittag einige Stationen in der Lehrwerkstatt aufgebaut, an denen die verschiedenen Arbeitsschritte durchgeführt werden konnten.

Zunächst noch etwas verhalten machten sich die Besucherinnen in kleinen Gruppen an die Arbeit. Mein Kollege Daniel betreute dabei eine der beiden Drehmaschinen, an denen Gehäuse und Lampenschirm, beides aus Aluminium, bearbeitet wurden. Beim Drehen wird mit Hilfe eines Meißels ein feiner Span von der Oberfläche des zu fertigen Werkstückes abgehoben. Hierdurch entsteht eine schöne, glatte Oberfläche. Durch Ansenken und Anfasen werden schließlich noch die scharfen Kanten entfernt. Auch das Gewinde, in das man später den Lampenschirm schraubt, wurde von den Mädels selbst geschnitten!

Ein weiterer wichtiger Schritt war das Löten. Hier konnten die Mädchen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen, denn beim Verbinden der kleinen LED mit den feinen Kupferdrähten galt es eine ruhige Hand zu bewahren. Der vorletzte Schritt war die Station, die ich selbst betreut habe. An unserer computergesteuerten Graviermaschine durften die Schülerinnen ihre fast fertige Lampe noch mit ihrem Namen versehen. Dabei wurde genauestens beobachtet, wie die mit einem Diamanten besetzte Spitze die Buchstaben der Schülerinnern in das Metall kratzte.

Nun mussten sie nur noch alles zusammensetzen. Gar nicht so einfach, LED, Fassung, Leitungen, Batterien und Schalter zu einem funktionsfähigen System zu verbinden und dann auch noch alles ordnungsgemäß in einem kleinen Aluminiumgehäuse zu verstauen. Doch natürlich konnten am Ende alle Girls ihre leuchtenden Taschenlampen voller Stolz in Händen halten. 🙂

In meinen Augen war der Girls‘ Day 2015 somit ein voller Erfolg und ich hoffe, er hat vielleicht einigen der jungen Mädchen den Mut gemacht, sich in Zukunft für einen technischen oder zumindest techniknahen Beruf zu entscheiden.