Flexline ist die Antwort von MANN+HUMMEL auf das immer dichtere Package in Pkw-Motorräumen. Dr. Michael Heim, Leiter der Entwicklung Luftfilterelemente, stellt die neue Luftfiltergeneration und deren Benefits im Gespräch mit dem Projektteam vor. Seine Gesprächspartner sind Daniel Schmid, Entwicklung Luftfilterelemente, Timo Dirnberger, Entwicklung Luftfiltersysteme, und Dr. Markus Röhrig, Leiter Produktion Flachluftfilterelemente in Marklkofen. IAA Besucher können die Innovation auf dem Messestand von MANN+HUMMEL in Halle 8, Stand A41, besichtigen.

Dr. Heim: Wie haben sich die Luftfilterelemente in den letzten 20 Jahren entwickelt, wie ist der Trend?

Schmid: Vor 20 Jahren sahen die Luftfilterelemente eher wie klassische Rechtecke aus. Mittlerweile kommen die komplexen Konturen, die variablen Geometrien immer stärker zum Tragen. Wir haben zunehmend auch Elemente, an denen ein oder zwei Ecken fehlen, die eine Trapez-Geometrie oder Aussparungen haben. Wir sind damit sehr erfolgreich, mit Flexline starten wir jetzt die nächste Innovationsstufe, um Bauräume mit flexiblen Außenkonturen noch besser zu nutzen.

Dr. Heim: Diese Entwicklung ist stark durch das Package im Motorraum getrieben. Was tut sich hier?

Dirnberger: Wenn man den Motorraum eines Golf vor 15 Jahren anschaut, da konnte man noch durchschauen und unten den Fahrbahnbelag sehen. Heute ist kaum mehr Platz da, das Package wird immer dichter, es wird immer enger im Bauraum und das spiegelt sich in der Geometrie der Filterelemente wider. Mit Flexline können wir diesem Trend Rechnung tragen und unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten.

konventionelles Element_neu

Flexline Element

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Heim: Was bedeutet das Flexibilitätsplus für das Luftfiltersystem als Einheit?

Dirnberger: Wenn wir das Element an Störkonturen wie einen Federbeindom oder Scheinwerfer im Fahrzeug optimal anpassen und so das Package besser nutzen, wird nicht nur das Filterelement, sondern auch der Luftfilter entsprechend größer. Damit kommen gleich mehrere Vorteile zum Tragen. Wir haben ein größeres Dämpfungsvolumen, dadurch eine bessere Akustik, wir haben eine größere Anströmfläche und erreichen damit einen geringeren Druckverlust. Wir nutzen also den Gewinn an Flexibilität beim Filterelement auch in Richtung Gesamtsystem.

Schmid: Was hinzukommt, ist die höhere Filtrationsleistung. Durch die bessere Ausnutzung des Bauraums können wir eine größere Filtrationsfläche unterbringen und somit die steigenden Anforderungen unserer Kunden in Richtung Abscheidegrad und Staubkapazität erfüllen.

Dr. Heim: Die Produktion variabler Konturen setzt auch massive Eingriffe in die Fertigungstechnologie voraus. Was ändert sich hier?

Dr. Röhrig: Bei Flexline erzeugen wir die Konturen des Elements mit hochmoderner Lasertechnik. Das gibt uns ganz neue Möglichkeiten gegenüber dem konventionellen Beschneiden. Wir können jetzt nicht nur geradlinige, sondern nahezu beliebige, sogar geschwungene Konturen mit Radien herstellen, die mit dem konventionellen Verfahren nicht möglich waren. Zudem hat sich durch die Umstellung von manuellen Prozessen auf Lasertechnik die Arbeitssicherheit für den Produktionsmitarbeiter exorbitant erhöht. Einiges an Fertigungs-Know-how erfordert außerdem das angepasste innovative Dichtungskonzept.

Schmid: Insgesamt erreichen wir mit dem neuen Flexline Fertigungskonzept auch eine höhere Bauteilsauberkeit, welche in den letzten Jahren zunehmend von unseren Kunden gefordert wird.

Dr. Heim: Welche Rolle spielt die Teamarbeit bei der Entwicklung von Flexline?

Dirnberger: Die sehr gute Teamarbeit zwischen den beteiligten Bereichen aus Entwicklung und Fertigung ist unabdingbar für die Umsetzung von innovativen Lösungen wie Flexline. Das Thema Teamarbeit ist bei MANN+HUMMEL eine Grundvoraussetzung und auch fest in unseren Unternehmenswerten verankert. Eine Fachabteilung allein könnte so etwas gar nicht leisten.

Dr. Röhrig: Die gute Zusammenarbeit war auch wichtig, um Flexline relativ schnell am Markt zu platzieren. Das erste Serienprojekt mit dieser vorteilhaften Geometrie wird im Jahr 2017 auf den Markt kommen.

Dr. Heim: Was können wir uns als Projektteam von der IAA erwarten?

Schmid: Die Vorstellung von Flexline auf der IAA gibt dem neuen Konzept zusätzlich Rückenwind. Es ist eine klasse Gelegenheit, Flexline in der Branche vorzustellen und unseren Kunden die sich daraus ergebenden Lösungen aufzuzeigen.

Hinweis: Auf der IAA gibt es am MANN+HUMMEL Stand (Halle 8, Stand A41) zu Flexline einen Spezialpräsenter, der die Möglichkeiten von Flexline veranschaulicht.