An der Hochschule Reutlingen erhalten unsere Studierenden eine wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Ingenieursausbildung. Zu den Höhepunkten des Bachelorstudiengangs Maschinenbau zählt die „Projektarbeit“ im sechsten Semester, bei der die angehenden Ingenieure konstruktive Echtprojekte aus der Industrie bearbeiten und ihre Ergebnisse vor Industrievertretern präsentieren. Im letzten Semester haben wir bereits das zweite Mal mit dem Entwicklungsbereich von MANN+HUMMEL kooperiert.

Da ich als ehemaliger MANN+HUMMEL-Mitarbeiter das Unternehmen und die Kollegen im Entwicklungsbereich ganz gut kenne, war das letzte Mal ein „Home-run“ für mich. Wir haben extrem gut in der Zusammenarbeit harmoniert, was es auch für uns Lehrende einfacher und angenehmer macht, das Projekt mit unseren Studierenden durchzuziehen.

Die „Projektarbeit“ ist ein innovatives Lehrformat, das mein Kollege Prof. Dr.-Ing. Paul Wyndorps vor weit über zehn Jahren hier an der Hochschule Reutlingen eingeführt hat. Ziel ist es, unsere Studierenden im Sinne einer zeitgemäßen und praxisnahen Ingenieursausbildung optimal auf ihren Berufsalltag vorzubereiten – und das schaffen wir nur durch die direkte Kooperation mit Industriepartnern. An der Hochschule können wir die realen Anforderungen der Industrie nicht simulieren. Das funktioniert nur in einem echten Projekt.

Kooperatives Unterrichtskonzept zwischen Industrie und Hochschule

Ein solches akquirieren wir im Vorfeld einer Projektarbeit für die 40 Studierenden eines Semesters bei einem Industriepartner – in dem Fall MANN+HUMMEL. Jeweils vier Studierende bilden dann ein Team und arbeiten zehn Wochen an einer Lösung für die Aufgabenstellung. Die Teams treten im Wettbewerb gegeneinander an und versuchen, wie bei einer realen Ausschreibung, den „Auftrag“ des Industriepartners für sich zu gewinnen. Es gibt vier Projektphasen. In jeder Phase präsentiert jeweils ein Vertreter des Teams die Zwischenergebnisse beim Kunden. Jeder Studierende hat also am Ende der Projektarbeit 39 Vorträge zu ein und demselben Thema gehört. Spätestens dann sollte er wissen, worauf es bei einer guten Präsentation ankommt.

Meine ehemaligen Kollegen bei MANN+HUMMEL haben die Studierenden an den Vortragstagen richtig rangenommen. Sie sind komplett in die Rolle des kritischen Auftraggebers geschlüpft – das ist auch so beabsichtigt. Wir wollen bei diesem Format bewusst keinen „Welpenschutz“, sondern ein echtes Feedback für unsere Studierenden. Denn nur so lernen sie die Essenz dessen, worauf es später im Berufsleben eigentlich ankommt. Viele meiner Studenten kommen manchmal später zu mir und erzählen, dass sie die Projektarbeit teilweise nicht mochten. Doch im Nachhinein gesehen sei es der beste Kurs des gesamten Studiums gewesen.

Zusammenarbeit Hochschule Reutlingen und MANN+HUMMEL

Die Projektarbeit hat aus unserer Sicht mehrere Vorteile: Unsere Studierenden profitieren, in dem sie ein reales Echtprojekt bearbeiten. Sie können eine Vielzahl bislang erarbeiteter Fähigkeiten anwenden. Der Entwicklungsprozess wird ganzheitlich bearbeitet, die Ergebnisse des eigenen Handels erlebbar gemacht, professionelles Auftreten beim Kunden geübt. Durch den „Real-Case“ sind die Studierenden sehr motiviert, was in der Vergangenheit zu sehr guten und direkt für die Auftraggeber verwendbaren Ergebnissen geführt hat. Zudem können die Studierenden Kontakte zu Unternehmen wie MANN+HUMMEL herstellen, beispielsweise für die Bachelorarbeit oder eine spätere Anstellung.