Hinter dem Einzug in das neue Prüfzentrum am MANN+HUMMEL Hauptsitz in Ludwigsburg steckt mehr Zeit- und Kraftaufwand, als man im ersten Moment vielleicht annimmt. In meinem letzten Beitrag  habe ich Ihnen bereits gezeigt, welcher Zeitaufwand allein die Planung des Umzugs mit sich brachte und wie wir die Herausforderungen des Auszugs gemeistert haben. Heute möchte ich daran anknüpfen und Ihnen, der Vollständigkeit halber, noch erklären, wie wir mit über 100 Prüfständen am neuen Standort eingezogen sind.

Optimal genutzte Räumlichkeiten

Im neuen Prüfzentrum können Sie sich unseren Arbeitsplatz ungefähr so vorstellen: Etwa 3,5 Meter über unseren Köpfen verlaufen Stromleitungen, an die wir die einzelnen Prüfstände angeschlossen haben. Daneben sind Leitungen für die Kühlwasserversorgung der Prüfstände angebracht. Öle, Stickstoff, Diesel und Waschbenzin werden für die Versorgung und den Betrieb unserer Prüfstände aus einem zentralen Gefahrstofflager, im Untergeschoss des Prüfzentrums, direkt bis in die Prüffelder transportiert und wir arbeiten mittlerweile mit einer deutlich besseren Lagerung und Logistik. Im Flur befindet sich ein geräumiger Lagerlift, dessen Fächer mit Vorrichtungen und Zubehör bestückt sind und auf den die Mitarbeiter aus insgesamt drei Stockwerken zugreifen können. Ein innovatives System, dass uns viel Platzersparnis bringt! Lassen Sie mich nochmal betonen, dass wir von insgesamt vier Stockwerken und mehr als 100 Prüfständen reden, da wird jeder Quadratmeter benötigt! Ich freue mich immer wieder zu sehen, wie gut unsere Planungen in die Realität umgesetzt werden konnten und wie effizient das neue Prüfzentrum gestaltet ist. Zum Beispiel haben wir auch den Verlauf der verschiedenen Leitungen an der Decke der Stockwerke wochenlang akribisch geplant – mit Erfolg!

Die neue Struktur ermöglicht uns nicht nur eine verbesserte Aufstellung unserer Prüfstände, sondern auch eine verbesserte Arbeitsweise. Durch die kurzen Wege können wir uns zukünftig außerdem vor Ort abstimmen und unsere Arbeit noch besser organisieren.

Prüfstände

Einige Prüfstände werden per Kran ins Technologiezentrum transportiert

Koordination und Konzentration

Dieses Projekt stand mit unter dem Motto Teamarbeit, denn neben mir, meinen Kollegen und den Prüffeldmitarbeitern waren auch Abteilungen involviert, an die man im ersten Moment nicht denkt. So arbeiteten wir unter anderem auch mit den Abteilungen Liegenschaften, Logistik und Arbeitssicherheit zusammen, um für alle Probleme und Anforderungen die richtigen Ansprechpartner zur Seite zu haben. Auch unsere Lieferanten waren beteiligt, da einige Teile, zum Beispiel die Messrohre unserer Luftfilterprüfstände, für die Montage im neuen Prüfzentrum an neue Gegebenheiten angepasst werden mussten. In diesem konkreten Fall hieß das, dass die Rohre am neuen Standort senkrecht montiert wurden anstatt, wie zuvor, waagerecht. Das brachte den Vorteil mit sich, dass wir einen erheblichen Teil des benötigen Platzes einsparen und anderweitig verwenden konnten. Wir planten die Umgestaltung einzelner Elemente so, dass immer wenn ein Teil geliefert wurde, wir ein anderes Teil zum Umbau weggeben konnten. Dank reichlicher Absprachen und einer offenen Kommunikation mit den Lieferanten funktionierte das Ganze problemlos!

Wenn Sie meinen ersten Beitrag gelesen haben, wissen sie inzwischen, wie schwer es war, die Prüfstände aus dem alten Gebäude zu bekommen. Eine ähnliche Herausforderung erwartete uns auch im neuen Gebäude, denn hier sind unsere Prüffelder, wie bereits gesagt, auf insgesamt vier Stockwerke aufgeteilt. Die meisten unserer Geräte passten in den Aufzug und konnten problemlos in die richtige Etage transportiert werden, nur für drei Prüfstände war der 3,50m x 2,20m großen Lift schlicht und ergreifend zu klein – dies haben wir natürlich schon vor dem Bau des Prüfzentrums bedacht! So war das Problem bereits eine Weile präsent und wir haben die Lösung sozusagen gleich ins neue Gebäude mit eingebaut: Alle Etagen verfügen hier über eine Doppeltür an der Außenwand und die Fassade in diesem Bereich ist abnehmbar. Also kam noch einmal unser Kran zum Einsatz und wir haben die Prüfstände mit der Hilfe von Schwerlastrollen und unserer Muskelkraft auf die richtigen Etagen und an die richtige Stelle geschoben.

Nun war es auch an der Zeit die Einzelteile der auseinander gebauten Prüfstände wieder zu montieren. Bei dieser Gelegenheit konnten wir die Geräte auch optimal an die neue Infrastruktur anpassen, um alle Vorteile nachhaltig auszuschöpfen. Nach und nach positionierten wir die Prüfstände entsprechend unseres Einrichtungsplans und die Aufteilung im neuen Gebäude nahm Gestalt an. Ich kann Ihnen sagen, ich war froh, als alle Prüfstände an ihrem Platz standen und wir den Umzug ohne einen einzigen Arbeitsunfall über die Bühne gebracht hatten.

Ein Prüffeld vor und nach dem Umzug

Beim Einzug ins neue Prüfzentrum am MANN+HUMMEL Hauptsitz

Mittlerweile haben wir alle unsere Umzugskartons ausgeräumt und auch die letzten Prüfstände sind am neuen Standort eingezogen. Nach dieser schweißtreibenden Arbeit und der ständigen Überlegung, ob auch nichts vergessen wurde, ging es für mich zum letzten Punkt meiner Agenda: die Kontrolle unserer Prüfstände. Dabei ging es hauptsächlich darum die Schnittstellen an unsere Infrastruktur zu checken – sind Strom und Leitungen, wie zum Beispiel Abluft und Abwasser, richtig angeschlossen und funktionstüchtig? Außerdem kümmerten wir uns gemeinsam mit Fachplanern und der Abteilung Liegenschaften um die Inbetriebnahme der Gebäudetechnik. Nachdem mein Team und ich alle Bestandteile überprüft haben und kleinere Störungen behoben wurden, übergaben wir die betriebsbereiten Prüfstände wieder in die Hände der zuständigen Prüffeldleiter, welche die Prüfstände dann validieren konnten. Jetzt heißt es für uns alle: zurück zum Arbeitsalltag, zurück zur Prüfung unserer Produkte unter realitätsnahen Zuständen!