Auch wenn ich während meines Studiums regelmäßig joggen ging, muss ich ehrlicherweise zugeben, dass ich diese Sportart immer ein wenig langweilig fand!

Vor ein paar Jahren fing ich mit Walking an, um etwas für meine Gesundheit zu tun und in Form zu bleiben. Einige meiner Freunde waren in einem Geländelaufverein und ermutigten mich, diesen Sport einfach einmal auszuprobieren. Als ich nach nur wenigen Monaten Training einen 35 Kilometer langen Geländelauf schaffte, war ich plötzlich Feuer und Flamme für die Welt des Laufens. Im Zuge meiner noch ganz frischen Begeisterung lief ich letztes Jahr mit meinen Teamkollegen den Shanghai-Marathon, bei dem wir uns bis zum Ziel motivierten und gegenseitig halfen.

Die Gelegenheit beim Schopf gepackt: ein Marathon in Deutschland

Als ich erfuhr, dass für April dieses Jahres eine zweiwöchige Geschäftsreise nach Deutschland angesetzt war, überlegte ich, wie ich Berufliches mit Spaß verbinden könnte. Da für das Wochenende in Deutschland keine Termine geplant waren, checkte ich online den internationalen Marathon-Kalender, ob in Deutschland zu besagtem Zeitpunkt etwas geboten würde. Ich hatte Glück: Sofort ergriff ich meine Chance und meldete mich für den Hamburg-Marathon an.

Hamburg Marathon

Als Vorbereitung für das Rennen absolvierte ich schon in China ein umfassendes Marathon-Trainingsprogramm und lief jeden Tag unterschiedlich weit. Während ich unter der Woche morgens meist alleine lief, trainierte ich am Wochenende mit meinem Team. Natürlich hinderten mich manchmal meine beruflichen Verpflichtungen oder schlechtes Wetter am Laufen. Daher baute ich zwischendurch auch ein paar Trainingseinheiten im Fitnessstudio oder auf dem Laufband ein.

Die Zeit bis zu unserer Deutschlandreise im April verging sehr schnell und schon bald saßen meine Kollegen und ich im Flieger von Shanghai nach Frankfurt. In der ersten Woche hatten wir bei MANN+HUMMEL in Speyer Termine und Präsentationen. In der zweiten Woche stand die Hannover Messe, die weltbekannte Industriemesse, auf dem Programm.

Meine Kollegen nutzten das Wochenende, um die Highlights von Speyer zu erkunden. Ich hingegen mietete am Samstagmorgen ein Auto und trat die 600 Kilometer lange Fahrt nach Hamburg an, wo ich am späten Nachmittag meine Startunterlagen abholte. Abends entspannte ich mich in meinem Hotel – schließlich musste ich am Sonntag früh aufstehen, um rechtzeitig an der Startlinie zu stehen.

Marathon in Hamburg

Ein unerwarteter Hagelschauer

Ich hätte allerdings nicht erwartet, dass das Wetter derartig verrücktspielen würde! Noch eine halbe Stunde vor dem Start schien die Sonne und es war so warm, dass ich mein langärmeliges Laufshirt auszog. Aber als das Rennen um 8.00 Uhr anfing, begann es urplötzlich zu hageln. Obwohl die Hagelkörner auf der Haut ziemlich wehtaten, hatten sie auch ihr Gutes: Ich steigerte mein Tempo, um den Schmerz so schnell wie möglich buchstäblich hinter mir zu lassen.

Trotz des Wetters war der Tag eine fantastische Erfahrung. Besonders toll war, dass die Strecke an berühmten Hamburger Wahrzeichen (Binnenalster, Köhlbrandbrücke, Speicherstadt, Elbe, Hamburger Hafen) vorbeiführte: dabei stellte ich fest, dass es viel eindrucksvoller ist, eine Stadt auf diese Weise zu erkunden, als an einem gewöhnlichen Touristenprogramm teilzunehmen. Die Atmosphäre war unbeschreiblich – ich hatte das Gefühl, ganz Hamburg sei auf der Straße, um die Läufer zu unterstützen. Im Gegensatz zu Shanghai, wo die Zuschauer einen gewissen Abstand halten müssen, war das Publikum direkt neben der Laufstrecke. Dadurch wurde das Rennen viel familiärer und entspannter. Kleine Kinder streckten in der Hoffnung auf ein High-Five mit den Teilnehmern ihre Hände aus und zusätzlich zu den offiziellen Erfrischungsstationen hatten Privatleute eigene Stände mit Wasser, anderen Getränken und Snacks aufgebaut.

Teilnahme am Hamburg Marathon

Der Zieleinlauf wird gefeiert

Nach einem aufregenden Marathonlauf erreichte ich schließlich die Ziellinie und genehmigte mir erst einmal ein kühles Bier in einem der Festzelte. Da das in der Luft liegende Gemeinschaftsgefühl richtig ansteckend war, ging ich dann gleich wieder zurück in den Zielbereich, um die anderen Läufer anzufeuern und ihnen zu zujubeln. Am Sonntagnachmittag packte ich meine Sachen zusammen und fuhr nach Hannover, um mit meinen Kollegen bei einem Abendessen zu feiern. Auch wenn sie mich wegen meiner Marathonbegeisterung für ein wenig verrückt halten, haben sie mich immer großartig unterstützt und ermutigt!

Wollen Sie nicht auch mit dem Laufen anfangen?

Wenn Sie etwas für Ihre Gesundheit und Fitness tun wollen, fangen Sie doch auch mit dem Laufen an oder versuchen Sie, sich allgemein mehr zu bewegen. Ich habe dadurch bereits um die 15 Kilo abgenommen. Außerdem ist Joggen eine perfekte Auszeit, bei der Sie die Eindrücke des Tages auf sich wirken lassen können. Natürlich muss nicht gleich jeder bei jeder Geschäftsreise einen Marathon einbauen. Schon ein zügiger Spaziergang oder eine kleine Laufrunde helfen Ihnen dabei, den Kopf freizubekommen, und sorgen für Entspannung.