Als Auszubildende zur Industriekauffrau im 3. Lehrjahr durfte ich in diesem Sommer eine ganz besondere Erfahrung machen: 5 Wochen habe ich im Rahmen eines Auslandspraktikums an unserem Standort in Istanbul verbracht. Das war wirklich spannend – und nicht nur für mich: Ich war die erste Auszubildende von MANN+HUMMEL, die im Rahmen ihrer Ausbildung eine Zeit im Ausland verbringen durfte.

Wie es dazu kam? Relativ spontan habe ich gegenüber unserer Ausbildungsleiterin Frau Fritz den Wunsch geäußert, einen Teil meiner praktischen Ausbildung im Ausland zu verbringen. Da ich türkische Wurzeln habe, war die Türkei natürlich die erste Wahl, denn dank meiner türkischen Staatsbürgerschaft ließ sich alles ganz einfach organisieren. Außerdem konnte ich dort gleich doppelt davon profitieren – doch dazu später mehr.

Ich glaube, ein wichtiger Grund, weshalb das Auslandspraktikum bei mir geklappt hat, ist, dass ich mich selbst so aktiv dafür eingesetzt und auch alles selbst organisiert habe – von Unterkunft und Reise über die Koordination mit den Fachbereichen. Frau Fritz hat mich dabei von Anfang an unterstützt – so hat sie zum Beispiel gleich nach meiner Anfrage dem Werksleiter aus der Türkei eine E-Mail geschickt. Als von ihm die Zusage kam, dass dem Praktikum von seiner Seite aus nichts im Weg stehe, ging die Organisationsarbeit los.

Das Leben im Touristen-Hotspot Istanbul

Als Zeitraum haben wir uns sehr schnell auf die Sommerferien geeinigt, sodass ich keine Schule verpasse. Damit lag das Praktikum mitten in der Hauptsaison. Das hat die Suche nach einer Unterkunft natürlich nicht gerade einfacher gemacht. Über die Seite „Airbnb“ bin ich dann aber schließlich fündig geworden.

Istanbul ist eine faszinierende Stadt. Es ist nie langweilig und nie leise. Ich selbst habe auf der asiatischen Seite gewohnt, wo auch der MANN+HUMMEL Standort ansässig ist. Dort gefällt es mir auch im Allgemeinen besser, weil man dort das „echte“, türkische Istanbul erleben kann. Die europäische Seite ist zwar wunderschön, aber auch sehr touristisch geprägt.

Ich kannte Istanbul bisher nur aus dem Urlaub. Einmal dort zu leben und den Alltag mitzubekommen war schon etwas ganz anderes. Das war auch sprachlich eine Herausforderung für mich: für normale Gespräche reichen meine Türkischkenntnisse schon, doch bei tiefergehenden Themen fehlten mir oft einige Worte. Durch diesen Auslandsaufenthalt  haben sich meine türkischen Sprachkenntnisse deutlich verbessert. Da im Büro die Fachsprache englisch war, konnte ich sprachlich gleich doppelt von meinem Auslandspraktikum profitieren und auch hier meine Kenntnisse ausbauen.

Sofort ein Teil des Teams

Meine Kollegen vor Ort haben mich von Anfang an unterstützt und waren sehr hilfsbereit. Allgemein handelt es sich hier um ein sehr interkulturelles Büro. Das liegt nicht daran, dass hier viele verschiedene Nationalitäten arbeiten, sondern an den Erfahrungen der Menschen. Fast alle türkischen Kollegen haben bereits im Ausland gelebt, studiert und gearbeitet. Das tolle ist, dass jeder woanders war. Deshalb wirkt es auch so, als ob hier Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern beschäftigt sind.

Ich habe sehr schnell Anschluss gefunden und hatte wirklich nie das Gefühl, dass ich alleine bin. Vor allem mit meinen Praktikumskollegen habe ich sehr viel unternommen und einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht. Mein persönliches Highlight war übrigens der Laden einer bekannten Eis-Marke, in dem man sein eigenes Eis am Stiel zusammenmixen durfte.

Der Arbeitsalltag bei MANN+HUMMEL in Istanbul

Auch das Arbeiten selbst hat mir in Istanbul besonders viel Spaß gemacht. Das lag mitunter daran, dass es ein relativ kleines Vertriebsbüro mit etwa 15 Personen ist. Das hat zur Folge, dass die Tätigkeiten nicht so klar unter den Bereichen verteilt sind wie zum Beispiel in Deutschland, sondern einzelne Personen sehr breite Tätigkeitsspektren haben. Deshalb konnte ich in verschiedenste Bereiche reinschnuppern und auch viel eigenverantwortlich machen. So habe ich beispielsweise die Zahlen für die allmorgendlichen Teammeetings vorbereitet, die diskutiert und aus denen dann das Vorgehen für den Tag besprochen wurde.

In Istanbul war ich in der Logistik beschäftigt. Dort habe ich mitunter Lieferungen angenommen, logistische Prozesse begleitet und überwacht sowie selbständig Bestellungen von anderen Standorten vorgenommen. Doch auch der Bereich Customer Service zählt dazu, so konnte ich auch den direkten Kundenkontakt pflegen.

Interessant fand ich, dass alles viel kleiner ist als in Deutschland – damit meine ich auch die Mengen. Von meinen Arbeiten im Headquarter bin ich es gewohnt, dass wir immer alles in riesigen Mengen bestellen. Ich konnte in Istanbul also auch einmal die Perspektive wechseln und alles von „außen“ betrachten. Auch meine Arbeit hier in Deutschland sehe ich nun ganz anders, weil ich nun den Gesamtzusammenhang besser verstehe.

Sowohl fachlich als auch persönlich hat mich dieser Auslandsaufenthalt in jeder Hinsicht weiter gebracht. Ich habe mich sehr verändert und bin viel selbständiger geworden. Sprachlich fühle ich mich jetzt viel sicherer und ich konnte zudem wertvolle Kontakte knüpfen. Der Wunsch, erneut – gerne auch mal für längere Zeit – ins Ausland zu gehen, ist nun noch viel größer 🙂

Danke an MANN+HUMMEL und vor allem an Frau Fritz für dieses tolle Erlebnis! Und den neuen Auszubildenden kann ich mit auf den Weg geben: Eigeninitiative zeigen und sich für seine Wünsche einsetzen – dann könnt vielleicht auch ihr den Traum vom Auslandspraktikum wahr machen.