Weltweit wächst das Bewusstsein für die Gefahren von Feinstaub für die öffentliche Gesundheit. Japan stellt da keine Ausnahme dar. Obwohl die Partikelbelastung normalerweise niedriger als in Europa ist, sind sich die Japaner der davon ausgehenden Gefahren in ihrem Land und auch beim Aufenthalt im Ausland bewusst. Wahrscheinlich haben Sie bereits japanische Touristen mit Masken vor dem Gesicht gesehen. Ich möchte betonen, dass sie nicht krank oder ansteckend sind, sondern sich lediglich über die Pollenbelastung in der Luft Sorgen machen. In Japan lösen Pinien im Frühjahr viele Allergien aus. Untersuchungen der Stadtverwaltung von Tokio ergaben, dass fast die Hälfte (48,8 %) der Bevölkerung Symptome von Heuschnupfen aufweist, fünfmal mehr als im Jahr 1985.

Sicht auf Tokyo

Luftqualität unter der Erde

Aber es sind nicht nur die Pollen, die Probleme verursachen. Auch die Luft in U-Bahnstationen ist nicht gut für die Gesundheit. Dazu führte die Keio Universität in Yokohama, mit der MANN+HUMMEL in Japan eine Partnerschaft eingegangen ist, eine Untersuchung durch. Es handelt sich um eine der ersten Studien weltweit zur Messung von Feinstaub in U-Bahnstationen. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung von Yokohama, die die öffentlichen Verkehrsmittel betreibt, ermittelte die Universität an verschiedenen Standorten innerhalb der Stationen (oberirdischer Eingang, Fahrkartenschalter und Bahnsteige) das Partikelausstoß-Niveau (PM2.5) an einem typischen Arbeitstag (18 Stunden).

ein japanischer Schnellzug

Staubniveau in Stoßzeiten hoch

Die Ergebnisse der Studie waren sehr interessant. Insgesamt waren die PM25-Niveaus um 10 % höher als die Umweltnorm von 35 μg/m3. Die Partikelwerte auf dem Bahnsteig stiegen an, wenn sich Züge der Station näherten und anhielten. Die Niveaus stiegen sogar noch an, nachdem der Zug bereits abgefahren war. Dieser Effekt lässt sich hauptsächlich auf Staub an den Tunnelwänden und auf dem Boden zurückführen, der durch die Station gedrückt wird, wenn ein Zug vorbeifährt (Kolbeneffekt). Natürlich ist das Problem besonders in den Spitzenzeiten am Morgen akut, wenn die Züge häufiger fahren. Dies führt zu einer gefährlichen Situation, in der Pendler und Reisende in Stoßzeiten ungeschützt einer „U-Bahn-Wolke“ mit ungewöhnlich hohen Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt sind.

japanischer Schnellzug

Die Studie erregte viel Aufmerksamkeit in lokalen und nationalen Medien. NHK, der japanische staatliche Fernsehsender, strahlte einen ausführlichen Bericht aus, an dem der federführende Professor der Keio Universität beteiligt war. Es wurde auch in vielen Zeitungen darüber berichtet, darunter Nikkei, die führenden japanische Tageszeitung für Finanzen und Business.

ein japanischer Ticketautomat

Unsere Ideen für sauberere Stationen

Aus den Ergebnissen der Studie ging deutlich hervor, dass die Filtersysteme der Stationen die hohen Feinstaubniveaus nicht bewältigen können, insbesondere zu Stoßzeiten. In Zusammenarbeit mit dem Feinstaubfresser-Team von MANN+HUMMEL in Deutschland entwickelte MANN+HUMMEL Japan einen Wirksamkeitsnachweis (Proof of Concept), um U-Bahnstationen so zu gestalten, dass die bestmögliche Luftqualität erzielt wird, und die Züge so zu optimieren, dass auch sie ihren Beitrag zur Verringerung von Feinstaub leisten.

Bahnhof von Tokyo

Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir uns die Tests der verschiedenen Feinstaubfilter genauer angesehen, die von MANN+HUMMEL in Deutschland durchgeführt wurden. Wir hoffen, dass uns diese Erkenntnisse dabei helfen, durch die Montage von Filterkolonnen die Feinstaubbelastung auf den Bahnsteigen selbst zu senken. Wir könnten uns auch vorstellen, dass man den Feinstaubpartikelfilter, der ursprünglich für städtische Fahrzeuge konzipiert wurde, auch an U-Bahnen einsetzt. Wenn der Filter auf dem Dach oder unter einem Fahrzeug montiert ist, saugt er Partikel aus der Luft an und hält sie zurück. Zusammen mit Bremsstaubpartikelfiltern, die an Scheibenbremsen montiert sind und bis zu 80 % des Bremsstaubs zurückhalten, zielen wir auf die Entwicklung von Zügen ab, die nicht nur ihre eigenen Feinstaubemissionen senken.

zwei japanische Schnellzüge

Ein weltweites Problem bedarf einer weltweiten Lösung

Das Problem der Feinstäube in U-Bahnnetzen ist natürlich nicht auf Japan beschränkt. MANN+HUMMEL arbeitet mit Betreibern auf der ganzen Welt an der Entwicklung von Lösungen.

Strasse in Kyoto

MANN+HUMMEL Japan wird unseren Wirksamkeitsnachweis für Feinstaubpartikelfilter für Züge und Stationen auf der diesjährigen Messe MTI (Mass-Trans Innovation) in Chiba, in der Nähe von Tokio, präsentieren. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wenden Sie sich bitte an mich oder Jan-Eric Raschke aus dem Feinstaubfresser-Team.