Im Sommer 2013 war ich für MANN+HUMMEL einen Monat in den USA. Die Chefs meiner Abteilung wussten, dass mein DHBW-Studium einen Auslandsaufenthalt vorsieht. Gemeinsam haben wir dann überlegt, wo ich hingehen könnte und an welchem Standort der Projektbezug zu meiner Arbeit gegeben ist. Zu der Zeit untersuchte ich gerade einen bestimmten Luftfilter und hatte einige Messungen vorzunehmen. Da der Prüfstand für meine Messungen nur in Ludwigsburg und in Portage, unserem Standort in den USA, vorhanden ist, war keine große Entscheidungsfindung nötig.Auslandsaufenthalt Detroit

Perfektes „Einsteigerland“ als Auslandsaufenthalt

Während meinen vier Wochen in Portage konnte ich meine Arbeit nahtlos fortsetzen und meine bisherigen Messergebnisse mit dem Luftfilter überprüfen. Wir wollten wissen, ob die Ergebnisse der Messungen in den USA mit den Messungen in Ludwigsburg vergleichbar sind. Als sehr hilfreich empfand ich auch den persönlichen Austausch mit den Kollegen vor Ort.

Wir konnten unsere Ergebnisse zusammen tragen und vergleichen. Diese standortübergreifende Zusammenarbeit habe ich bei MANN+HUMMEL schon häufig erlebt. Viele unserer Projekte fließen ineinander über. So kann ein Standort etwas erarbeiten, was dann weltweit implementiert wird.

Meine Zeit in Amerika war sehr spannend. Die USA sind meiner Meinung nach ein perfektes „Einsteigerland“ für den ersten Einsatz im Ausland, da die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten nicht ganz so groß sind, als sie es zum Beispiel im Vergleich mit einem asiatischen Land wären.

Faszinierend, aber dennoch gefährlich

Der MANN+HUMMEL Standort in Portage liegt im Bundesstaat Michigan. Da steppt nicht unbedingt der Bär, Michigan ist ein eher dünn besiedelter Staat. Dafür sind die Metropolen Chicago und Detroit nur zwei Stunden entfernt. Und vor allem Chicago ist eine tolle Stadt. Wenn man dort ankommt und diese gigantische Skyline sieht, ist das wirklich faszinierend.

Die Innenstadt von Detroit sieht eigentlich aus wie jede andere US-Großstadt, aber sobald man in die Außenbezirke kommt, sieht man die verfallenen Häuser. Ich wurde von einem meiner amerikanischen Kollegen begleitet, der dort aufgewachsen ist. Wir waren mit dem Auto unterwegs und er hat auch gleich die Türen verriegelt und gesagt, dass er mich dort nicht alleine rumfahren lassen würde. Da wird einem wirklich ein bisschen mulmig. Zehn Minuten zuvor war man noch inmitten von Hochhäusern und glitzerndem Stahl und Glas – und kurz danach ist man buchstäblich im Slum, mitten im Brachland zwischen verfallenden Straßenzügen.

Ein Auto ist in den USA ein Muss

Dabei merkt man dann auch wieder ganz deutlich, dass die USA ein Autofahrerland sind. Man kann sagen was man will, aber dort braucht man ein Fahrzeug. Ich hatte in Portage zwar eine Bushaltestelle vor dem Haus, doch der Bus hätte für eine Strecke, die ich mit dem Auto in zehn Minuten bewältigt hätte, fast zwei Stunden gebraucht. Aber glücklicherweise hat mir MANN+HUMMEL neben der Wohnung auch ein Fahrzeug gestellt – das war wirklich eine tolle Geste meiner Chefs und hat mir sehr viel Unabhängigkeit verschafft.

Mein Fazit zum Aufenthalt in den USA fällt positiv aus. Die Amerikaner waren alle sehr gastfreundlich und haben mich sofort gut aufgenommen. Ich würde gerne nochmals rübergehen, vielleicht mal privat für einen oder zwei Monate. Aber ob ich mich wirklich dafür entscheiden könnte, mein Leben lang im Ausland zu arbeiten, weiß ich nicht – dafür gefällt es mir rund um Ludwigsburg doch zu gut.  🙂