Vielleicht ist Ihnen schon einmal der Begriff „Sick-Building-Syndrom“, auch „Gebäudekrankheit“ genannt, zu Ohren gekommen. Er wurde in den 1980er Jahren geprägt und beschreibt Erkrankungen, die auf schlecht belüftete Gebäude zurückzuführen sind. In den letzten 40 Jahren wurden die Baunormen massiv verbessert, um eine gute Innenraumluftqualität für die Gebäudenutzer zu gewährleisten. Heute erfassen High-Tech-Sensoren jede Menge Daten, die genauen Aufschluss über Schadstoffe in der Luft geben sollen.

Doch oftmals wissen Gebäudeverwalter mit dem Datenwust gar nichts anzufangen. Es stellt sich also die Frage: Was sagen die erfassten Daten über die Luftqualität aus, und wie lässt sich gegen schlechte Luftqualität vorgehen?

Isabel und Ellie

Die InCube Initiative

Seit Anfang des Jahres bin ich Teil eines fünfköpfigen Teams, das in einem Gründerzentrum im Silicon Valley arbeitet, um eine Antwort auf genau diese Frage zu finden. Wir alle sind MANN+HUMMEL Mitarbeiter, die an der ersten InCube Initiative des Unternehmens teilnehmen. InCube ist ein Programm zur Entwicklung unkonventioneller, aber vielversprechender Ideen. Durch dieses Programm verschlug es mich für ein halbes Jahr ins Silicon Valley, wo ich mich nun außerhalb meiner gewohnten Unternehmensumgebung der Herausforderung stelle, einen neuen, realisierbaren Geschäftsplan aufzustellen.

Mit Unterstützung durch die Plattform #Plug and Play gründeten meine vier Kollegen Ellie, Carlo, Marcel, Minsik und ich das Start-up qlair. Wir bieten eine Lösung zur Analyse der Luftqualität an, die mithilfe von Gebäude- und Schadstoffdaten Luftreinigungsdienste und -produkte optimiert. Im Laufe der Entwicklung unseres jungen Unternehmens wurde uns allen bewusst, dass es nicht um Datenerfassung geht, sondern darum, erfasste Daten richtig zu deuten. Mir war klar, was der nächste Schritt sein würde: Wir mussten eine auf dem Internet der Dinge (IoT) basierende Lösung mit leistungsstarken Algorithmen und fortschrittlicher KI entwickeln. Eine Lösung, die uns dabei hilft, die von der Hardware gelieferten komplexen Datensätze zu verstehen.

eine App für saubere Luft

Problemfall Gewerbegebäude

Wussten Sie, dass Gewerbegebäude mit zu den ineffizientesten Gebäuden überhaupt gehören? Viele HLK-Anlagen werden nämlich nur über die Temperatur und die CO2-Konzentration reguliert. Die Folge: Sechs von zehn Gebäuden sind gefährlich, da die Schadstoffbelastung mindestens doppelt so hoch ist wie im Außenbereich. Hier sollten vor allem die geschätzten 60 % aller Unternehmen aufhorchen, die ein Mitarbeiterfürsorgeprogramm haben, denn saubere Luft gilt beim Mitarbeiterschutz als das viertwichtigste Kriterium.

Screen Shot qlair

Das heutige Luftqualitätsmanagement ist reaktiv, d. h., es wird nur dann zur Tat geschritten, wenn sich Gebäudenutzer über stickige Luft oder Gerüche beschweren. Studien zeigen jedoch, dass die Arbeitsproduktivität mit der Luftqualität korreliert. Auch deshalb gibt es ein großes Interesse daran, am Arbeitsplatz kontinuierlich für gesunde Luft zu sorgen. Viele Gebäudeverwalter platzieren vor Ort Sensoren zur Überwachung der Luftqualität. Diese Sensoren verraten aber nicht, wie man ein erkanntes Problem beheben kann, weshalb Gebäudeverwalter oft nicht weiterwissen.

Reaktionsschnelle Lösungen für eine bessere Luftqualität mit qlair

Genau dieses Problems nimmt sich das qlair-Team an, indem es intelligenten Belüftungsanlagen den Weg ebnet. Wir betrachten Filtration als Dienstleistung und wollen echte Erkenntnisse liefern, die eine selbstgesteuerte Feineinstellung des Belüftungssystems ermöglichen. Basierend auf den großen Datenmengen, die uns hoch entwickelte Sensoren liefern, nehmen wir Messungen vor und arbeiten individuelle Empfehlungen aus, die bei schlechter Luftqualität bestmögliche Abhilfe schaffen sollen.

Handy App qlair

Wir wollen dazu beitragen, die Belüftungseffizienz und damit durch eine bessere Luftqualität auch die Produktivität der Gebäudenutzer zu steigern. Letztlich kann sich dies sogar positiv auf die Energiebilanz auswirken, dann nämlich, wenn sich Belüftung, Beheizung und Klimatisierung am tatsächlichen Bedarf orientieren. Unser Anspruch lautet, Gebäude intelligenter zu machen. Deshalb haben wir unser Produkt so gestaltet, dass qlair Muster der Schadstoffbelastung erkennt und Prognosen für bis zu acht Stunden erstellt. Auf dieser Grundlage können Luftreinigungssysteme dann proaktiv für gute Luft sorgen.

Unsere ausgefeilte Technologie kann aus Luftqualitätsdaten, die nicht immer direkt mit der Innenraumluftqualität zusammenhängen müssen, die wirklich nützlichen Informationen herausfiltern. Das System analysiert ununterbrochen bestimmte Daten, darunter die Anzahl der Menschen im Raum, die Gebäudezone oder die Reinigungszeiten. All diese und noch weitere besondere Merkmale können sich beträchtlich auf die Qualität der Luft auswirken, die wir atmen.

Der nächste Schritt auf dem Weg zur intelligenten Filtration

Bei der Weiterentwicklung unseres Systems arbeiten wir eng mit Gebäudeverwaltungen, Instandhaltungsfirmen und Herstellern von HLK-Anlagen und Sensoren zusammen. Derzeit durchläuft qlair Pilottests bei Gebäudeverwaltern. Außerdem suchen wir aktiv nach Kunden und Joint-Venture-Partnern, um unsere Reichweite zu vergrößern. Wenn Sie mehr über qlair erfahren möchten, können Sie sich gerne an mich wenden oder sich auf www.i-qlair.com informieren.