Guten Tag,

darf ich mich kurz vorstellen? Ich bin Teddy. Nein, nicht irgendein Teddy. Ich bin ein echter Plüti. Was ich mit MANN+HUMMEL zu tun habe? Nun, zur Erklärung möchte ich Sie gern auf eine kleine Zeitreise mitnehmen. Ich stamme nämlich aus Südthüringen, genauer gesagt aus der schönen Stadt Sonneberg. Eben jenem malerischen Ort, wo 1991 das Werk von MANN+HUMMEL entstand. Zu dem Zeitpunkt war Sonneberg schon längst als “Weltspielwarenstadt“ bekannt, aber der Reihe nach.

Bereits vom 16. Jahrhundert an entwickelte sich in Sonneberg die Spielwarenherstellung. Schnitzer und Drechsler fertigten zu jener Zeit die ersten Sonneberger Spielwaren aus Holz an. Im Jahr 1789 erteilte Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen den Sonneberger Kaufleuten das “Große Sonneberger Handelsprivileg“. Ein rasanter Aufschwung von Produktion und Handel waren die Folge. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde mit der Erfindung des Papiermaschee die Massenproduktion ermöglicht. Obwohl es in der Region schon zahlreiche Manufakturen gab, dominierte dennoch zunächst die Heimarbeit. Die Puppe – eine gute alte Freundin von mir – war es, die sich als Hauptprodukt in der Herstellung etablieren sollte. Im Jahre 1880 gab es in und um Sonneberg schon insgesamt 321 Spielzeugfirmen. Die Nachfrage war damals enorm, denn der gute Ruf sprach sich eben herum. Im Jahr 1883 wurde die sogenannte Industrieschule gegründet. Damit waren die Voraussetzungen für künstlerisch und handwerklich gut gestaltetes Spielzeug geschaffen.

Die ganze Welt blickt nach Sonneberg

Noch heute können die Puppen, Werbefiguren, Modelle und Schaugruppen im Deutschen Spielzeugmuseum bewundert werden. Und was Sie sicher schon vermutet haben: Das Museum liegt mitten in Sonneberg – nur fünf Autominuten von unserem MANN+HUMMEL-Werk entfernt. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Wer wissen will, wie Spielzeug vor 500 Jahren aussah, kann sich im Deutschen Spielzeugmuseum selbst ein Bild davon machen. Dort kann man auch Puppenköpfe aus Biskuitporzellan oder Miniaturen von Liliputanern aus Brotteig, aber auch ganz modernes Spielzeug entdecken.

Sonneberg MANN+HUMMEL

Als Meisterwerk der Sonneberger Spielzeugmacher und als die Attraktion im Spielzeugmuseum gilt die “Thüringer Kirmes“. Ihre Kulisse bildet ein Marktplatz, wie er gegen Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat, mit nahezu lebensgroßen Figuren. Die weltbekannte Schaugruppe wurde 1910 mit dem Grand Prix der Weltausstellung Brüssel geehrt. Durch den hohen Anteil der Sonneberger Spielwarenproduktion am Weltmarkt wurde 1913 der Begriff “Weltspielwarenstadt“ geprägt. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte die Spielzeugherstellung ihren Höhepunkt. Fast die Hälfte des internationalen Spielwarenhandels lief über Sonneberger Firmen und große internationale Einkaufshäuser, wie zum Beispiel Kressge und Woolworth.

Während der DDR-Zeit produzierten volkseigene Betriebe (VEB) Spielzeug. Durch das Kombinat Spielwaren wurde Sonneberg das Zentrum der Spielzeugindustrie der DDR. Doch nach der politischen Wende in Deutschland 1989 kam es zum wirtschaftlichen Umbruch. Nur der Modelleisenbahn-Hersteller PIKO und einige kleinere Privatbetriebe konnten sich im vereinten Deutschland behaupten. So auch die Firma “Plüti“, aus deren Sonneberger Produktion ich stamme.

Und so schließt sich der Kreis vom 16. Jahrhundert bis heute. Nun sehen Sie, warum die Mitarbeiter ausgerechnet mich für die Zeitkapsel ausgewählt haben. Zeitkapsel fragen Sie? Ach, das wissen Sie ja vielleicht noch gar nicht. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens von MANN+HUMMEL in diesem Jahr stiftet jeder Standort des Unternehmens weltweit einen Gegenstand, der die jeweilige Region des Werkes repräsentiert. Zu bewundern gibt es diese bunte Mischung von unterschiedlichsten Objekten in einer Zeitkapsel, die bei der feierlichen Eröffnung des neuen Technologiezentrums von MANN+HUMMEL in Ludwigsburg ausgestellt wird. Einen geeigneteren Kandidaten als ein mit Liebe gemachtes Spielzeug – das obendrein auch noch verdammt gut aussieht – hätten sie sich ja nicht aussuchen können. Oder wer repräsentiert den Standort Sonneberg besser als ich? Kommen Sie doch einmal selbst vorbei, dann lernen Sie auch meine ganze Familie kennen – und die ist nicht gerade klein. Ich freue mich.

Ihr Teddy aus Sonneberg!