Das hohe Technologielevel bei MANN+HUMMEL und die Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen, die sich ihrerseits mit Innovationsprojekten befassen, ermöglichen einen konstanten Lernprozess.

Ich kam im Jahr 2007 als Akustik Ingenieur zu MANN+HUMMEL, wechselte aber schon bald zum Schwerpunkt „Innovation and Corporate Strategy“ als Projektleiter im Bereich Motor und Thermodynamik. Eine tolle Gelegenheit mein Wissen bezüglich Motoren zu erweitern und meine Erfahrungen im Bereich Akustik zu nutzen. Mein Ziel: Innovationen entdecken und mich selbst weiterbilden. Denn tatsächlich haben wir einige Möglichkeiten Druckwellen zu nutzen, um die Motorenleistung zu verbessern. Diese Thematik begeisterte mich und ich wollte mich intensiver damit befassen – in diesem Kontext ergab sich auch die Möglichkeit zu promovieren. Ich nutzte diese Chance einerseits auf Grund der technischen Herausforderung, die ich meistern wollte. Andererseits freundete ich mich auch mit dem Gedanken an eineinhalb Jahre in Deutschland zu leben. So begann ich also in Kooperation mit der FKFS (Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart) in Stuttgart und MANN+HUMMEL in Ludwigsburg an meiner Promotion zu arbeiten und lernte nebenbei den „German Way of Life“ kennen.

Neben der Steigerung meines akademischen Titels möchte ich auf diesem Weg natürlich auch mein persönliches Wissen mehren. Außerdem profitiert auch MANN+HUMMEL von dieser Kooperation. Gemeinsam können wir ein besseres Verständnis für das gesamte Motorensystem ermöglichen und unsere Kompetenz dahingehend verstärken.

Dieser Doktortitel befasst sich mit den Vorteilen der Lufteinlassoptimierung für die neuen Motoren mit Turbolader. Dafür gilt es vorerst die Auswirkungen bei möglichen Veränderungen der Luftansaugung auf das komplette Motorensystem verstehen zu können. Im nächsten Schritt verfolgen wir das Ziel neue Lösungen vorzuschlagen und zu validieren, um die Leistungsfähigkeit zu steigern und Emissionen, Kraftstoffverbrauch sowie CO2 zu senken. Die Ergebnisse, die ich während meiner Promotion zusammentrage, sollen helfen die richtigen Technologien zu wählen und diese auf den Markt zu bringen. Das große Ziel hinter all dem ist es, die Kunden von dem Wert unserer Technologie zu überzeugen.

Warum benötigt MANN+HUMMEL als Filterspezialist eine Übersicht über das gesamte Motorsystem?

In den letzten Jahrzehnten wurden viele neue Technologien vorgestellt, die den Kraftstoffverbrauch verbessern sollen. Doch derzeit ist es schwierig, wesentliche Fortschritte in die richtige Richtung zu machen. Darüber hinaus erhöhen neue Regelungen den Druck. Sie intensivieren die Notwendigkeit Möglichkeiten zu finden, die CO2-Emissionen und NOx zu senken – daher kann jeder kleine Schritt von großer Relevanz sein. Dem gegenüber stehen – wie so oft – die Kosten. Es ist schwer eine kostengünstige Lösung zu finden, die eine tatsächliche Verbesserung ermöglicht. Außerdem müssen wir sicherstellen, dass die kleinen Fortschritte auf der einen Seite, nicht einen Rückschlag für andere Bestandteile bedeuten. So hilft das Einbringen von AGR (Abgasrückführung) in einen Motor beispielsweise, thermische Verluste im Motor zu reduzieren. Auf der anderen Seite hat es den Nachteil, dass die Verbrennung langsamer und weniger effizient ist. Somit ist die Kenntnis über die Nebenwirkungen einer Technologie ein entscheidender Punkt, um unsere Kunden zu überzeugen. Schließlich wollen wir gemeinsam weiter in Richtung innovativer Entwicklung gehen.

Während meiner Dissertation arbeite ich bei MANN+HUMMEL in der Entwicklungsgruppe. Deren Ziel ist es, neue Produkte und innovative Technologien zu entwickeln, die in den kommenden Jahren zum Erhalt und zur Steigerung von Umsatz und Rentabilität des Unternehmens genutzt werden können. Dabei stellen wir uns unter anderem immer wieder der Herausforderung die richtige Idee auszuwählen. Die Idee, die dem aktuellen Trend gerecht wird und die zu einer Innovation heranwachsen kann. Wie Charles Vailliant, Group Vice President Technology, sagt: „Eine Innovation ist eine Idee, die man auf den Markt bringt.“

Welche Rolle spielt die FKFS in dieser Kooperation?

Ein Schwerpunkt der FKFS liegt auf dem starken Wissen bezüglich der Motorenverbrennung – sie haben einen eigenen Code entwickelt, um das Ganze zu simulieren. Da sie mit deutschen Automobilherstellern zusammenarbeiten, ist das für uns die Möglichkeit unsere Ideen zu prüfen. Gleichzeitig verfügt die l’Ecole Centrale de Nantes über fundierte Kenntnisse zum Thema Gasdynamik sowie über den Zugang zu speziellen Testanlagen (zum Beispiel einen Motorprüfstand oder einen Fahrzeugprüfstand). Letztendlich sollten dank dieser starken Kooperation alle Einrichtungen von der Weiterentwicklung der Technologien profitieren.

Sie sind an mehr Details interessiert? Ich freue mich auf einen spannenden Austausch!