Peter Grabow ist Pförtner

In meiner Blogserie „Was macht eigentlich …?“ stelle ich (Arne Bauer) Berufsbilder bei MANN+HUMMEL vor. Als „rasender Reporter“ schaue ich den Mitarbeitern an den deutschen Standorten über die Schulter. Nachdem ich bereits über Daniel Sassmann und Ursula Fritz in Ludwigsburg berichtet habe, ging es diesmal für mich nach Speyer. Dort begleitete ich den Pförtner Peter Grabow.

Ein Job kann einfach nur ein Job sein, oder aber eine Leidenschaft. Letzteres trifft auf Peter Grabow zu. Ihm bereitet seine Arbeit als Pförtner bei MANN+HUMMEL in Speyer sichtlich Freude. „Mein Ziel ist es, dass die Leute zuerst an den Empfang denken, wenn sie an MANN+HUMMEL denken“, sagt er. Mancherorts denken Pförtner nur an den Werkschutz, verstecken sich hinter ihrem Namensschild und hoffen, nicht angesprochen zu werden, kritisiert Grabow. Der Hotelerfahrene versteht seine Pforte als Servicepoint, der für Mitarbeiter und Gäste der erste Anlaufpunkt sein soll. „Der Empfang ist der erste Eindruck, den unsere Gäste von MANN+HUMMEL bekommen.“

Das kommt an – die Mitarbeiter in Speyer schätzen Peter Grabow und seine Arbeit. Judith Mehrwald zum Beispiel, saß vor wenigen Jahren als Bewerberin auf dem Sofa in der Eingangshalle. Grabow nahm ihr damals die Anspannung, heute haben die beiden Kollegen ein freundschaftliches Verhältnis. Viele Mitarbeiter grüßen Grabow persönlich, erkundigen sich nach dem Wochenende oder geben ausgeliehene Bücher zurück. „Vor allem morgens, wenn sich manche Leute zur Arbeit schleppen, muss man den Launebär machen“, weiß Grabow. „Man muss die Leute halt auch mal zum Lachen bringen, das motiviert.“

Auf seinem Bildschirm hat Grabow die auf dem Werksgelände verteilten Überwachungskameras stets im Blick. Einbrecher hat er noch keine gesehen, dafür aber massenhaft LKWs, die Waren anliefern oder abholen. Per Touchpad lässt Grabow die Brummis passieren. „Der Fluss muss immer laufen“, sagt er. Im Laufe des Vormittags bestellen eine Hand voll Mitarbeiter spontan einen Mietwagen, erscheinen zahlreiche Besucher, klingelt pausenlos das Telefon. Man müsse mehrere Sachen gleichzeitig machen können, ohne etwas zu vergessen, sagt Grabow. „Es ist ein vielseitiger Job und wird nicht langweilig hier.“ Nachts platziert der Pförtner in Mainzelmännchen-Manier die Tagespost auf den Schreibtischen in den Büros.

Pförtner Peter Grabow im Gespräch

Rezeptionist sei früher ein eigenes Berufsbild gewesen, informiert er. Später wurde diese Aufgabe dann über den Werkschutz abgedeckt. Weil bei seiner Hotel-Ausbildung ein Werkschutzschein mit eingeschlossen war, bringt Grabow die notwendigen Qualifikationen mit. Außerdem verfügt er über die Erfahrungen aus dem Hotelgewerbe. „Jeder Werkschutzler an der Pforte sollte für ein halbes Jahr ins Hotel“, findet er. Dort lerne man ein sicheres Auftreten, außerdem das Lesen der Körpersprache. „Wenn ein Vertreter kommt, kann ich je nach Stimmung reagieren und positive Impulse setzen“, erklärt Grabow. Er kennt fast alle Mitarbeiter namentlich und hat immer den richtigen Ansprechpartner parat.

Lebensfreude wird in der Pfalz großgeschrieben, weiß Grabow, der ursprünglich aus dem hohen Norden stammt. „Herzlich, freundlich, direkt“, lautet seine Devise. Vor einigen Jahren kam er zu MANN+HUMMEL, heute engagiert er sich in Betriebssportgruppen und moderierte bereits einen Familientag. „Der Kontakt hier ist sehr herzlich“, findet Grabow und sagt weiter: „Das liegt an der Unternehmensführung. Das Miteinander ist hier gewollt.“ Er ist Pförtner aus Leidenschaft und weiß: „Manchmal haben Kleinigkeiten eine ganz große Wirkung.“