„Innenraumfilter reinigen“ war schon vor einigen Jahren und ist auch heute noch ein Thema, das viele interessiert. Wer ein wenig recherchiert, findet zu den Suchwörtern „Innenraumfilter reinigen“ oder „Innenraumfilter ausklopfen“ mehrere hunderttausend Ergebnisse in Google! Das bestätigen auch meine Erfahrungen aus der täglichen Arbeit. Selbst im Gespräch mit Freunden höre ich häufig, dass viele Nutzer Ihren Innenraumfilter ausblasen, ausklopfen oder anderweitig reinigen wollen. Als Experte aber weiß ich: Das geht auf gar keinen Fall!

Jens Bastobbe erklärt, wie man Innenraumfilter wechselt

Reinigen reicht nicht

Auch wenn Sie den Filter so lange ausklopfen, bis das Filtermedium wieder annähernd sauber und rein aussieht und der grobe Dreck entfernt ist, bekommen Sie den Filter nie wieder so sauber, wie er sein muss. Die wirklich gefährlichen Partikel, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, bleiben am Filter kleben. Auch das Ausblasen eines Filters mit einem Druckluftgerät macht keinen Sinn – die Filterfasern können zerstört werden! Die Schadstoffe passieren diesen wiedereingesetzten Filter folglich noch einfacher und gelangen so in den Fahrzeuginnenraum. Der gefährlichste Schmutz ist der unsichtbare und den bekommen Sie nicht weg. Stellen Sie sich vor, Sie würden Mehl vom Tisch pusten – egal wie stark Sie pusten, ein kleiner Rest bleibt immer über.

Innenraumfilter wechseln? Jährlich.

MANN-FILTER empfiehlt den Innenraumfilter, auch Pollen- oder Aktivkohlefilter genannt,  alle 15.000 Kilometer bzw. einmal jährlich zu wechseln. Bei diesem Filter geht es um Ihre Gesundheit! Er säubert die Außenluft, die in das Fahrzeuginnere angesaugt  wird und schützt dabei unter anderem vor den „hidden Killers“. Das sind Schmutzpartikel die 30-40 mal feiner sind, als ein menschliches Haar und damit so klein, dass sie beim Einatmen in die Lunge und in den Blutkreislauf eindringen können.

Wer seinen Innenraumfilter selber ausklopft bzw. ausblasen möchte, spart an der falschen Stelle, wie ich finde. Ein neuer Filter, den Sie auch selber einbauen können, kostet Sie auf die komplette Lebensdauer umgerechnet gerade mal ein paar Cent pro Tag.

Für die eigene Gesundheit

Statistisch gesehen wird in Deutschland alle fünf Jahre der Innenraumfilter gewechselt. Nach dieser langen Zeitspanne ist das Filtermedium so verbraucht, dass die gefährlichsten Partikel nicht mehr abgeschieden werden können. Der Ölfilter beispielsweise wird deutlich häufiger getauscht – die Kunden wissen, dass er einen direkten Einfluss auf die Lebensdauer des Fahrzeugmotors hat. Doch die Wichtigkeit eines regelmäßigen und rechtzeitigen Wechsels des Innraumfilters ist im Bewusstsein vieler Autofahrer noch nicht angekommen. Schließlich wirkt sich der Filterwechsel auch auf die Lebensdauer der Fahrzeuginsassen aus.

Ich fahre im Jahr bis zu 25.000 Kilometer und verbinde den Filter- mit dem Reifenwechsel. Der Zeitaufwand ist gering: Bei meinem Auto wechsle ich den Filter innerhalb von fünf Minuten; bei anderen Fahrzeugen sitzt der Filter etwas versteckter – zum Beispiel hinter dem Handschuhfach und man benötigt daher etwas länger. Im Durchschnitt reichen 15 Minuten aber locker aus.

Innenraumfiler ausblasen reicht nicht aus

Daran erkennen Sie, ob Ihr Filter gewechselt werden muss:

Beschlagene Scheiben im Fahrzeuginneren: Ein komplett verschmutzter Filter lässt nur noch wenig Luft in den Innenraum – in der Folge beschlagen die Scheiben. Durch die beschlagenen Scheiben bildet sich ein Schmutzfilm, der den Fahrer im Dunkeln bei Gegenverkehr blenden kann. Dadurch steigt natürlich auch die Unfallgefahr.

Trotz Klimaanlage schwitze ich im Auto: Als ich als Beifahrer bei einem Bekannten letzten Sommer mitfuhr, lief die Klimaanlage auf höchster Stufe, doch es wurde im Fahrzeuginneren einfach nicht kühler. Auch das ist ein Zeichen dafür, dass der Filter gewechselt werden muss. Es ist offensichtlich, dass nur noch wenig Luft durch den Innenraumfilter strömen kann.

Unangenehme Gerüche im Auto: Der Aktivkohlefilter hält Gerüche vom Fahrzeuginneren ab. Sollte es im Auto trotzdem zu Geruchsbelästigungen kommen, hat der Filter möglicherweise seine Leistungsgrenze erreicht und daher ist ein Filterwechsel nötig.