Ich bin Patrick Vier, Auszubildender Mechatroniker im 3. Lehrjahr am Standort Ludwigsburg. Im September 2018 durfte ich für vier Wochen ein Auslandspraktikum in Torquay/Paignton, England, machen. Meine Ausbildungsleiterin, Frau Fritz, ermutigt alle Azubis einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren. So erfuhr ich von dem Angebot der BBQ Esslingen, die halbjährig deutsche Azubis ins Ausland entsendet.

Mich selbst begeisterte die Möglichkeit, meine Englischkenntnisse im Alltag und bei der Arbeit anzuwenden. Viel interessanter fand ich jedoch die Idee einen Monat in eine neue Kultur einzutauchen und diese kennenzulernen. Mein Kollege Alexander Wöber, der bereits ein Jahr zuvor in Spanien sein Praktikum gemacht hatte, erzählte von zahlreichen tollen Erfahrungen. Deshalb entschied ich mich die Bewerbung zu schreiben. Zusammen mit acht weiteren Azubis aus Baden-Württemberg besuchte ich zwei Vorbereitungsseminare, bevor die Reise am 09.09.2018 im Flieger von Stuttgart nach London begann. In London wurden wir von unserem Taxifahrer Kevin abgeholt, der uns auf dem Weg zu unseren Gastfamilien bereits viele Informationen und Tipps für unseren Aufenthalt geben konnte.

Ein herzliches Willkommen von meiner Gastfamilie

Küste Englands

Die Region um Paignton, im Südwesten Englands, ist bekannt für ihr mildes Klima und ein beliebtes Sprachreiseziel. Wohnen durfte ich mit weiteren Praktikanten, bei Sean und Pauline, zwei unglaublich netten Engländern, die uns direkt herzlich in die Familie aufnahmen. Zu meinem Glück lag die Bushaltestelle nur eine Minute von meiner Haustüre entfernt. Mit meiner Monatskarte für den öffentlichen Verkehr konnte ich sogar die etwas längere Route mit dem „Goldstage Bus“ fahren, die an der Strandpromenade vorbeiführte. Ich lernte jedoch schnell, dass Google Maps einfacher zu lesen und zuverlässiger war, als die Fahrplanhieroglyphen an den englischen Haltestellen. Auch das Vordrängeln in einer Warteschlange ist geächtet: Wer zuerst an der Haltestelle stand, darf auch zuerst einsteigen; die Plätze im Doppeldeckerbus unten sind außerdem für die älteren Mitfahrer vorbehalten.

Ein Sprachkurs ermöglichte einen guten Start

In der ersten Woche besuchten wir bei der Partnerorganisation einen Sprachkurs, unser Lehrer Frank stellte uns auf die Wochen in den Firmen ein. Die gemeinsame Zeit am Nachmittag, wurde dann für die Erkundung der Umgebung genutzt. Dabei entdeckten wir die vielen schönen Orte im Umkreis und erkundeten sogar die Hauptstadt Devons, Exeter. In Torquay selbst liefen wir die lange Hafenpromenade ab und besuchten die vielen kleinen Läden, Pubs und Bars.

Praktikum im Ausland

In der zweiten Woche begann ich mein Praktikum bei der Firma Meterix, welche intelligente Stromzähler vertreibt. Ich erfuhr von meinen freundlichen neuen Kollegen vieles über die Funktion der Produkte und Abläufe in der Firma. Da ich mir allerdings eine praktischere Arbeit vorgestellt hatte, durfte ich, auf Nachfrage, bei der Partnerfirma Stephen P. Wales die restlichen Wochen verbringen.

Zu meiner neuen Praktikumsfirma in der nächsten Stadt Torquay fuhr ich jeden Morgen mit dem Bus durch kleine Straßen und am Meer entlang. Die sechs Mitarbeiter verteilten sich auf die Verwaltung im Büro (mit dem Chef Alex) und die Werkstatt mit Lager, Werkbänken, Lackiererei und Verpackstation.

Praktikum in England  Praktikum im Ausland

Meine, für Engländer typisch, sympathischen und lustigen Kollegen erklärten mir jede Funktion und jeden Handgriff, so dass ich mich schnell integriert fühlte. Die Firma restauriert alte Stromzähler (wirklich alt, ich hatte Fundstücke aus den 1960er Jahren unter meinem Schraubenzieher), prüft die Funktion und verkauft sie vor allem an Vermieter und Privatpersonen weiter. Während meiner Zeit in der Werkstatt sammelte ich nicht nur viele Erfahrungen, sondern entdeckte auch kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dadurch lernte ich Einiges in beruflicher Hinsicht, aber auch für mich selbst. Mein Kollege Ed war besonders motiviert, mir jede Funktion der Produkte zu erläutern und jeden Trick zu zeigen. Ich durfte schnell Stromzähler auseinanderbauen, testen und verpacken. Ich baute außerdem kleine Schaltschränke für modernere Stromzähler.

Ein Trip nach London

Tower Bridge

Nachdem wir uns von unseren Gastfamilien Tipps für ein Wochenende in London geholt hatten, buchten wir eine Unterkunft, sowie den Transfer und erkundeten bei strahlendem Wetter die Hauptstadt.

Schlussendlich kann ich festhalten, dass sich das Auslandspraktikum für mich auf jeden Fall gelohnt hat. Ich habe viele tolle Erfahrungen in einem anderen Land mit neuen Menschen gesammelt, konnte einen Monat meine Sprachkenntnisse auf die Probe stellen und komme mit einer Menge interessanter Eindrücke und neuen Fertigkeiten zurück. Ich kann jedem nur empfehlen, sich für einen Auslandsaufenthalt zu bewerben.