Wenn ich jemandem davon erzähle, dass ich am Wochenende mit meinem Porsche unterwegs war, kommt eine Frage immer wieder: „Wie schnell warst Du denn?“ Meine Antwort: „20 Stundenkilometer.“ Die erstaunte Nachfrage: „Warst Du nur im ersten Gang unterwegs?“ Ich: „Nein – im Vierten.“ Das bewirkt sehr große Fragezeichen auf den Gesichtern – wenngleich die Lösung ganz einfach ist: Mein Porsche ist keiner der bekannten Sportwagen aus Zuffenhausen, sondern ein Porsche Schlepper Junior 108 K, den ich vor vielen Jahren vom meinem Schwiegervater geerbt habe. Der Traktor, Spitzname Rotnase, wurde von der Porsche-Diesel Motorenbau GmbH von 1957 bis 1961 in Friedrichshafen am Bodensee gebaut. Gerade einmal 3.000 Exemplare liefen vom Band. In meinem Modell aus dem Jahre 1958 werkelt ein Einzylinder-Motor, der aus 822 Kubikzentimetern Hubraum gut 10 kW oder 14 PS herausholt. Das reicht für vielfältige Einsatzzwecke, nicht jedoch für die Autobahn.

Porsche Junior Schild

Mein Porsche ist eigentlich unser Porsche, denn er steht bei meinem Sohn in Burgstetten. Da ich aber nur einen Steinwurf entfernt wohne, besuche ich den Schlepper natürlich regelmäßig. Mein Interesse gilt dabei nicht nur der alten Technik generell, sondern besonders der Filterlösung. Im Junior 108 K sorgt ein Öl-Filter vom Filterwerk MANN+HUMMEL GmbH für einen guten Motorenlauf. Ich muss gestehen, dass mir das erst jüngst wirklich auffiel, als ich mit dem Porsche zum TÜV musste und dafür in der Bedienungsanleitung blätterte. Dort war eine Anzeige abgedruckt, die die Vorteile unserer Filter präsentierte. Ich musste lachen, habe ich doch während meiner aktiven Zeit bei MANN+HUMMEL genau dafür gearbeitet. Als Technischer Arbeitsvorbereiter für die Stanzerei und Blechverarbeitung war ich an der Produktion der notwendigen Gehäuseteile beteiligt.

Filterwartung

 

Über die Qualität muss ich hier natürlich keine großen Worte verlieren. Ich weiß zwar nicht, welches Baujahr der Öl-Filter in unserem Traktor genau hat, wir haben ihn aber zumindest noch nie ausgetauscht. Ab und zu reinigen, frisches Öl einfüllen und weiter geht es. Zwar besteht der landwirtschaftliche Betrieb meines Schwiegervaters nicht mehr, der Porsche wird dennoch regelmäßig bewegt – entweder von mir aus Spaß oder von meinem Sohn, der damit seine Apfelernte oder die von Freunden und Bekannten zur nahegelegenen Saftpresse bringt. Insofern ist der Traktor auch kein „aufgehübschtes“ Museumstück, sondern weiterhin ein kleines Arbeitspferd. Wir halten ihn technisch in Schuss, Pläne ihn komplett zu demontieren, zu restaurieren und neu lackiert wieder zusammenzubauen gibt es nicht – sehr zum Leidwesen manch‘ eines Fans. Immer wieder sprechen uns interessierte Oldtimer-Enthusiasten an und bieten uns mitunter auch gutes Geld für die Rotnase. Wir lehnen aber immer dankbar ab, denn der Porsche gehört einfach zur Familie.

Porsche Filter

Und so wird er im Hause Pencik noch einige Jahre Dienst tun. Als nächste Anschaffung stehen wohl neue Hinterreifen auf dem Programm. Zwar ist das Profil noch gut, aber der Alterungsprozess ist unübersehbar – einzelne Klötze des Profils könnten sich bei „schneller“ Fahrt lösen. Und so ein Risiko gehen Porsche-Fahrer einfach nicht ein – ob sie nun Schlepper oder Sportwagen fahren.