Zunächst war es eigentlich ein Tag wie jeder andere. Nachdem meine Kollegen aus dem Musterbau und ich am Vormittag an unseren Projekten gearbeitet hatten, machten wir uns auf den Weg in die Kantine. Dass uns dort nicht nur das Tagesessen, sondern auch ein „Spezialauftrag“ serviert wurde, hatten wir ehrlicherweise nicht erwartet. Der Chef der Entwicklungsabteilung Filterelemente bat uns, kurzfristig eine Box für ein Filterelement zu produzieren. Eigentlich kein Problem, schließlich haben wir mehrere hochmoderne 3D Drucker im Einsatz, die für solche Zwecke wie geschaffen ist.

Teile vom Feinstaubfresser

Wie so oft im Leben hieß es aber auch hier: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Als ich das Filterelement auf unserem Tisch liegen sah, hatte sich die Entscheidung, die Box mit dem 3D Drucker herzustellen, sofort erübrigt. Das Element war schlichtweg zu groß. Es musste also eine andere Lösung her und das am besten schnell. Der Grund: Die Box sollte auf dem Dach eines Fahrzeugs angebracht und in den nächsten Tagen öffentlich vorgestellt werden. Es handelte sich dabei nicht um irgendein Fahrzeug, sondern um den MANN+HUMMEL Feinstaubfresser, der mittlerweile schon seit einigen Monaten die Luft in Stuttgart und Umgebung von Feinstaub befreit.

Bis dieser so aussah wie auf den Bildern war es jedoch noch ein langer Weg. Da das Drucken nun ausschied, fingen wir an, mit Pappe zu experimentieren. Immer wieder schnitten wir Formen aus und bastelten sie um das Filterelement herum. Irgendwie kleiner, handlicher, aerodynamischer musste es werden. Leichter gesagt als getan, aber mit Kreativität und Improvisationstalent hatten wir irgendwann die richtige Form definiert.

Diese konnten wir als Schablone für das Blech verwenden, aus dem wir die Box herstellen wollten. Nachdem wir die Einzelteile ausgeschnitten und verschweißt hatten, stand sie vor uns: die erste mobile Dachbox für den Feinstaubfresser.

die Haube des Feinstaubfressers

Da es sich um einen öffentlichen Termin handelte, reichte dieser Prototyp jedoch nicht aus. Die Box sollte noch grundiert und lackiert werden und auch das MANN+HUMMEL Logo durfte nicht fehlen. Das alles umzusetzen war gar nicht so einfach, schließlich muss die Box nach jedem Arbeitsschritt eine gewisse Zeit trocknen.

Auto mit Feinstaubfresser Logo

Aber auch das klappte und mit Hilfe eines umfunktionierten Skiträgers konnten wir die Box letztlich auf dem Dach des Feinstaubfressers befestigen – genau rechtzeitig zum Pressetermin und der öffentlichen Vorstellung. Übrigens: Mittlerweile sind bereits drei Feinstaubfresser-Fahrzeuge in der Region Stuttgart unterwegs und auch die Dachboxen haben sich stetig weiterentwickelt. Unser erstes Modell ist aber immer noch im Einsatz.